⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.07.2026
Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades festgestellt, der durch hohe Zinsdifferenzen und niedrige Volatilität begünstigt wird.
- Carry Trade erlebt Renaissance
- Zinsdifferenzen bieten hohe Renditen
- Niedrige Volatilität begünstigt Strategien
Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades festgestellt, der durch hohe Zinsdifferenzen und niedrige Volatilität begünstigt wird. Laut dem Strategen Stuart Jenkins ist der Carry Trade derzeit so relevant wie selten zuvor. Im Jahr 2026 haben Carry-Strategien bislang rund 8 Prozent Rendite erzielt, was Anleger dazu ermutigt, diese Handelsstrategie wieder in Betracht zu ziehen.
Was ist ein Carry Trade?

Ein Carry Trade ist eine Handelsstrategie, bei der Anleger Kapital in einer Währung mit niedrigem Zinsniveau leihen, um es in einer höher verzinsten Währung anzulegen. Diese Strategie profitiert von den Zinsdifferenzen zwischen den Währungen. In der aktuellen Marktsituation sind die Zinsen in den großen Industrienationen aufgrund der Post-Corona-Inflation und der geopolitischen Spannungen stark unterschiedlich, was zu attraktiven Möglichkeiten für Carry Trades führt.
Warum ist der Carry Trade aktuell attraktiv?
Die Attraktivität des Carry Trades ergibt sich aus mehreren Faktoren. Erstens haben sich die Zinsen in den großen Industrienationen auf einem hohen und gleichzeitig stark unterschiedlichen Niveau eingependelt. Dies schafft ungewöhnlich weite Zinsdifferenzen, die für Anleger von Vorteil sind. Zweitens ist die Wechselkursvolatilität historisch niedrig, was das Risiko von plötzlichen Wechselkursbewegungen verringert und die Planungssicherheit erhöht.
Goldman Sachs berichtet, dass Zinsdifferenzen rund 70 Prozent der Renditeschwankungen bei den wichtigsten Dollar-Währungspaaren im ersten Halbjahr 2026 erklärt haben. Dies zeigt, wie entscheidend die Zinsdifferenzen für die Performance von Carry Trades sind.
Bevorzugte Finanzierungswährungen
- Carry-Strategien erzielten 2026 bislang rund 8 Prozent Rendite
- Bevorzugte Finanzierungswährungen: Yen, Franken, Euro, CAD
- Zinsdifferenzen erklären 70 Prozent der Renditeschwankungen
Die bevorzugten Finanzierungswährungen für Carry Trades sind derzeit der japanische Yen, der Schweizer Franken, der Euro und der kanadische Dollar. Der japanische Yen gilt als besonders aussichtsreich, da er nahe einem 40-Jahres-Tief zum Dollar notiert. Diese Einschätzung wird durch die fiskalischen Belastungen Japans und die graduellen Zinsschritte der Bank of Japan unterstützt.
Goldman Sachs hat die 12-Monats-Prognose für das Währungspaar USD/JPY von 155 auf 165 angehoben, was die Bank unter die pessimistischsten Häuser im Bloomberg-Konsens einreiht. Analysten erwarten, dass der Yen weiterhin unter Druck stehen wird, was die Attraktivität für Carry Trades erhöht.
Risiken des Carry Trades
Trotz der attraktiven Renditen birgt der Carry Trade auch Risiken. Historisch gesehen waren Carry Trades besonders anfällig für Rückschläge an den Aktienmärkten. Dieser Zusammenhang hat sich jedoch im Jahr 2026 praktisch aufgelöst, was darauf hindeutet, dass die Märkte möglicherweise stabiler sind als in der Vergangenheit.
Dennoch sollten Anleger sich der potenziellen Risiken bewusst sein, insbesondere in Bezug auf Wechselkursrisiken. Plötzliche Veränderungen in den wirtschaftlichen Bedingungen oder geopolitischen Spannungen können die Wechselkurse erheblich beeinflussen und somit die Rentabilität von Carry Trades gefährden.
Marktreaktionen und Ausblick
Die Rückkehr des Carry Trades hat bereits zu einer erhöhten Aktivität auf den Devisenmärkten geführt. Anleger und Institutionen nutzen die aktuellen Bedingungen, um von den Zinsdifferenzen zu profitieren. Die niedrige Volatilität der Wechselkurse hat dazu beigetragen, dass viele Anleger optimistisch in die Zukunft blicken.
Analysten erwarten, dass die Zinsdifferenzen weiterhin eine zentrale Rolle bei der Bestimmung der Renditen von Carry Trades spielen werden. Die Entwicklungen in den großen Volkswirtschaften, insbesondere in den USA und Japan, werden entscheidend sein, um die zukünftige Richtung des Carry Trades zu bestimmen.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Carry Trade eine bemerkenswerte Renaissance erlebt, die durch hohe Zinsdifferenzen und niedrige Volatilität begünstigt wird. Goldman Sachs hebt hervor, dass Anleger in diesem Umfeld von attraktiven Renditen profitieren können. Dennoch sollten sie sich der Risiken bewusst sein, die mit dieser Handelsstrategie verbunden sind. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die Märkte entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Carry Trades haben wird.
Häufige Fragen
Was ist ein Carry Trade?
Warum ist der Carry Trade aktuell attraktiv?
Welche Währungen sind für Carry Trades geeignet?
Wie hoch sind die Renditen von Carry-Strategien?
Was sind die Risiken des Carry Trades?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Finanzmarkt und Carry Trade Strategien · Foto: Valmir Zanellato / Pexels


