⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 19.06.2026
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die von Deutschland und anderen EU-Staaten geplanten Rückkehrzentren für abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten scharf kritisiert.
- Macron spricht sich gegen Rückkehrzentren aus.
- Er sieht diese als ineffizient und nicht mit europäischen Werten vereinbar.
- Deutschland und andere Länder unterstützen die Pläne.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die von Deutschland und anderen EU-Ländern geplanten Rückkehrzentren für abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten scharf kritisiert. In einer Stellungnahme in Brüssel erklärte er, dass Frankreich entschieden gegen diese Rückkehrzentren sei, da er weder an deren Effizienz glaube, noch an deren Übereinstimmung mit den europäischen Werten. Diese Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Europäische Parlament kürzlich die rechtliche Grundlage für die Einrichtung solcher Zentren gebilligt hat.
Was sind Rückkehrzentren?

Rückkehrzentren, auch als „Return Hubs“ bezeichnet, sind Einrichtungen, die außerhalb der Europäischen Union errichtet werden sollen. In diese Zentren sollen vollziehbar ausreisepflichtige Personen gebracht werden, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können. Dies kann der Fall sein, wenn das Heimatland sich weigert, die betreffenden Personen zurückzunehmen. Die Idee hinter diesen Zentren ist es, eine Art Zwischenstation zu schaffen, bis eine Abschiebung oder eine Weiterreise in einen anderen sicheren Drittstaat organisiert werden kann.
Macrons Bedenken gegenüber den Rückkehrzentren
Macron äußerte, dass er noch nie ein Rückführungszentrum in einem Drittstaat gesehen habe, das erfolgreich funktioniert hat. Er betonte, dass Mittel aus dem europäischen Haushalt nicht in den Aufbau solcher Rückkehrzentren fließen sollten. Dies zeigt, dass Frankreich nicht nur gegen die Idee an sich ist, sondern auch gegen die finanzielle Unterstützung solcher Projekte durch die EU. Macron plädiert stattdessen für eine strenge Migrationspolitik, die illegale Einwanderung effizient bekämpfen soll.
Unterstützer der Rückkehrzentren
- Datum: 17. Juni 2026
- Ort: Brüssel
- Befürworter: Deutschland, Dänemark, Griechenland, Österreich
- Gegner: Frankreich
Deutschland gilt als einer der größten Befürworter der Rückkehrzentren und treibt das Vorhaben in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Niederlanden, Österreich, Griechenland und Dänemark voran. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angekündigt, dass noch in diesem Jahr konkrete Vereinbarungen mit Drittstaaten getroffen werden sollen. Diese Länder sehen in den Rückkehrzentren eine Möglichkeit, die Migrationsströme besser zu kontrollieren und die Zahl der abgelehnten Asylbewerber, die in der EU verbleiben, zu reduzieren.
Reaktionen aus anderen EU-Staaten
Die meisten EU-Staaten stehen hinter der Idee der Rückkehrzentren. Ein Schreiben der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigt, dass 19 der 27 Mitgliedsländer die sogenannten Drittstaatenlösungen unterstützen. In diesem Schreiben bitten sie auch um finanzielle Unterstützung seitens der EU-Kommission, um die Rückkehrzentren zu realisieren. Dies verdeutlicht, dass es innerhalb der EU unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit Migration gibt.
Wirtschaftliche Implikationen der Rückkehrzentren
Die Diskussion um die Rückkehrzentren hat auch wirtschaftliche Implikationen. Eine strenge Migrationspolitik könnte dazu führen, dass weniger Migranten in die EU gelangen, was sich auf den Arbeitsmarkt auswirken könnte. Unternehmen, die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind, könnten Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden. Zudem könnte eine restriktive Migrationspolitik auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten und den Herkunftsländern der Migranten beeinträchtigen.
Fazit

Die Pläne für Rückkehrzentren in Drittstaaten sind ein umstrittenes Thema innerhalb der EU. Während Länder wie Deutschland und Dänemark die Idee unterstützen, lehnt Frankreich unter der Führung von Emmanuel Macron diese ab. Die Diskussion über die Rückkehrzentren zeigt nicht nur die unterschiedlichen Ansichten über Migration innerhalb der EU, sondern hat auch potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen, die nicht ignoriert werden können. Die nächsten Schritte in diesem Prozess werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Migrationspolitik der EU entwickeln wird.
Häufige Fragen
Was sind die Rückkehrzentren?
Warum lehnt Macron die Rückkehrzentren ab?
Welche Länder unterstützen die Rückkehrzentren?
Wie viele EU-Staaten unterstützen die Pläne?
Was sind die nächsten Schritte für die Rückkehrzentren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Macron kritisiert EU-Abschiebezentren · Foto: Artur Roman / Pexels


