⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.08.2026
Die Ukraine hat mit gezielten Angriffen auf Wildberries, Russlands größten Online-Händler, eine neue Strategie zur Schwächung der russischen Wirtschaft eingeschlagen. Banken stehen nun vor der Herausforderung, das Unternehmen zu retten.
- Wildberries ist Russlands größter Online-Händler mit einem Umsatz von 6,1 Billionen Rubel.
- Die Ukraine zielt mit den Angriffen auf die wirtschaftliche Stabilität Russlands.
- Banken wie VTB und Sberbank müssen nun helfen, um die finanziellen Folgen abzufedern.
Die Ukraine hat mit gezielten Angriffen auf Wildberries, Russlands größten Online-Händler, eine neue Strategie zur Schwächung der russischen Wirtschaft eingeschlagen. Diese Angriffe zielen nicht nur auf die Infrastruktur des Unternehmens ab, sondern auch auf die finanziellen Grundlagen, die für die Stabilität der russischen Wirtschaft entscheidend sind. Banken stehen nun vor der Herausforderung, das Unternehmen zu retten und die wirtschaftlichen Folgen abzufedern.
Was geschah mit Wildberries?

Wildberries, das als das russische Pendant zu Amazon gilt, hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erlebt. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,1 Billionen Rubel, was etwa 67 Milliarden Euro entspricht. Doch die jüngsten Angriffe der Ukraine haben die Logistikzentren des Unternehmens stark getroffen. Schätzungen zufolge sind durch die Angriffe Lagerflächen im Wert von mindestens 400 Millionen Euro und Waren im Wert von 1,7 Milliarden Euro verloren gegangen. Diese massiven Verluste stellen eine existenzielle Bedrohung für Wildberries dar.
Die Angriffe zielen darauf ab, die Versorgung der Front zu unterbrechen und die wirtschaftliche Stabilität Russlands zu gefährden. Mychajlo Podoljak, ein Berater des ukrainischen Präsidenten, erklärte, dass die Schädigung eines Unternehmens mit einem so hohen Umsatz auch dessen Gläubiger treffen würde, darunter große Banken wie die Sberbank und die VTB. Dies könnte zu einer dramatischen Entleerung des Staatshaushalts führen.
Die Rolle der Banken
Die Banken, die Wildberries Kredite gewährt haben, stehen nun unter Druck. VTB, die Hauptbank des Unternehmens, hat kürzlich eine strategische Partnerschaft mit Wildberries angekündigt, um Zugang zur Kundenbasis des Konzerns zu erhalten. Diese Partnerschaft könnte sich jedoch als problematisch erweisen, da die Bank nun möglicherweise gezwungen ist, Rückstellungen für die gewährten Kredite zu erhöhen. Taras Skworzow, ein Top-Manager der Sberbank, hat bereits angedeutet, dass die Bank eine Aufstockung der Rückstellungen erwägt, um sich auf mögliche Zahlungsausfälle vorzubereiten.
Die finanziellen Verbindlichkeiten von Wildberries sind erheblich. Das Unternehmen hatte Ende 2025 kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 802 Milliarden Rubel (ca. 8,6 Milliarden Euro) und langfristige Verbindlichkeiten von 28 Milliarden Rubel (ca. 303 Millionen Euro). Diese Schuldenlast könnte sich als untragbar erweisen, wenn die Angriffe auf die Logistikzentren andauern und die Einnahmen des Unternehmens weiter sinken.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den E-Commerce
- Umsatz von Wildberries 2025: 6,1 Billionen Rubel (ca. 67 Milliarden Euro)
- Schaden durch Angriffe: 400 Millionen Euro an Lagerräumen, 1,7 Milliarden Euro an Waren
- Kurzfristige Verbindlichkeiten von Wildberries: 802 Milliarden Rubel (8,6 Milliarden Euro)
Wildberries ist nicht nur ein wichtiger Akteur im russischen E-Commerce, sondern auch ein zentraler Bestandteil der gesamten russischen Wirtschaft. Schätzungen zufolge laufen etwa 50 Prozent des russischen E-Commerce über Wildberries. Ein Zusammenbruch des Unternehmens würde nicht nur die Banken, die ihm Kredite gewährt haben, in eine prekäre Lage bringen, sondern auch zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen, die auf die Plattform angewiesen sind.
Die Angriffe haben bereits zu einem massiven Rückgang der Handelsaktivitäten auf der Plattform geführt. Bis zu 400.000 Händler sind auf Wildberries aktiv, und viele von ihnen berichten von enormen Verlusten. Die Klagen in sozialen Netzwerken nehmen zu, da die Händler nur einen Bruchteil ihrer Verluste von Wildberries ersetzt bekommen. Dies könnte zu einer weiteren Destabilisierung des russischen Marktes führen, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Inflation bereits hoch ist und die Zinsen steigen.
Die Reaktion der Regierung
Die Mitinhaberin von Wildberries, Tatjana Kim, hat die russische Regierung um Hilfe gebeten. Präsidentensprecher Dmitrij Peskow erklärte, dass die Regierung die Situation im Blick behält und ein Dialog stattfindet, jedoch bislang keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden. Die Unsicherheit über die zukünftige Unterstützung der Regierung könnte die Situation für Wildberries weiter verschärfen.
Die Experten sind sich einig, dass der Wiederaufbau und die Beseitigung aller Schäden mindestens 60 Milliarden Rubel (ca. 650 Millionen Euro) kosten werden. Dies entspricht etwa einem Drittel des jährlichen Gewinns von Wildberries. Die Frage bleibt, ob das Unternehmen in der Lage sein wird, diese finanziellen Belastungen zu tragen, während es gleichzeitig versucht, seine Schulden zu bedienen.
Fazit

Die Angriffe der Ukraine auf Wildberries haben nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf das Unternehmen selbst, sondern auch auf die gesamte russische Wirtschaft. Die Banken stehen nun vor der Herausforderung, die finanziellen Folgen abzufedern und die Stabilität des E-Commerce-Sektors zu sichern. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Wildberries und die Banken in der Lage sind, diese Krise zu bewältigen.
Häufige Fragen
Was ist Wildberries?
Warum greift die Ukraine Wildberries an?
Welche Banken sind von der Situation betroffen?
Wie hoch ist der Schaden durch die Angriffe?
Was sind die finanziellen Verbindlichkeiten von Wildberries?
Quellen: Google News
Symbolbild: Ukraine-Angriffe auf Wildberries und ihre Folgen · Foto: Tom Fisk / Pexels


