StartFinanzwissenAltersvorsorgeDer große Vergleich von Riester oder Rürup erklärt sinnvoll und verständlich

Der große Vergleich von Riester oder Rürup erklärt sinnvoll und verständlich

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Auf einen Blick

  • Riester-Rente fördert v.a. Familien mit Kindern durch Zulagen.
  • Rürup-Rente ist steuerlich für Selbstständige attraktiv.
  • Gesetzliche Rente deckt oft nur 40-50% des Nettogehalts.
  • Riester kombiniert Zulagen und Steuerersparnisse, Rürup nur Steuervorteile.
Fakten auf einen Blick

  • Gesetzliche Rente ca. 40-50% des Nettogehalts
  • Riester-Zulage bis 175 Euro Grundzulage jährlich
  • Kinderzulage Riester bis 300 Euro jährlich
  • Rürup-Sonderausgaben bis 26.528 Euro (Stand 2024)

Der große Vergleich von Riester oder Rürup erklärt sinnvoll und verständlich

Privat für das Alter vorsorgen – doch welche Form der staatlich geförderten Altersvorsorge ist die richtige Wahl? Wer vor der Entscheidung steht, riester oder rürup abzuschließen, steht schnell vor einer Vielzahl an Angeboten, Bedingungen und steuerrechtlichen Fragen. Gerade wenn Familienplanung, Selbstständigkeit oder die aktuelle Einkommenssituation eine Rolle spielen, wirkt der Vergleich komplex und unübersichtlich.

Die Unterschiede zwischen Riester- und Rürup-Rente betreffen nicht nur die Zielgruppen, sondern auch die Art der Förderung und Flexibilität bei Beitrag, Auszahlung und Vererbbarkeit. Beispielsweise bietet die Riester-Rente für Eltern mit Kindern attraktiv gestaltete Zusatzzahlungen, während die Rürup-Rente insbesondere für Selbstständige steuerliche Vorteile mit sich bringt.

Wer sich eingehender mit riester oder rürup auseinandersetzen möchte, sollte die jeweiligen Vor- und Nachteile, die Förderbedingungen sowie die langfristigen Auswirkungen auf die Altersversorgung genau kennen. Deshalb ist ein fundierter Vergleich essenziell, um eine Entscheidung zu treffen, die den individuellen Lebensumständen und Sparzielen gerecht wird.

Warum die Wahl zwischen Riester oder Rürup für Ihre Altersvorsorge entscheidend ist

Die wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben die gesetzliche Rentenversicherung stark belastet. Sinkende Renten und die daraus resultierenden Versorgungslücken sind inzwischen Realität für viele Beitragszahler, was den Bedarf an privater Ergänzung zur Altersvorsorge deutlich macht. Die Wahl zwischen Riester oder Rürup stellt dabei eine zentrale Entscheidung dar, denn beide Produkte sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und bieten unterschiedliche Fördermodelle, die sich maßgeblich auf die spätere Rente auswirken können.

Ausgangssituation – Das Problem der sinkenden gesetzlichen Rente und Versorgungslücken

Die gesetzliche Rente beträgt aktuell oft nur noch etwa 40 bis 50 Prozent des letzten Nettogehalts, was besonders bei niedrigen Einkommen und längeren Zeiten der Arbeitslosigkeit zu erheblichen Lücken führt. Für viele Berufstätige reicht die gesetzliche Absicherung nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Hier setzen sowohl die Riester- als auch die Rürup-Rente an, jedoch mit unterschiedlichen Stärken. Während die Riester-Rente besonders für Arbeitnehmer mit Kindern durch direkte Zulagen attraktiv ist, eignet sich die Rürup-Rente vor allem für Selbstständige und Freiberufler, die keine Riester-Zulagen erhalten, aber trotzdem steuerlich gefördert vorsorgen möchten.

Typische Zielgruppen und ihre Besonderheiten bei der Altersvorsorge

Die Riester-Rente richtet sich primär an sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Beamte, insbesondere Familien mit Kindern profitieren hier von zusätzlichen staatlichen Zulagen. Hingegen ist die Rürup-Rente für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdiener konzipiert, die steuerliche Vorteile bei der Altersvorsorge nutzen möchten, da die eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben absetzbar sind. Ein häufiger Fehler besteht darin, dass Selbstständige die Riester-Rente wählen, ohne von den dortigen Zulagen zu profitieren, was die Förderung stark abschwächt und die Rendite schmälert.

Wie Förderungen die Entscheidung beeinflussen – Ein kurzer Überblick

Der entscheidende Unterschied liegt in der Art und Weise der Förderung: Die Riester-Rente kombiniert direkte Zulagen mit steuerlichen Vorteilen, während die Rürup-Rente ausschließlich über Steuerersparnisse funktioniert. Für Angestellte mit Kindern lohnt sich Riester daher oft mehr, da sie jährlich bis zu 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro Kinderzulage erhalten können. Selbstständige profitieren hingegen von der Rürup-Rente, bei der bis zu 26.528 Euro (Stand 2024) als Sonderausgaben geltend gemacht werden dürfen, was besonders bei hohen Einkommen steuerlich attraktiv ist. Ein Tipp: Prüfen Sie vor Vertragsabschluss, wie sich die konkrete Förderung auf Ihre persönliche Steuerschuld auswirkt, denn hier liegen die größten Unterschiede und Potenziale.

Die Entscheidung für riester oder rürup sollte also immer auf Basis der individuellen Lebenssituation, Einkommen und Familienstatus getroffen werden, um Förderungen optimal zu nutzen und Versorgungslücken gezielt zu schließen. Wer sich unsicher ist, sollte eine ausführliche Beratung in Anspruch nehmen oder Förderrechner nutzen, um die beste Lösung zu identifizieren.

Zentrale Unterschiede der Riester- und Rürup-Rente im Überblick

Fördermechanismen und steuerliche Behandlung im Direktvergleich

Die Riester-Rente basiert primär auf staatlichen Zulagen und einer direkten Förderung der eingezahlten Beiträge, die insbesondere Familien mit Kindern oder Geringverdiener anspricht. Dabei werden die Beiträge bis zu 2.100 Euro jährlich mit einer Grundzulage und gegebenenfalls Kinderzulagen staatlich bezuschusst. Im Gegensatz dazu funktioniert die Rürup-Rente ausschließlich über die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge bis zu hohen Höchstbeträgen (2024 sind bis zu 28.123 Euro für Ledige berücksichtigt). Die Steuerersparnis erfolgt somit vor der Auszahlung in der Ansparphase, während bei der Riester-Rente die Förderung eher direkt durch Zulagen und Steuererstattungen erfolgt. Rentenzahlungen aus beiden Modellen sind später steuerpflichtig, wobei die Rürup-Rente aufgrund des späteren Besteuerungszeitpunkts im Rentenalter oft als Steuerschonender gilt.

Beitrags- und Verfügbarkeitsszenarien: Wer profitiert wann?

Die Riester-Rente eignet sich besonders für Angestellte und Geringverdiener, die von den Zulagen profitieren und zusätzlich auch freiwillige Beiträge leisten können. Eine vorzeitige Verfügbarkeit ist jedoch strikt eingeschränkt; das Kapital muss in der Regel bis zum Renteneintritt gebunden bleiben. Die Rürup-Rente, häufig von Selbstständigen genutzt, erlaubt ebenfalls keine vorzeitige Auszahlung und setzt auf eine lebenslange Rentenzahlung. Aufgrund der höheren steuerlichen Absetzbarkeit sind hier oft höhere Beiträge möglich, was langfristig zu größeren Rentenansprüchen führen kann. Wer Wert auf flexibel aus dem Erwerbsleben planbare Sparraten legt, wird bei beiden Modellen auf vertragliche Bedingungen achten müssen, da insbesondere bei der Rürup-Rente Bindungsfristen und Einmalzahlungen oft vorherrschen.

Vererbbarkeit, Flexibilität und Vertragsbindung – Wichtige Differenzen

Ein entscheidender Unterschied liegt bei der Vererbbarkeit: Die Riester-Rente erlaubt im Todesfall eine Übertragung des Kapitals oder der Ansprüche auf Hinterbliebene. Hingegen ist die Rürup-Rente streng personenbezogen und kann in aller Regel nicht vererbt werden, da sie als Basisrente eine reine Altersvorsorge darstellt. Flexibilität im Vertrag zeigt sich bei der Riester-Rente durch mögliche Beitragsfreistellungen oder Anpassungen der Einzahlungshöhe. Die Rürup-Rente hingegen bindet die Versicherten langfristig und schränkt Kapitalentnahmen aus. Für Selbstständige ohne Zugang zum gesetzlichen Rentensystem ist die Rürup-Rente oft die einzige steuerlich geförderte Option, während Arbeitnehmer mit Zulagenanspruch die Riester-Rente bevorzugen sollten.

Kriterium Riester-Rente Rürup-Rente
Fördermechanismus Direkte Zulagen + Steuervergünstigungen Steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge
Beitragsgrenzen (2024) Bis 2.100 € mit Zulagen Bis ca. 28.123 € (Ledige steuerlich absetzbar)
Verfügbarkeit Stark eingeschränkt, nur bei Renteneintritt Keine vorzeitige Auszahlung möglich
Vererbbarkeit Ja, Kapital/Ansprüche auf Hinterbliebene Nein, keine Vererbung vorgesehen
Flexibilität Beitragsanpassungen und Teilfreistellung möglich Langfristige Bindung, geringere Flexibilität

Pro und Contra in der Übersicht zeigen, dass die Riester-Rente durch staatliche Zulagen insbesondere Familien unterstützt, während die Rürup-Rente für Selbstständige mit höheren steuerlichen Abzugsmöglichkeiten und größeren Beitragsvolumina attraktiver ist. Tipp: Gerade bei der Entscheidung zwischen riester oder rürup sollte man seine individuelle Lebenssituation, den Zugang zum gesetzlichen Rentensystem und den Vererblichkeitsbedarf genau prüfen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Weiterführende Informationen zur Basisrente (Rürup) bietet beispielsweise die Praktische Entscheidungshilfen: Wann ist Riester die bessere Wahl?

Die Riester-Rente bietet insbesondere für Familien mit Kindern und sozialversicherungspflichtige Angestellte Vorteile, die bei der Entscheidung zwischen Riester oder Rürup entscheidend sein können. Wichtig sind die staatlichen Zulagen, die Riester speziell für Kinder zahlt: Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhalten Sparer jährlich bis zu 300 Euro zusätzlich als Kinderzulage, was die Effektivität dieser Altersvorsorge deutlich steigert. Für eine Familie mit zwei Kindern kann sich diese Förderung schnell auf mehrere hundert Euro im Jahr summieren und somit die Gesamtrendite erhöhen.

Geringverdiener profitieren besonders von den Grundzulagen und den steuerlichen Vorteilen, da die Riester-Förderung über direkte Zulagen und eine zusätzliche Steuerersparnis wirkt. Angestellte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können so belastbare Ergänzungen für das Rentenalter aufbauen, ohne zentrale Sozialleistungen zu verlieren. Im Gegensatz zur Rürup-Rente, die vor allem für Selbstständige sinnvoll ist, sind Riester-Verträge bei Arbeitnehmern häufig günstiger und flexibler.

Praktische Beispiele verdeutlichen diesen Vorteil: Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und einem Haushaltseinkommen von 35.000 Euro erzielt schon durch die staatliche Grundzulage von 175 Euro pro Person plus 600 Euro Kinderzulagen jährliche Zuschüsse von rund 950 Euro. Diese Förderung kann durch eigene Beiträge von etwa 4 % des Bruttoeinkommens optimiert werden, um die maximale Zulage zu erreichen. Solche Konstellationen sind typische Riester-Fälle, in denen die staatliche Unterstützung die private Altersvorsorge deutlich attraktiver macht.

Tipp: Wer vor allem auf Familienzulagen und sozialversicherungsrechtliche Absicherung Wert legt, sollte Riester als vorrangige Option prüfen, vor allem wenn das Einkommen nicht überdurchschnittlich hoch ist. Die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge wirkt sich hier zusätzlich positiv aus. Wer hingegen selbstständig oder freiberuflich ohne Pflichtversicherung ist, profitiert meist mehr von Rürup.
Kriterium Riester-Rente Rürup-Rente
Zielgruppe Arbeitnehmer, Familien mit Kindern, Geringverdiener Selbstständige, Freiberufler, Gutverdiener ohne Sozialversicherungspflicht
Förderung Staatliche Zulagen (Grund- und Kinderzulagen), Steuerersparnis Vor allem Steuerersparnis, keine Kinderzulagen
Flexibilität Eingeschränkte Vererbbarkeit, Kapitalwahlrecht bei Auszahlung Keine Kapitalauszahlung, lebenslange Rente
Sozialversicherung Beiträge zählen in der Regel in die Rentenversicherung ein Keine Anrechnung auf gesetzliche Rentenversicherung

Pro Riester: Staatliche Zulagen für Familien, gute Förderung für Angestellte, einfache Kombination mit gesetzlicher Rentenversicherung.

Contra Riester: Wenig sinnvoll bei hohem Einkommen ohne Kinder, komplizierte Vertragsmodelle, mögliche Abschläge bei Auszahlung.

Empfehlung: Riester lohnt sich besonders für Familien und Geringverdiener mit sozialversicherungspflichtiger Tätigkeit, da hier die direkte staatliche Förderung am höchsten und der Aufwand überschaubar ist. Bei Selbstständigen ohne Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung ist hingegen Rürup häufig die bessere Wahl.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite der Bundesregierung zur Riester-Rente und den Verbraucherinformationen der Verbraucherzentrale.

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente besonders?

Selbstständige und Freiberufler: Warum Rürup oft die bessere Option ist

Für Selbstständige und Freiberufler ist die Rürup-Rente häufig die attraktivere Wahl, da sie keine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung haben und somit keine Riester-Förderung erhalten können. Die Basisrente macht es möglich, gezielt Versorgungslücken zu schließen und gleichzeitig hohe Beiträge steuerlich geltend zu machen. Die Einzahlungen können bis zu 96 % der geleisteten Beiträge als Sonderausgaben absetzen, was bei einem Jahreseinkommen von etwa 70.000 Euro bis zu 10.000 Euro Steuervorteil bedeuten kann. Dabei ist die Rürup-Rente flexibel gestaltbar und gilt als insolvenz- und pfändungssicher, was im unternehmerischen Umfeld zusätzlichen Schutz bietet.

Steuerliche Vorteile bei hohen Einkommen – Jahresbeispiele mit Berechnung

Die steuerlichen Vorteile der Rürup-Rente steigen mit dem Einkommen, da die absetzbaren Beiträge direkt die Steuerlast mindern. Im Jahr 2026 können bis zu 26.528 Euro (bzw. 53.056 Euro bei Verheirateten) als Basisrentenbeiträge steuerlich berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Ein Freiberufler mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 80.000 Euro zahlt 20.000 Euro in die Rürup-Rente ein. Davon lassen sich 96 % steuerlich geltend machen, was etwa 19.200 Euro entspricht. Bei einem Grenzsteuersatz von rund 42 % spart er somit effektiv etwa 8.060 Euro an Steuern jährlich. Diese Vorteile entfallen bei der Riester-Rente weitgehend, da dort mehr auf Zulagen und weniger auf direkte Steuerersparnis gesetzt wird.

Vorsicht bei der Auszahlung: Rentenversteuerung und Flexibilitätsgrenzen

Anders als bei der Riester-Rente ist die Auszahlung der Rürup-Rente ausschließlich als lebenslange Leibrente vorgesehen, eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich. Dabei unterliegt die Rente der nachgelagerten Besteuerung: 2026 müssen bereits 83 % der ausgezahlten Renten versteuert werden – ein Prozentsatz, der jährlich steigt, bis er 2040 volle 100 % erreicht. Das kann insbesondere für Gutverdiener im Alter höhere Steuerzahlungen bedeuten. Zudem sind die Auszahlungsmodalitäten weniger flexibel, eine vorzeitige Kündigung oder dynamische Entnahmen sind ausgeschlossen. Wer eine flexible Entsparung anstrebt, sollte dies vor Vertragsabschluss sorgfältig prüfen.

Tipp: Selbstständige mit schwankendem Einkommen sollten die Beitragshöhe regelmäßig anpassen, um nicht unnötig viel Kapital zu binden und gleichzeitig maximale Steuervorteile zu sichern.
Vergleich Rürup-Rente vs. Riester-Rente für Selbstständige
Kriterium Rürup-Rente Riester-Rente
Zielgruppe Selbstständige, Freiberufler Beschäftigte, Familien mit Kindern
Steuervorteil Bis zu 96 % der Beiträge absetzbar Staatliche Zulagen + geringe Steuerersparnis
Auszahlung Lebenslange Leibrente, versteuert Rente oder Kapitalauszahlung möglich
Flexibilität Niedrig, keine Kapitalauszahlung Höher, auch kapitalisierbar
Pfändungsschutz Ja Nein

Pro Rürup:

  • Hohe steuerliche Entlastung bei großen Einkünften
  • Absicherung berufsgruppenunabhängig
  • Insolvenz- und Pfändungsschutz

Contra Rürup:

  • Geringe Flexibilität bei Auszahlung
  • Nachgelagerte vollumfängliche Rentenversteuerung
  • Keine Förderung für Angestellte oder Familien

Empfehlung: Für Selbstständige und Freiberufler

Checkliste und häufige Fehler bei der Wahl zwischen Riester oder Rürup

Wer vor der Entscheidung steht, ob Riester oder Rürup als Altersvorsorge sinnvoller ist, sollte vor Vertragsabschluss sorgfältig verschiedene Kriterien abwägen. Zunächst ist der persönliche Status wichtig: Die Riester-Rente lohnt sich überwiegend für Arbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen und Familien mit Kindern, da hier besonders die staatlichen Zulagen und Steuervergünstigungen zum Tragen kommen. Selbstständige und Freiberufler, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, profitieren eher von der steuerlich geförderten Rürup-Rente, die insbesondere wegen ihrer hohen maximal absetzbaren Beiträge attraktiv ist. Berücksichtigen Sie auch, ob Sie langfristig Flexibilität benötigen, denn Riester-Verträge bieten teilweise mehr Möglichkeiten für Auszahlungen zu Lebzeiten, während Rürup-Renten auf eine lebenslange, oft unvererbliche Rentenzahlung ausgelegt sind.

Achtung: Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Berücksichtigung der Kostenstruktur. Gerade bei Riester-Produkten fallen oft hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an, die die Rendite stark mindern können. Ebenso wird bei Rürup-Verträgen häufig unterschätzt, dass die Auszahlung im Rentenalter voll versteuert werden muss, was die Nettoleistung schmälert. Tipp: Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die tatsächlichen Kostenquoten (TER) sowie Bedingungen zur Kapitalverfügbarkeit und Rentengarantie, um spätere böse Überraschungen zu vermeiden.

Kurzer Refresh 2026: Was hat sich bei Riester- und Rürup-Rente geändert?

Im Jahr 2026 wurden die Riester- und Rürup-Renten reformiert, um sie günstiger, flexibler und renditeträchtiger zu gestalten. Die staatlichen Förderungen der Riester-Rente wurden neu justiert, wobei vor allem die Grundzulage leicht erhöht wurde, während der Aufwand für den Nachweis von Förderberechtigungen vereinfacht wurde. Zudem wurden Riester-Produkte mit kostengünstigeren Fondssparplänen ergänzt, um die negativen Renditeaussichten zu verbessern. Für die Rürup-Rente wurden die steuerlichen Absetzbarkeitssätze weiter angehoben, die maximale Förderung stieg damit auf über 96 % der Altersvorsorgeaufwendungen im Jahr 2026. Gleichzeitig erlaubt der Gesetzgeber bei Rürup-Verträgen jetzt eingeschränkte Teilauszahlungen im Rentenalter, was vorher selten möglich war. Dennoch bleiben Rürup-Modelle vor allem für höher verdienende Selbstständige und Besserverdiener attraktiv, während Riester weiterhin Familien mit Kindern finanziell unterstützt.

Kriterium Riester-Rente Rürup-Rente
Zielgruppe Arbeitnehmer, Familien mit Kindern Selbstständige, Freiberufler, Besserverdiener
Förderart Staatliche Zulagen + Steuerersparnis Steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge
Flexibilität Auszahlung Teilweise Kapitalauszahlung möglich Lebenslange Rente, Teilauszahlung begrenzt
Kosten Höhere Abschluss- und Verwaltungskosten Sehr unterschiedlich, oft günstiger als Riester
Vererbbarkeit Begrenzt, immer häufiger ergänzt um Hinterbliebenenschutz Meist nicht vererbbar

Pro und Contra Riester:

  • + Staatliche Zulagen und Förderung für Familien
  • − Oft hohe Kosten und eingeschränkte Flexibilität

Pro und Contra Rürup:

  • + Sehr gute steuerliche Absetzbarkeit und hohe Beiträge möglich
  • − Geringe Flexibilität bei Auszahlung, schwer vererbbar
Fazit: Riester bleibt die bessere Wahl für Arbeitnehmer mit Zulagenanspruch und Familien, die von staatlichen Förderungen profitieren möchten. Für Selbstständige und Gutverdiener ist die Rürup-Rente meist geeigneter, da sie höhere steuerliche Vorteile bei größeren Sparbeiträgen bietet und exakt auf Versorgungslücken

Fazit

Ob „riester oder rürup“ besser passt, hängt vor allem von Ihrer individuellen Lebenssituation ab: Wer von Zulagen profitiert und eine staatlich geförderte Altersvorsorge mit flexibler Beitragszahlung sucht, findet im Riester-Vertrag oft die sinnvollere Wahl. Für Selbstständige oder gutverdienende Arbeitnehmer, die hauptsächlich eine steuerlich attraktive Vorsorge ohne Zulagen wünschen, ist die Rürup-Rente meist vorteilhafter. Entscheidend ist, dass Sie Ihre persönlichen Ziele, Einkommensverhältnisse und Familienstand genau prüfen, um die optimale Form der Altersvorsorge zu bestimmen.

Ein sinnvoller nächster Schritt ist, Ihre individuelle Situation mit einem Experten zu analysieren oder mithilfe von Vergleichsrechnern konkrete Zahlen und Fördermöglichkeiten durchzuspielen. So kommen Sie zu einer fundierten Entscheidung, die langfristig sowohl Sicherheit als auch finanzielle Vorteile bietet.

Häufige Fragen

Was sind die Hauptunterschiede zwischen Riester- und Rürup-Rente?

Die Riester-Rente ist besonders für Angestellte und Familien mit Kindern attraktiv, da sie Zulagen und Steuervergünstigungen bietet. Die Rürup-Rente richtet sich hauptsächlich an Selbstständige und Freiberufler, mit Förderung vor allem durch Steuervorteile bei den Beiträgen.

Für wen lohnt sich die Riester-Rente 2026 besonders?

Die Riester-Rente ist für Geringverdiener und Familien mit Kindern sinnvoll, da sie direkte Zulagen und Steuervorteile erhalten. Wer rentenversicherungspflichtig ist, profitiert am meisten von dieser Form der Altersvorsorge.

Welche steuerlichen Vorteile bieten Riester- und Rürup-Rente?

Die Riester-Rente bietet Zulagen und steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge bis zu bestimmten Höchstgrenzen. Bei der Rürup-Rente werden Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht, besonders vorteilhaft für Gutverdiener und Selbstständige.

Sind Riester- oder Rürup-Renten vererbbar oder übertragbar?

Die Riester-Rente ist nur eingeschränkt vererbbar, oftmals als Rentenzahlung an Hinterbliebene. Die Rürup-Rente hat ebenfalls eingeschränkte Vererbbarkeit, oft als Hinterbliebenenrente geregelt, aber keine reguläre Kapitalauszahlung.

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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Aktualisiert: 11.06.2026, 09:34 Uhr · Kurse ggf. verzögert