⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.09.2026
Ab dem 30. September 2026 werden die deutschen Finanzbehörden automatisch Kontodaten aus 118 Staaten erhalten. Dies betrifft nicht nur Bankkonten, sondern auch Informationen über Kryptowährungen.
- Automatischer Informationsaustausch mit 118 Staaten
- Daten umfassen Kontoinformationen und Erträge
- Wichtige Auswirkungen auf Steuererklärungen
Ab dem 30. September 2026 wird das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) automatisch Kontodaten aus 118 Staaten erhalten. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Systems zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und zur Erhöhung der internationalen Steuertransparenz. Der Austausch umfasst nicht nur klassische Bankkonten, sondern auch Informationen über Kryptowährungen, was für viele Steuerpflichtige von großer Bedeutung ist.
Was ist der automatische Datenaustausch?

Der automatische Datenaustausch ist ein internationales Abkommen, das es den Steuerbehörden ermöglicht, Finanzdaten über Steuerpflichtige zwischen den teilnehmenden Ländern auszutauschen. Ziel ist es, Steuerhinterziehung zu verhindern und die Einhaltung steuerlicher Verpflichtungen zu fördern. Ab dem 30. September 2026 wird dieser Austausch mit 118 Staaten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, wirksam.
Die Daten, die ausgetauscht werden, umfassen eine Vielzahl von Informationen, darunter Name, Anschrift, Geburtsdatum, Kontonummer und Kontostand. Auch Erträge wie Zinsen und Dividenden werden übermittelt. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Kontobewegungen oder Überweisungen gemeldet werden, sondern nur die gesetzlich vorgesehenen Angaben zu meldepflichtigen Finanzkonten.
Welche Staaten sind beteiligt?
Insgesamt 118 Staaten nehmen am automatischen Informationsaustausch teil. Dazu gehören nicht nur alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sondern auch zahlreiche Drittstaaten wie die Schweiz, Liechtenstein und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die USA sind zwar nicht direkt beteiligt, haben jedoch ein gesondertes Abkommen zum Austausch von steuerlich relevanten Daten.
Die finale FKAustG-Staatenaustauschliste 2026, die die teilnehmenden Staaten auflistet, ist auf der Internetseite des BZSt einsehbar. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen.
Was bedeutet das für Steuerpflichtige?
- Automatischer Datenaustausch ab 30. September 2026
- 118 teilnehmende Staaten, darunter alle EU-Mitglieder
- Datenübermittlung bis 31. Juli 2026 an das BZSt
Für Steuerpflichtige in Deutschland hat der automatische Datenaustausch weitreichende Konsequenzen. Die erhaltenen Kontodaten werden vom BZSt an die zuständigen Finanzämter weitergeleitet. Sollten Abweichungen zwischen den gemeldeten Daten und den Angaben in der Steuererklärung bestehen, erhalten die Steuerpflichtigen ein Schreiben zur sogenannten Sachverhaltsaufklärung. Daher ist es ratsam, alle Kapitalerträge ordnungsgemäß in der Steuererklärung anzugeben und eine entsprechende Dokumentation bereitzuhalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass ab 2026 auch ein internationaler Informationsaustausch bei Kryptowerten eingeführt wird. Das neue Kryptowerte-Meldewesen (CARF) sieht vor, dass bestimmte Krypto-Dienstleister Informationen über meldepflichtige Nutzer und Transaktionen erfassen. Der grenzüberschreitende automatische Austausch dieser Informationen soll ab September 2027 erfolgen.
Wie funktioniert der Datenaustausch?
Der Prozess des automatischen Datenaustauschs folgt einem geregelten Verfahren zwischen den nationalen Steuerbehörden. Die deutschen Kreditinstitute sind verpflichtet, die entsprechenden Daten bis zum 31. Juli 2026 an das BZSt zu übermitteln. Diese Daten umfassen nicht nur Bankkonten, sondern auch Informationen über Wertpapiere und bestimmte Versicherungsverträge.
Finanzexperten weisen darauf hin, dass es sich hierbei nicht um einen direkten Live-Zugriff der Finanzbehörden auf ausländische Konten handelt. Vielmehr erfolgt der Austausch in einem festgelegten Rahmen, um die Privatsphäre der Steuerpflichtigen zu schützen und gleichzeitig die Einhaltung steuerlicher Vorschriften zu gewährleisten.
Relevanz für die Finanzmärkte
Die Einführung des automatischen Datenaustauschs hat auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Anleger, die in ausländische Finanzprodukte investieren, müssen sich der neuen Transparenz bewusst sein. Insbesondere im Hinblick auf die steigende Bedeutung von Kryptowährungen ist es entscheidend, dass Anleger ihre steuerlichen Verpflichtungen kennen und erfüllen.
Die Möglichkeit, dass Finanzbehörden weltweit Informationen über Konten und Erträge austauschen, könnte auch das Verhalten von Investoren beeinflussen. Die Angst vor möglichen rechtlichen Konsequenzen könnte dazu führen, dass Anleger ihre Strategien überdenken und möglicherweise weniger risikobehaftete Anlagen bevorzugen.
Fazit

Der automatische Datenaustausch, der ab dem 30. September 2026 in Kraft tritt, stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung internationaler Steuertransparenz dar. Steuerpflichtige in Deutschland sollten sich der neuen Regelungen bewusst sein und sicherstellen, dass sie alle relevanten Informationen in ihrer Steuererklärung angeben. Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte und das Verhalten von Anlegern sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung von Kryptowährungen und internationalen Investitionen.
Häufige Fragen
Was ist der automatische Datenaustausch?
Welche Daten werden ausgetauscht?
Wie viele Staaten sind beteiligt?
Was müssen Steuerpflichtige beachten?
Wann erfolgt der Datenaustausch?
Quellen: Google News
Symbolbild: Automatischer Datenaustausch von Finanzdaten · Foto: Alesia Kozik / Pexels


