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- Ein einzelner ETF reicht oft nicht für vollständige Diversifikation.
- Diversifikation über Regionen und Branchen ist entscheidend.
- Zwei bis fünf ETFs ergänzen das Portfolio sinnvoll.
- Mehr ETFs erhöhen Aufwand und Kosten, nicht immer besser.
- Welt-ETFs enthalten oft hohen Anteil an US-Technologiewerten
- Empfohlene Anzahl ETFs: zwei bis fünf
Wie viele ETFs im Portfolio sind sinnvoll?
Die Frage, wie viele ETFs im Portfolio sinnvoll sind, beschäftigt viele Anleger, die eine ausgewogene Geldanlage anstreben. Ein diversifiziertes Portfolio bildet die Grundlage für eine ausgewogene Risiko- und Renditechance. Doch reicht ein einzelner ETF aus, um alle wichtigen Märkte und Branchen abzudecken, oder sollten mehrere ETFs kombiniert werden, um das Klumpenrisiko zu verringern? Bei der Entscheidung spielt die Abwägung zwischen Diversifikation, Kosten und Aufwand eine entscheidende Rolle.
Wer heute an ETFs denkt, verbindet oft eine breite Streuung des Kapitals über Länder und Branchen hinweg. Dennoch ist die bloße Anzahl der ETFs im Depot nicht das alleinige Qualitätsmerkmal eines Portfolios. Vielmehr ist entscheidend, welche Märkte, Sektoren und Anlagestrategien abgedeckt werden. Manche ETF-Anleger setzen auf wenige, breit gestreute Produkte wie einen Welt-ETF, während andere durch mehrere spezialisierte ETFs gezielt Chancen in verschiedenen Regionen oder Branchen nutzen wollen. Wie viele ETFs im Portfolio tatsächlich sinnvoll sind, hängt daher auch von den individuellen Zielen und der Risikobereitschaft ab.
Ein weiterer Aspekt ist die Verwaltung des Portfolios: Mit jedem zusätzlichen ETF steigt der Aufwand für Überwachung und gegebenenfalls das Rebalancing. Gleichzeitig wird das Risiko einzelner Marktbereiche reduziert—doch gilt: Mehr ist nicht immer besser. Der optimale Mix aus zu wenigen und zu vielen ETFs schafft eine effektive Balance zwischen Diversifikation, Übersichtlichkeit und Kosten. Deshalb stellt sich für jeden Anleger die zentrale Frage, die mit Blick auf Ausstattung und Strategie individuell beantwortet werden muss.
Überraschende Beobachtung: Warum ein einzelner ETF oft nicht reicht
Ein einzelner ETF mag auf den ersten Blick wie eine einfache und kostengünstige Lösung für eine ausgewogene Geldanlage erscheinen. Doch die Grenzen der Diversifikation sind bei nur einem ETF schnell erreicht, vor allem wenn es sich um einen sogenannten Welt-ETF handelt. Zwar decken Welt-ETFs zahlreiche Länder und Branchen ab, aber sie zeigen oft deutliche Lücken bei der Branchen- und Regionalgewichtung, was das Risiko einer einseitigen Marktexponierung erhöht.
Beispielsweise enthalten viele Welt-ETFs einen erheblichen Anteil an US-Technologiewerten, während andere wichtige Volkswirtschaften oder Sektoren erheblich unterrepräsentiert bleiben. Anleger, die ausschließlich einen globalen ETF halten, laufen somit Gefahr, eine unausgewogene Gewichtung zu tragen, die sich negativ auf das Risiko-Rendite-Profil auswirken kann. Bei Ereignissen, die einzelne Regionen oder Branchen betreffen, kann sich das Risiko durch mangelnde Diversifikation ungewollt erhöhen.
Das zentrale Dilemma besteht darin, dass Einfachheit und breit gefächerte Absicherung sich im ETF-Bereich nicht immer decken. Ein einzelner ETF bietet zwar eine einfache Handhabung und niedrige Kosten, doch die damit verbundene Portfoliostruktur kann trotz scheinbarer Diversifikation Klumpenrisiken enthalten. Dies führt oft zu einer Unterdiversifikation auf Sektoren- und Länderebene, die Anleger nur durch zusätzliche ETFs begegnen können.
Die goldene Mitte: Wie viele ETFs optimieren Diversifikation und Übersichtlichkeit
Ein gut strukturierter ETF-Anteil im Portfolio ist essenziell, um eine ausgewogene Diversifikation zu erreichen, ohne die Übersichtlichkeit zu verlieren. Die Frage, wie viele ETFs im Portfolio sinnvoll sind, lässt sich vor allem durch die Balance zwischen Risikoabsicherung und Handhabbarkeit beantworten. Ein kleines ETF-Portfolio mit einer mittleren einstelligen Anzahl von Fonds, meist 3 bis 5, ist hier oft ideal. Diese Anzahl erlaubt es, Risiken über verschiedene Märkte, Regionen und Branchen zu streuen, ohne dass Anleger den Überblick über ihre Investments verlieren.
Besonders kleine Portfolios mit etwa zwei bis drei ETFs bieten bereits spürbare Diversifikationseffekte. Ein häufig gewähltes Beispiel ist die Kombination aus einem breit gestreuten Welt-ETF sowie einem zusätzlichen Europa- oder Schwellenländer-ETF. Dadurch können Anleger von globalen Wachstumschancen profitieren und zugleich regionale Schwankungen abfedern. In einer Variante mit fünf ETFs lässt sich zudem gezielt in unterschiedliche Sektor- oder Themen-ETFs investieren, was die Streuung noch weiter optimiert. Allerdings steigt mit jeder weiteren Position der Aufwand für das Monitoring und die Rebalancierung des Portfolios.
Das Risiko verändert sich mit steigender Anzahl an ETFs deutlich, wenngleich nicht linear. Während der Wechsel von einem zu zwei ETFs das Klumpenrisiko erheblich senkt, bewirken zusätzliche Fonds ab etwa fünf Positionen nur noch marginale Risikominderungen. Eine zu große Zahl an ETFs führt zudem oft zu Überschneidungen bei den zugrundeliegenden Wertpapieren, was den Diversifikationseffekt verwässert. Außerdem kann eine übermäßige Anzahl an Fonds die Transaktionskosten und den administrativen Aufwand unnötig erhöhen.
Ein weiterer häufiger Fehler bei zu vielen ETFs ist, dass Anleger annehmen, dadurch automatisch sicherer zu sein. Oft führt eine breite Streuung ohne Strategie aber eher zu einer Verwässerung der Renditeerwartungen und unnötig komplexen Portfolios. Optimale Portfoliokonzepte setzen daher auf gezielte Auswahl und Kombination weniger, aber gut ausgesuchter ETFs, die komplementär wirken – etwa durch unterschiedliche Gewichtungen globaler Aktien, Anleihen und Rohstoffe.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die goldene Mitte für viele Anleger zwischen drei und fünf ETFs liegt. In diesem Bereich ist das Portfolio ausreichend diversifiziert, behält aber seine Übersichtlichkeit und lässt sich effizient verwalten. Wer Wert auf eine fundierte Risikoabsicherung legt, sollte eher auf die Qualität und strategische Passung der ETFs achten als auf eine rein hohe Anzahl der Fonds.
Fellfallen vermeiden: Häufige Fehler bei der Zusammenstellung mehrerer ETFs
Klumpenrisiken durch Überlappungen – So erkennst du sie
Wer mehrere ETFs in sein Portfolio aufnimmt, läuft Gefahr, gezielt ein vermeintlich breiter diversifiziertes Portfolio zu erstellen, dabei jedoch Klumpenrisiken zu übersehen. Oft investieren ETFs in ähnliche Märkte, Branchen oder sogar die gleichen Einzelwerte. Ein Beispiel: Ein Weltaktien-ETF und ein S&P-500-ETF enthalten oft viele US-amerikanische Großunternehmen, sodass diese Aktien in der Gesamtanlage übergewichtet sind. Um Überlappungen zu erkennen, solltest du die Top-Holdings der ETFs überprüfen und vergleichen sowie die regionalen und sektoralen Gewichtungen analysieren. Tools von ETF-Anbietern oder unabhängige Vergleichsportale helfen dabei, Duplikate und redundante Marktsegmente sichtbar zu machen und so ein echtes Diversifikationsziel zu erreichen.
Kostenfalle: Warum zu viele ETFs die Rendite schmälern können
Viele Anleger unterschätzen, dass mit jedem zusätzlichen ETF auch weitere Kosten verbunden sind. Neben den jährlichen Verwaltungsgebühren kommen gegebenenfalls Ordergebühren, Fondsumschichtungskosten und Steueraufwände hinzu. Besonders bei kleineren Beträgen pro ETF treten diese Kosten stärker hervor und können die Rendite schnell auffressen. Studien zeigen, dass eine moderate Anzahl von ETFs – meist zwischen drei und sechs – in der Praxis vernünftige Diversifikation bietet, ohne die Gesamtkosten unverhältnismäßig zu erhöhen. Wer zu breit aufstellt und etwa zehn oder mehr ETFs kombiniert, kann durch Mehrkosten und komplexere Verwaltung Nettoverluste erleiden, obwohl die Diversifikation objektiv steigt.
Komplexität und Kontrollverlust durch übertriebene Diversifikation
Ein Portfolio mit zu vielen ETFs wird unübersichtlich und schwer steuerbar. Anleger verlieren leicht den Überblick über die tatsächliche Gewichtung einzelner Märkte, Branchen oder Risiken. Außerdem erschwert eine hohe Anzahl an Positionen kurzfristige Anpassungen und Rebalancing-Maßnahmen, vor allem wenn unterschiedliche Steuerregeln oder Fondsstrukturen zum Tragen kommen. Das führt nicht selten dazu, dass ineffiziente Entscheidungen getroffen werden oder wichtige Risiken übersehen bleiben. Für Privatanleger bietet es sich daher an, das Portfolio auf wenige, klar definierte ETFs zu konzentrieren, deren Zusammensetzung man nachvollziehen kann. So bleibt die Kontrolle erhalten und der Aufwand für das Management verhältnismäßig gering.
Checkliste zur optimalen ETF-Auswahl im Portfolio
Die Auswahl der richtigen ETFs ist entscheidend für ein ausgewogenes Portfolio, das den individuellen Anlagezielen und dem Risikoprofil entspricht. Zunächst sollten Sie klar definieren, welche Renditeerwartungen Sie haben und wie viel Risiko Sie bereit sind einzugehen. Ein junger Anleger mit langfristigem Horizont kann beispielsweise ein höheres Risiko tragen und entsprechend stärker in Aktien-ETFs investieren, während ein Anleger in der Nähe des Ruhestands bevorzugt risikoärmere ETFs wählen sollte. Ohne diese Grundlage ist eine sinnvolle ETF-Auswahl kaum möglich.
Ein häufig unterschätzter Fehler bei der Zusammenstellung eines Portfolios ist die mangelnde Diversifikation über Regionen und Branchen hinweg. Ein ETF, der ausschließlich auf den Heimatmarkt setzt, kann extremer Schwankung unterliegen, ebenso wie ein Portfolio, das nur eine Branche abdeckt. Optimal ist deshalb eine Kombination aus mindestens einem breit gestreuten Welt-ETF mit regionalen Ergänzungen, zum Beispiel aus Schwellenländern oder spezifischen Sektoren wie Technologie oder Gesundheitswesen. So vermeiden Sie Klumpenrisiken und profitieren von unterschiedlichen Wachstumschancen.
Achten Sie zudem auf inhaltliche Überschneidungen. Viele ETFs enthalten ähnliche oder identische Einzeltitel, was den Diversifikationseffekt schmälert und das Risiko erhöht. Ein häufiger Fall ist die Kombination mehrerer Aktien-ETFs, die alle große US-Technologiewerte gewichten. Ein Blick auf die Top-10-Bestandteile der ETFs hilft hier, überlappende Positionen zu erkennen. Gleichzeitig sollten die Gesamtkostenquote (TER) und mögliche Transaktionskosten bei der Auswahl berücksichtigt werden. Günstige ETFs ermöglichen langfristig höhere Nettoerträge, gerade wenn Sie mehrere ETFs im Portfolio halten.
Regelmäßiges Rebalancing ist ein oft vernachlässigter Schlüssel zur Balance im ETF-Portfolio. Da sich die Wertentwicklung einzelner ETFs unterschiedlich entwickelt, verschiebt sich die ursprünglich festgelegte Gewichtung mit der Zeit. Ohne Anpassung können Risiken unbemerkt steigen oder Renditechancen verpasst werden. Ein jährliches oder halbjährliches Rebalancing sorgt dafür, dass Sie gezielt Gewinne mitnehmen oder Verluste begrenzen. Ein praktischer Tipp dabei: Legen Sie Schwellenwerte fest, zum Beispiel eine Abweichung von mehr als 5 %, bei denen ein Rebalancing ausgelöst wird. So vermeiden Sie unnötige Transaktionen und reduzieren Kosten.
Praxisbeispiele: Wie viele ETFs in verschiedenen Anlegerprofilen sinnvoll sind
Der Einsteiger: Basisportfolio mit 2 bis 3 ETFs
Für Anleger, die neu in der Welt der ETFs sind, empfiehlt sich ein überschaubares Portfolio von zwei bis drei ETFs. Dabei liegt der Fokus auf breit gestreuten Welt- und Anleihen-ETFs, um mit minimalem Aufwand eine solide Diversifikation zu erzielen. Ein typisches Beispiel wäre ein weltweiter Aktien-ETF ergänzt durch einen Anleihen-ETF und eventuell einen regionalen ETF, der gezielt eine Wachstumsregion abdeckt. Dieses Setup reduziert Klumpenrisiken effektiv, ohne den Einsteiger mit zu vielen Entscheidungen zu überfordern. Im Alltag erleichtert eine geringe Anzahl von ETFs auch die Nachverfolgung und das regelmäßige Rebalancing.
Der fortgeschrittene Anleger: Mittlere Diversifikation mit 4-6 ETFs
Wer bereit ist, mehr Zeit und Detailkenntnis in sein Portfolio zu investieren, kann die Anzahl der ETFs auf vier bis sechs erhöhen. Hier werden neben breit gestreuten globalen Aktien- und Anleihen-ETFs zusätzlich gezielt einzelne Regionen, Branchen oder Stile berücksichtigt. So könnte ein Anleger z.B. neben einem Welt-ETF auch einen ETF auf den US-Markt oder Schwellenländer einbeziehen, ergänzt durch Nebenwerte-ETFs oder Themen wie nachhaltige Investments. Dieser Umfang ermöglicht eine ausgewogenere Risikostreuung und eröffnet Chancen auf Outperformance, birgt aber die Gefahr von Überschneidungen. Deshalb ist eine sorgfältige Portfoliokontrolle wichtig, um Doppelungen zu vermeiden.
Der erfahrene Investor: Umfangreicheres Portfolio mit gezielten Nischen-ETFs
Erfahrene Investoren setzen häufig auf ein umfangreicheres Portfolio mit mehr als sechs ETFs, um durch gezielte Nischen- und Themen-ETFs spezielle Marktsegmente gezielt zu nutzen. Hier können beispielsweise Sektor-ETFs, Rohstoff-Investments oder ETFs mit Fokus auf Dividendenstrategien ins Spiel kommen. Wichtig ist in diesem Stadium eine intelligente Zusammensetzung, um trotz der höheren Anzahl einen echten Mehrwert zu schaffen, ohne unnötige Komplexität oder Klumpenrisiken. Regelmäßige Portfolio-Checks und eine klare Strategie helfen, die Übersicht zu behalten und die Anzahl der ETFs stets an die aktuellen Markt- und Lebensumstände anzupassen.
Praxisbeispiel: Ein Anleger mit sechs ETFs merkt nach einem Jahr, dass zwei kleine Nischen-ETFs stark schwanken und wenig zur Gesamtperformance beitragen. Durch Konsolidierung auf vier ETFs mit breiterer Abdeckung kann er nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Risiko-Rendite-Relation verbessern.
Fazit
Wie viele ETFs im Portfolio sinnvoll sind, hängt maßgeblich von der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlageziel ab. Eine gut durchdachte Kombination von drei bis fünf breit diversifizierten ETFs kann oft eine ausgewogene Streuung bieten, ohne das Portfolio unnötig zu verkomplizieren. Dabei sollten Anleger darauf achten, unterschiedliche Regionen, Branchen und Anlageklassen abzudecken, um Schwankungen auszugleichen.
Als nächsten Schritt empfiehlt es sich, das eigene Anlageprofil klar zu definieren und die verfügbaren ETF-Optionen systematisch darauf abzustimmen. Ein zu stark fragmentiertes Portfolio birgt häufig den Nachteil erhöhter Kosten und geringerer Transparenz. Lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Experten beraten oder nutzen Sie digitale Tools zur Portfolio-Analyse, um eine optimale Balance zwischen Diversifikation und Übersichtlichkeit zu erreichen.


