⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 13.09.2026
Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), hat angekündigt, nach fast zehn Jahren im Amt nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Diese Entscheidung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für den Finanzsektor.
- Kolak kündigt Rückzug nach zwei Amtszeiten an.
- Wirtschaftliche Herausforderungen im genossenschaftlichen Sektor.
- BVR hat wichtige Reformen zur Sicherung der Banken umgesetzt.
Marija Kolak, die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), hat am 10. September 2026 angekündigt, dass sie nach Ablauf ihrer zweiten Amtszeit im Dezember 2027 nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren wird. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Wendepunkt im deutschen Finanzsektor, insbesondere für die genossenschaftlichen Banken, die unter ihrer Führung wichtige Reformen durchlaufen haben.
Wer ist Marija Kolak?

Marija Kolak ist seit 2018 die erste Frau an der Spitze des BVR. In ihrer fast zehnjährigen Amtszeit hat sie den Verband durch herausfordernde wirtschaftliche Zeiten geleitet und sich für die Interessen der mehr als 600 Volks- und Raiffeisenbanken sowie anderer genossenschaftlicher Institute eingesetzt. Kolak hat betont, dass ihr die Arbeit im BVR große Freude bereitet hat, und sie sieht ihren Rückzug als einen bewussten Schritt, um Platz für neue Impulse zu schaffen.
Warum verlässt Kolak den BVR?
Kolak hat erklärt, dass sie nach fast zehn Jahren an der Spitze des BVR das Gefühl hat, dass der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist. Sie möchte ein neues berufliches Kapitel aufschlagen und hat den Verwaltungsrat frühzeitig über ihre Entscheidung informiert, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. Diese Entscheidung kommt in einer Zeit, in der der genossenschaftliche Sektor mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist, da mehrere Banken in Schieflage geraten sind.
Wirtschaftliche Herausforderungen im Finanzsektor
Die genossenschaftlichen Banken haben in den letzten Jahren mit einer Reihe von Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Insbesondere die Niedrigzinsphase und fragwürdige Geschäfte haben die Reputation der genossenschaftlichen Finanzgruppe belastet. In den letzten zweieinhalb Jahren mussten mehrere Banken durch den Stützungsfonds der Branche gerettet werden, was die Notwendigkeit von Reformen und einer stärkeren Governance-Struktur unterstrichen hat. Kolak hat in diesem Kontext betont, dass eine starke Organisation auch unabhängig von einzelnen Personen Veränderungen erfolgreich bewältigen muss.
Reformen und Erfolge unter Kolaks Führung
- Marija Kolak wird nach Ablauf ihrer Amtszeit im Dezember 2027 nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren.
- Sie steht seit 2018 an der Spitze des BVR und ist die erste Frau in diesem Amt.
- Die genossenschaftlichen Banken haben 2025 ein Rekordergebnis von fast 10 Milliarden Euro erzielt.
Unter Kolaks Leitung hat der BVR bedeutende Reformen zur Sicherung der Banken und zur Stärkung der Governance-Strukturen umgesetzt. Dazu gehört die Einführung des „Zukunftschecks 2035+“, der bereits an der nächsten strategischen Agenda für die genossenschaftliche Finanzgruppe arbeitet. Diese Reformen sind entscheidend, um die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen Banken in einem sich schnell verändernden Finanzumfeld zu gewährleisten.
Finanzielle Lage der Genossenschaftsbanken
Trotz der Herausforderungen hat der genossenschaftliche Sektor im Jahr 2025 ein Rekordergebnis von fast 10 Milliarden Euro vor Steuern erzielt. Dies zeigt, dass die Mehrheit der Volks- und Raiffeisenbanken wirtschaftlich gut dasteht, auch wenn einige Institute Unterstützung benötigen. Die Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um in Krisenzeiten die Stabilität des Sektors zu gewährleisten.
Ausblick auf die Zukunft
Mit Kolaks bevorstehendem Rückzug steht der BVR vor der Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, die die begonnenen Reformen fortführen und die genossenschaftlichen Banken durch die aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen führen kann. Der Verwaltungsrat hat bereits angekündigt, einen sorgfältigen Auswahlprozess zu organisieren, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. Kolak selbst hat betont, dass sie bis zum Ende ihrer Amtszeit mit voller Kraft weiterarbeiten wird, um sicherzustellen, dass die Weichen für die Zukunft richtig gestellt sind.
Fazit

Marija Kolaks Entscheidung, den BVR zu verlassen, kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für den Finanzsektor. Ihre fast zehnjährige Amtszeit war geprägt von bedeutenden Reformen und Herausforderungen, die die genossenschaftlichen Banken nachhaltig beeinflusst haben. Der BVR steht nun vor der Aufgabe, einen neuen Führungsstil zu etablieren, der die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen Banken in einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld sichert.
Häufige Fragen
Warum verlässt Marija Kolak den BVR?
Was sind die Herausforderungen für den BVR?
Wie hat sich die finanzielle Lage der Genossenschaftsbanken entwickelt?
Welche Reformen wurden unter Kolaks Führung umgesetzt?
Wann endet Kolaks Amtszeit?
Quellen: Google News
Symbolbild: Marija Kolak und der BVR im Wandel · Foto: Matheus Natan / Pexels


