⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 18.08.2026
Die weltweite Rechenzentrumskapazität wird bis 2035 auf bis zu 340 Gigawatt ansteigen, angetrieben durch den Boom der Künstlichen Intelligenz. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere in Bezug auf Inflation und Investitionen.
- Rechenzentrumskapazität steigt bis 2035 auf 340 Gigawatt.
- Anteil der KI an der Rechenzentrumslast wächst auf 60%.
- Europa verliert Marktanteile im globalen Wettbewerb.
Die weltweite Rechenzentrumskapazität wird bis 2035 auf bis zu 340 Gigawatt ansteigen, angetrieben durch den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). Laut einer aktuellen Studie von Roland Berger wird der Anteil von KI an der gesamten Rechenzentrumslast von derzeit 20% auf knapp 60% steigen. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Technologiebranche, sondern auch auf die Wirtschaft insgesamt, insbesondere in Bezug auf Inflation, Investitionen und die Finanzmärkte.
Was ist die Rechenzentrumskapazität?

Die Rechenzentrumskapazität bezieht sich auf die gesamte verfügbare Rechenleistung, die in Rechenzentren weltweit installiert ist. Diese Kapazität ist entscheidend für die Verarbeitung großer Datenmengen, die für KI-Anwendungen erforderlich sind. Die Studie von Roland Berger zeigt, dass die Kapazität von 88 Gigawatt im Jahr 2025 auf 340 Gigawatt bis 2035 ansteigen wird. Dies bedeutet, dass Unternehmen und Regierungen weltweit Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren investieren müssen, um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten.
Einfluss auf die Wirtschaft und Inflation
Die steigende Rechenzentrumskapazität hat direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft. Ein Großteil der Betriebskosten eines Rechenzentrums entfällt auf die Energiekosten, die rund 40% der Gesamtkosten ausmachen. In Europa sind die Energiepreise im Vergleich zu anderen Regionen bereits hoch, was die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Rechenzentren gefährdet. Experten prognostizieren, dass die Energieverfügbarkeit bis 2035 noch schwieriger wird, was zu einer weiteren Erhöhung der Betriebskosten führen könnte. Dies könnte sich negativ auf die Inflation auswirken, da Unternehmen gezwungen sind, höhere Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.
Europas Rückstand im globalen Wettbewerb
- Weltweite Rechenzentrumskapazität: 340 Gigawatt bis 2035
- Anteil von KI an der Rechenzentrumslast: 60% bis 2035
- Aktuelle Rechenzentrumskapazität: 88 Gigawatt im Jahr 2025
Trotz der wachsenden Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten droht Europa, im globalen Wettbewerb zurückzufallen. Der Anteil der europäischen Rechenzentrumskapazität wird von derzeit 13% auf 10% bis 2030 sinken. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter lange Genehmigungsverfahren, die in Europa bis zu sieben Jahre in Anspruch nehmen können, und die hohen Energiekosten. Im Vergleich dazu können Netzanschlüsse in den USA deutlich schneller realisiert werden, was den dortigen Rechenzentren einen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz
Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Transformation der Rechenzentrumskapazitäten. Die Nachfrage nach KI-Anwendungen, insbesondere für das Training großer Sprachmodelle, erfordert eine enorme Rechenleistung. Unternehmen investieren daher massiv in neue Rechenzentren, um diese Anforderungen zu erfüllen. Die Studie von Roland Berger hebt hervor, dass KI bis 2035 einen signifikanten Anteil an der Rechenzentrumslast haben wird, was die Notwendigkeit unterstreicht, in moderne und leistungsfähige Infrastrukturen zu investieren.
Finanzielle Anreize und regulatorische Herausforderungen
Um den Rückstand aufzuholen, sind finanzielle Anreize allein nicht ausreichend. Es bedarf einer vorausschauenden Netzplanung und technologieoffenen Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen, anstatt sie zu verzögern. Die regulatorische Komplexität in Europa wird von vielen Betreibern als zentrale Hürde für den Ausbau neuer Kapazitäten angesehen. Eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren könnte dazu beitragen, den Ausbau von Rechenzentren in Europa zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Fazit

Die Prognosen zur Rechenzentrumskapazität bis 2035 zeigen, dass die Künstliche Intelligenz einen entscheidenden Einfluss auf die globale Wirtschaft hat. Während die Kapazität weltweit ansteigt, steht Europa vor der Herausforderung, im Wettbewerb nicht zurückzufallen. Die hohen Energiekosten und die regulatorischen Hürden müssen angegangen werden, um die digitale Souveränität und das Wirtschaftswachstum in Europa zu sichern. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur zu stellen.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle Rechenzentrumskapazität?
Wie viel wird die Rechenzentrumskapazität bis 2035 steigen?
Welchen Anteil hat KI an der Rechenzentrumslast?
Warum sinkt Europas Anteil an der Rechenzentrumskapazität?
Welche Herausforderungen gibt es beim Ausbau von Rechenzentren in Europa?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wachstum der Rechenzentrumskapazität durch KI · Foto: panumas nikhomkhai / Pexels


