⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.09.2026
Steigende Bauzinsen belasten Immobilienkäufer. Ein Kredit-Profi gibt drei wertvolle Tipps, um die Finanzierungskosten zu senken.
- Bauzinsen steigen im September 2026 deutlich.
- Drei Tipps zur Senkung der Baufinanzierungskosten.
- Zusatzsicherheiten und Sondertilgungen als effektive Strategien.
Die Bauzinsen haben im September 2026 einen deutlichen Anstieg erfahren, was viele Immobilienkäufer vor Herausforderungen stellt. Die Zinsen für eine fünfjährige Zinsbindung liegen nun bei 4,00%, während die zehnjährige Zinsbindung bei 3,92% bleibt. Diese Entwicklungen sind nicht nur für Käufer von Bedeutung, sondern auch für Investoren, die in Immobilien als Kapitalanlage denken. In diesem Kontext gibt Daniel Fersch, ein Kredit-Profi vom Finanzierungsvermittler Dr. Klein, drei wertvolle Tipps, um die Kosten einer Baufinanzierung zu senken.
Was sind die aktuellen Trends bei Baufinanzierungen?

Die Bauzinsen sind im September 2026 deutlich gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch leicht gesunken waren. Dies zeigt das aktuelle Zinsbarometer von Immoscout24. Der Anstieg ist vor allem auf die Renditen der Bundesanleihen zurückzuführen, die im August auf ein Mehrjahreshoch kletterten. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Konditionen für Baufinanzierungen, da sich die Pfandbriefe der Banken an diesen Renditen orientieren. Für Kreditnehmer ist es daher wichtig, sich über die aktuellen Zinsen und deren Entwicklung im Klaren zu sein, um die besten Konditionen zu sichern.
Wie kann ich die Baufinanzierungskosten senken?
Fersch empfiehlt, bereits beim Grundstückskauf zu beginnen. Viele Käufer sind sich nicht bewusst, dass die Größe des Grundstücks einen erheblichen Einfluss auf die Finanzierungskosten hat. „Kreditnehmer sollten sich fragen, ob sie wirklich 1000 Quadratmeter benötigen oder ob auch 750 Quadratmeter ausreichen“, erklärt Fersch. Durch eine bewusste Entscheidung in dieser frühen Phase können Darlehensnehmer ihre Kreditrate modellieren und möglicherweise senken.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Prüfung von Zusatzsicherheiten. Diese können helfen, die Finanzierungskonditionen zu verbessern. Wenn beispielsweise die Eltern eine abbezahlte Immobilie besitzen, kann diese als Sicherheit hinterlegt werden. Auch zusätzliche Kreditnehmer oder Bürgschaften können die Konditionen positiv beeinflussen. Diese Strategien sind besonders relevant in einem Markt, in dem die Zinsen steigen und die Erschwinglichkeit von Immobilien sinkt.
Was sind Sondertilgungen und wie helfen sie?
- Bauzinssatz für fünfjährige Zinsbindung: 4,00%
- Bauzinssatz für zehnjährige Zinsbindung: 3,92%
- Bauzinssatz für 15-jährige Zinsbindung: 4,15%
- Bauzinssatz für 20-jährige Zinsbindung: 4,28%
Ein dritter Tipp von Fersch betrifft die Möglichkeit von Sondertilgungen. Diese außerplanmäßigen Rückzahlungen eines Kredits ermöglichen es den Kreditnehmern, die Restschuld schneller zu verringern und somit Zinskosten zu sparen. Viele Baufinanzierungsverträge bieten die Option, eine Sondertilgungsvereinbarung einzubauen, die in der Regel mit einem Zinsaufschlag von etwa 0,05% verbunden ist. „Selbst wenn man die Sondertilgungsoption für ein Kalenderjahr in vollem Umfang nur einmal nutzt, sparen Kunden in der Regel bereits mehr Zinsen ein, als der Aufschlag kostet“, so Fersch.
Die Höhe der Sondertilgungen hängt vom Anbieter ab, aber ein Standardwert, den fast jede Bank anbietet, sind 5% der Darlehenssumme pro Jahr. Bei einem Kredit von 400.000 Euro bedeutet das eine Sondertilgung von 20.000 Euro im Jahr. In vielen Fällen können Darlehensnehmer diese Grenze auch individuell anpassen, um ihre finanziellen Möglichkeiten optimal zu nutzen.
Wie beeinflussen wirtschaftliche Faktoren die Baufinanzierung?
Die aktuellen Entwicklungen am Anleihemarkt und die damit verbundenen steigenden Bauzinsen sind nicht isoliert zu betrachten. Sie sind Teil eines größeren wirtschaftlichen Kontextes, der auch durch Inflation und geopolitische Spannungen beeinflusst wird. Die Unsicherheiten, die durch den Iran-Krieg seit März 2026 entstanden sind, haben zu einer erhöhten Nachfrage nach Anleihen geführt, was die Renditen in die Höhe treibt. Diese Entwicklungen haben direkte Auswirkungen auf die Bauzinsen, da Banken höhere Kosten für die Refinanzierung ihrer Kredite haben.
Die Inflationserwartungen sind ein weiterer entscheidender Faktor, der die Bauzinsen beeinflusst. Steigende Ölpreise und die damit verbundenen Kosten für Bauprojekte führen zu einer erhöhten Inflation, was wiederum die Renditeforderungen der Anleger anhebt. Diese Kette von Ereignissen zeigt, wie eng die Bauzinsen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage verknüpft sind und wie wichtig es für Kreditnehmer ist, sich über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Klaren zu sein.
Fazit: Strategien zur Senkung der Baufinanzierungskosten

Die Baufinanzierung ist ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Angesichts der steigenden Zinsen ist es für Immobilienkäufer wichtiger denn je, ihre Finanzierung gut vorzubereiten. Die Tipps von Daniel Fersch bieten wertvolle Ansätze, um die Kosten zu senken. Durch eine bewusste Grundstückswahl, die Nutzung von Zusatzsicherheiten und die Vereinbarung von Sondertilgungen können Kreditnehmer ihre finanzielle Belastung erheblich reduzieren. In einem Markt, der von Unsicherheiten geprägt ist, ist es entscheidend, informierte Entscheidungen zu treffen und die besten Konditionen zu sichern.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die aktuellen Bauzinsen?
Was sind Sondertilgungen?
Wie kann ich Zusatzsicherheiten nutzen?
Warum steigen die Bauzinsen?
Wie kann ich meine Baufinanzierung optimieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Strategien zur Senkung von Baufinanzierungszinsen · Foto: Jan van der Wolf / Pexels


