⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.07.2026
Die Riester-Rente, einst als staatlich geförderte Altersvorsorge eingeführt, wird abgeschafft. Sparer haben seit 2002 Milliarden Euro verloren, was die Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge neu entfacht.
- Riester-Rente wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft.
- Sparer haben im Durchschnitt 43.000 Euro verloren.
- Über 5 Millionen Riester-Verträge wurden vorzeitig beendet.
Die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als staatlich geförderte Altersvorsorge gilt, steht vor dem Aus. Ab dem 1. Januar 2027 wird dieses Modell abgeschafft, was für viele Sparer erhebliche finanzielle Konsequenzen hat. Laut aktuellen Berichten haben Riester-Sparer seit 2002 im Durchschnitt rund 43.000 Euro verloren. Diese Zahl verdeutlicht die massiven Nachteile, die mit dieser Form der Altersvorsorge verbunden sind.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde ursprünglich als Antwort auf die sinkenden gesetzlichen Renten eingeführt. Ziel war es, den Bürgern eine zusätzliche, staatlich geförderte Altersvorsorge zu bieten. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben in den letzten Jahren ihre Verträge gekündigt. Allein im Jahr 2024 wurden 266.000 Kündigungen verzeichnet, und seit 2002 haben über 5 Millionen Riester-Verträge das Licht der Welt nicht mehr erblickt. Dies entspricht etwa jedem vierten Abschluss der ursprünglich 20 Millionen Verträge.
Die Gründe für diese massiven Kündigungen sind vielfältig. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, die oft nicht transparent sind, sowie eine enttäuschende Rendite haben das Vertrauen in die Riester-Rente stark erschüttert. Viele Sparer mussten feststellen, dass sie mit anderen Anlageformen, wie beispielsweise einem MSCI-World-Sparplan, deutlich bessere Ergebnisse erzielt hätten.
Die finanziellen Verluste der Sparer
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Riester-Sparer im Vergleich zu einem alternativen Altersvorsorgedepot, das seit 2002 existiert, erheblich schlechter dastehen. Während ein konventionelles ETF-Depot bei einer Nettorendite von etwa 6,2 Prozent auf einen Depotwert von rund 89.732 Euro angewachsen wäre, liegt der Wert eines Riester-Vertrags bei nur etwa 46.845 Euro. Diese Differenz von rund 43.000 Euro verdeutlicht die massiven Nachteile der Riester-Rente.
Die Gründe für diese schlechten Ergebnisse sind klar: Hohe Produktkosten, eine Beitragsgarantie, die Renditen schmälert, und eine generelle Schwäche der angebotenen Produkte. Viele Riester-Verträge bieten nicht einmal eine Bruttorendite von 2 Prozent, was nach Abzug der Kosten zu einem kaum nennenswerten Ertrag führt.
Die Reform der Altersvorsorge ab 2027
- Rund 43.000 Euro Verlust pro Riester-Sparer seit 2002
- Über 5 Millionen Riester-Verträge wurden seit 2002 gekündigt
- 266.000 Kündigungen allein im Jahr 2024
Mit der Abschaffung der Riester-Rente wird ein neues Konzept der Altersvorsorge eingeführt. Ab 2027 soll ein Altersvorsorgedepot zur Verfügung stehen, das es den Sparern ermöglicht, ihr Geld direkt in Fonds oder ETFs zu investieren. Diese Reform zielt darauf ab, die Altersvorsorge günstiger, renditestärker und unbürokratischer zu gestalten. Ein zentrales Element der Reform ist die Abkehr von der bisherigen Beitragsgarantie, die als Hauptmerkmal der Riester-Rente galt.
Die neue Förderung wird sich nicht mehr nach dem Einkommen richten, sondern allein von der Sparleistung abhängen. Für die ersten 360 Euro an Einzahlungen erhalten Sparer eine Grundzulage von 50 Cent pro eingezahltem Euro, während für weitere Einzahlungen bis zu 1.800 Euro nur noch 25 Cent pro Euro gewährt werden. Maximal können so 540 Euro an staatlicher Förderung erhalten werden.
Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des neuen Altersvorsorgedepots könnten erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Anleger, die bisher in Riester-Produkte investiert haben, könnten sich verstärkt in Richtung ETFs und Aktien orientieren, was zu einer erhöhten Nachfrage nach diesen Anlageformen führen könnte. Dies könnte auch die Kurse an den Börsen beeinflussen, insbesondere wenn eine große Anzahl von Sparern ihre Gelder umschichtet.
Darüber hinaus könnte die Reform der Altersvorsorge auch die Diskussion über die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des Rentensystems in Deutschland anstoßen. Angesichts der demografischen Veränderungen und der steigenden Lebenserwartung wird es immer wichtiger, dass die Altersvorsorge nachhaltig und zukunftssicher gestaltet wird.
Fazit

Die Riester-Rente wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft, was für viele Sparer erhebliche finanzielle Verluste bedeutet. Im Durchschnitt haben Riester-Sparer seit 2002 etwa 43.000 Euro verloren. Die Reform der Altersvorsorge, die ein neues Altersvorsorgedepot einführt, könnte eine Chance bieten, die Altersvorsorge attraktiver zu gestalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die Finanzmärkte und die Sparer auswirken werden.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Warum wird die Riester-Rente abgeschafft?
Wie viel Geld haben Sparer verloren?
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Welche Alternativen gibt es zur Riester-Rente?
Quellen: Google News
Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge: Riester-Rente · Foto: Picas Joe / Pexels


