⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.09.2026
Ein schwerer Sicherheitsvorfall im Liquid Network führte zu einem Diebstahl von 320 Millionen USD in Bitcoin. Die selbsternannten ‚White-Hat‘-Hacker gaben jedoch den Großteil der gestohlenen Gelder zurück.
- Liquid Network wurde am 6. September 2026 angegriffen.
- Die Hacker entzogen der Federation-Wallet 4.000 BTC.
- Nach einem Patch gaben die Hacker 3.400 BTC zurück, behielten jedoch 598,5 BTC.
Am 6. September 2026 wurde das Liquid Network, eine Sidechain im Bitcoin-Ökosystem, Opfer eines massiven Sicherheitsvorfalls. Selbsternannte ‚White-Hat‘-Hacker entzogen der Federation-Wallet rund 4.000 Bitcoin, was einem Wert von etwa 320 Millionen USD entspricht. Dieser Vorfall stellt einen der größten bekannten Diebstähle im Krypto-Bereich in diesem Jahr dar und wirft Fragen zur Sicherheit von Krypto-Plattformen auf.
Was geschah im Liquid Network?

Der Angriff auf das Liquid Network begann am Sonntag, dem 6. September, als die Hacker über einen Fehler im System, der als Range-Proof-Verifizierungscache bekannt ist, in der Lage waren, Liquid Bitcoin (L-BTC) zu erstellen, ohne die dafür erforderlichen Bitcoins als Deckung zu haben. Dies führte dazu, dass die Hacker 4.000 L-BTC an den Peg-out-Service von Sideswap übertrugen, der die Anfrage wie gewohnt bearbeitete und die entsprechenden BTC an die Hacker überwies.
Die Liquid Federation, die für die Verwaltung des Netzwerks verantwortlich ist, hatte vor dem Vorfall etwa 4.200 BTC in ihrer Wallet. Nach dem Diebstahl blieben nur noch etwa 197 BTC übrig, was die Reserve des Netzwerks erheblich gefährdete. Die Betreiber des Liquid Networks reagierten schnell und pausierten das Netzwerk am 7. September, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Deckung für L-BTC wiederherzustellen.
Die Rückgabe der gestohlenen Gelder
Nach der Mitteilung von Blockstream, dass die Bridge-Knoten gepatcht worden seien und die Gelder sicher zurückgegeben werden könnten, übermittelten die Hacker eine Transaktion, in der sie 3.400 BTC an die Federation zurückgaben. Dies entspricht etwa 85 % der ursprünglich gestohlenen Gelder. Die verbleibenden 598,5 BTC, die die Hacker einbehalten haben, haben einen Wert von rund 47 Millionen USD.
Die Rückgabe der Gelder stellt eine bedeutende Wende in diesem Vorfall dar, der die Krypto-Community in Aufregung versetzte. Die Hacker kommunizierten während des Vorfalls über Bitcoin-OP_RETURN-Nachrichten und bezeichneten sich selbst als ‚White-Hats‘, was darauf hindeutet, dass sie die Sicherheitslücke ausnutzen wollten, um auf die Schwächen im System aufmerksam zu machen.
Technische Hintergründe des Vorfalls
- Gestohlene BTC: 4.000
- Zurückgegebene BTC: 3.400
- Wert der zurückgegebenen BTC: 268 Millionen USD
- Wert der einbehaltenen BTC: 47 Millionen USD
- Datum des Vorfalls: 6. September 2026
Unabhängige technische Analysen haben ergeben, dass der Vorfall durch einen Fehler im Range-Proof-Verifizierungscache verursacht wurde. Dieser Fehler ermöglichte es den Tätern, L-BTC zu generieren, die nicht durch echte Bitcoins gedeckt waren. Dies bedeutet, dass das System Bitcoin-ähnliche Token akzeptierte, die niemals hätten existieren dürfen. Diese Token wurden dann gegen echte Bitcoins aus den Reserven des Liquid Networks eingetauscht.
Die Hacker führten zunächst einen Testlauf mit 2,5 BTC durch, bevor sie den größeren Betrag abheben. Die Tatsache, dass die Transaktionen zunächst ohne Verdacht behandelt wurden, zeigt, wie anfällig das System war. Die Liquid Federation hat seitdem die Bridge-Knoten deaktiviert, um weitere Transaktionen zu verhindern, bis die Sicherheitsprobleme vollständig behoben sind.
Auswirkungen auf den Bitcoin-Markt
Der Vorfall hat das Vertrauen in Krypto-Plattformen und insbesondere in das Liquid Network erschüttert. Während das Bitcoin-Hauptnetz von dem Vorfall unberührt blieb, könnte die Unsicherheit über die Sicherheit von Sidechains und anderen Krypto-Diensten das Investorenverhalten beeinflussen. Die Tatsache, dass Liquid Network eine wichtige Rolle bei der Abwicklung von Transaktionen für verschiedene Kryptobörsen spielt, macht diesen Vorfall besonders besorgniserregend.
Die Rückgabe von 3.400 BTC könnte zwar das unmittelbare Problem der Reserve lösen, jedoch bleibt die Frage, wie Liquid Network in Zukunft mit der Sicherheit umgehen wird. Die Betreiber müssen nachweisen, dass die 1:1-Deckung für L-BTC wiederhergestellt ist, bevor das Netzwerk wieder in Betrieb genommen werden kann.
Fazit und Ausblick

Der Sicherheitsvorfall im Liquid Network ist ein eindringlicher Hinweis auf die Herausforderungen, mit denen die Krypto-Industrie konfrontiert ist. Während die Rückgabe eines Großteils der gestohlenen Gelder ein positives Zeichen ist, bleibt die Unsicherheit über die Sicherheit von Krypto-Plattformen bestehen. Investoren und Nutzer sollten wachsam bleiben und die Entwicklungen im Liquid Network genau verfolgen, um informierte Entscheidungen zu treffen.
Häufige Fragen
Was ist das Liquid Network?
Wie viel Bitcoin wurde gestohlen?
Warum gaben die Hacker einen Großteil der BTC zurück?
Was geschah nach dem Diebstahl?
Wie wirkt sich dieser Vorfall auf den Bitcoin-Markt aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Sicherheitsvorfall im Liquid Network · Foto: Melvin Silva / Pexels


