⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.08.2026
Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Prognos prognostiziert für die deutsche Wirtschaft bis 2045 ein durchschnittliches Wachstum von lediglich 0,9 Prozent pro Jahr. Diese bescheidenen Aussichten werfen Fragen auf, insbesondere für Anleger und die Finanzmärkte.
- Langsame wirtschaftliche Erholung bis 2045
- Wachstum hängt von technologischem Fortschritt ab
- Anleger müssen sich auf volatile Märkte einstellen
Die deutsche Wirtschaft steht vor einer herausfordernden Zukunft. Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Prognos, die für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt wurde, prognostiziert bis 2045 ein durchschnittliches Wachstum von lediglich 0,9 Prozent pro Jahr. Diese bescheidenen Aussichten werfen nicht nur Fragen zur wirtschaftlichen Stabilität auf, sondern auch zur Attraktivität des deutschen Marktes für Investoren und Unternehmen.
Was ist die Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland?

Die Prognos-Studie hebt hervor, dass das prognostizierte Wachstum von 0,9 Prozent nicht einfach eine Fortsetzung vergangener Trends darstellt. Vielmehr basiert die Schätzung auf der Annahme, dass sowohl technologische Fortschritte als auch politische Maßnahmen zur Bewältigung zentraler struktureller Herausforderungen notwendig sind. Dazu gehören unter anderem die Schaffung von Arbeitsanreizen für Frauen und Rentner, um den Rückgang der Erwerbsbevölkerung zu verlangsamen.
Die Forscher betonen, dass ohne signifikante Investitionen in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und andere technologische Innovationen die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen könnte. Dies bedeutet, dass Unternehmen gezwungen sind, ihre Produktionsprozesse zu modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum?
Die Studie identifiziert mehrere zentrale Faktoren, die das Wachstum der deutschen Wirtschaft beeinflussen werden. Dazu zählen die Digitalisierung, die notwendige Dekarbonisierung der Wirtschaft, der demografische Wandel sowie eine veränderte internationale Arbeitsteilung. Diese Faktoren werden die Wirtschaftsstruktur erheblich verändern, sodass in Zukunft andere Waren und Dienstleistungen erstellt werden als heute.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Klimawandel, der insbesondere energieintensive Branchen wie die Chemie-, Zement- und Automobilindustrie unter Druck setzt. Die Umstellung auf Elektromobilität und die Notwendigkeit, klimafreundliche Produktionsmethoden zu entwickeln, werden tiefgreifende Veränderungen in diesen Sektoren nach sich ziehen.
Wie wirkt sich das langsame Wachstum auf Anleger aus?
- Prognostiziertes Wachstum: 0,9 Prozent bis 2045
- Studie von Prognos für die VBW
- Zentrale Herausforderungen: Digitalisierung, Demografie, Klimawandel
Für Anleger bedeutet das langsame Wachstum, dass sie ihre Strategien überdenken müssen. Ein moderates Wachstum könnte dazu führen, dass die Unternehmensgewinne stagnieren oder nur langsam steigen, was sich negativ auf die Aktienkurse auswirken könnte. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die Volatilität an den Märkten zunehmen könnte, da Investoren auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren.
Darüber hinaus könnte ein langsames Wachstum auch die Zinsen beeinflussen. Zentralbanken könnten gezwungen sein, die Zinsen niedrig zu halten, um die Wirtschaft zu stimulieren. Dies könnte zu einer anhaltenden Niedrigzinsphase führen, die sowohl für Sparer als auch für Investoren Herausforderungen mit sich bringt.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Die Prognos-Studie zeigt, dass insbesondere die Chemie-, Zement- und Automobilindustrie vor tiefgreifenden Veränderungen stehen. Diese Branchen müssen sich nicht nur an neue Technologien anpassen, sondern auch ihre Produktionsmethoden überdenken, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Der Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China, nimmt spürbar zu, was die Notwendigkeit zur Innovation weiter verstärkt.
Langfristig eröffnen sich jedoch auch erhebliche Marktchancen in Zukunftsfeldern wie grünen Technologien, klimafreundlichen Materialien und neuen Mobilitätsdiensten. Unternehmen, die in der Lage sind, innovative Lösungen zu entwickeln und sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen, könnten von diesen Entwicklungen profitieren.
Was sind die langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt?
Die wirtschaftlichen Belastungen machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Erwerbslosen stieg 2025 um rund 161.000 Personen auf 1,7 Millionen. Zugleich ging die Zahl der offenen Stellen weiter zurück und lag mit rund 1,1 Millionen wieder auf dem Niveau des von der COVID-19-Pandemie geprägten Jahres 2020. Der Arbeitsmarkt bleibt perspektivisch vor allem durch Fachkräfteengpässe geprägt, da aufgrund des demografischen Wandels immer weniger junge Arbeitskräfte nachrücken.
Die Prognos-Forscher machen deutlich, dass sich die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes erheblich verändern wird. In Deutschland werden künftig andere Waren und Dienstleistungen erstellt als heute, und die Menschen werden in anderen Bereichen arbeiten. Diese Veränderungen erfordern eine Anpassung der Bildungssysteme und der beruflichen Weiterbildung, um den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden.
Fazit

Die Prognosen für die deutsche Wirtschaft bis 2045 sind bescheiden und werfen zahlreiche Fragen auf. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von nur 0,9 Prozent pro Jahr müssen sowohl Unternehmen als auch Anleger sich auf eine volatile Marktentwicklung einstellen. Technologischer Fortschritt und politische Maßnahmen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und neue Wachstumsquellen zu erschließen. Anleger sollten besonders auf Unternehmen achten, die in der Lage sind, innovative Lösungen zu entwickeln und sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen.
Häufige Fragen
Was ist die Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland?
Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum?
Wie wirkt sich das langsame Wachstum auf Anleger aus?
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Was sind die langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wirtschaftswachstum und technologische Innovation · Foto: RDNE Stock project / Pexels


