⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.06.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer teuer werden. Bis zu 7.300 Euro Verlust sind möglich, wenn man die falsche Entscheidung trifft.
- Kündigung kann hohe finanzielle Verluste verursachen.
- Alternativen wie Stilllegung oder Übertragung in ein Altersvorsorgedepot sind sinnvoll.
- Ab 2027 gibt es neue Möglichkeiten für Riester-Sparer.
Die Entscheidung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann für viele Sparer eine teure Falle sein. Aktuellen Berechnungen zufolge können Sparer bis zu 7.300 Euro verlieren, wenn sie ihren Vertrag auflösen, anstatt ihn stillzulegen oder in ein neues Altersvorsorgedepot zu wechseln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots im Jahr 2027 denken viele über die Auflösung ihrer alten Verträge nach. Doch die klare Empfehlung der Experten lautet: Nicht kündigen!
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine sogenannte förderungsschädliche Verwendung aus. Dies bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der 15 Jahre gelaufen ist, können dies schnell 5.000 bis 10.000 Euro sein, die an das Finanzamt und an die Zulagenstelle zurückfließen. Hinzu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die den Verlust weiter erhöhen können.
Ein Beispiel verdeutlicht die finanziellen Folgen: Eine Sparerin, die ihren Vertrag kündigt, verliert durch die Kündigung 7.300 Euro – mehr als ein Drittel ihres Guthabens. Legt sie den stillgelegten Vertrag weitere 20 Jahre bei 4 Prozent Rendite an, könnte er auf rund 46.000 Euro anwachsen. Das Geld aus der Kündigung müsste sie selbst anlegen und bräuchte dafür über 6 Prozent Rendite, nur um gleichzuziehen.
Alternativen zur Kündigung
Statt zu kündigen, haben Riester-Sparer ab 2027 mehrere Optionen, die alle günstiger sind. Eine Möglichkeit ist die Beitragsfreistellung, bei der keine weiteren Einzahlungen geleistet werden, das Guthaben jedoch investiert bleibt und die bisherigen Zulagen weiterhin erhalten werden. Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere attraktive Möglichkeit ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Das bestehende Guthaben kann in dieses neue System übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile verloren gehen. Nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ist der Wechsel kostenlos; davor fallen maximal 150 Euro an. Dies ist besonders vorteilhaft für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben und nun von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren können.
Die Reform der Riester-Rente
- Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
- Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
Die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als zentraler Bestandteil der Altersvorsorge gilt, steht vor einer grundlegenden Reform. Der Deutsche Bundestag hat am 27. März 2026 eine Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen, die das Ende der Riester-Rente bedeutet. Ab dem 1. Januar 2027 wird die Riester-Rente durch das Altersvorsorgedepot ersetzt, das flexiblere Anlagemöglichkeiten in Form von Aktien, Fonds und ETFs bieten soll.
Diese Reform könnte für viele Sparer eine echte Chance darstellen, ihre Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Die neuen Möglichkeiten im Altersvorsorgedepot könnten insbesondere für jüngere Sparer und solche mit höheren Einkommen attraktiv sein, die von den bisherigen festen Zulagen wenig profitiert haben.
Finanzielle Auswirkungen der Kündigung
Die finanziellen Auswirkungen einer Kündigung sind erheblich. Wer sich entscheidet, seinen Riester-Vertrag aufzulösen, muss nicht nur die erhaltenen Zulagen zurückzahlen, sondern auch die Steuervorteile, die über die Jahre in Anspruch genommen wurden. Dies kann dazu führen, dass im schlimmsten Fall nach der Kündigung weniger Geld übrig bleibt, als ursprünglich eingezahlt wurde.
Die Rückzahlung der Zulagen und Steuervorteile kann für viele Sparer eine unerwartete finanzielle Belastung darstellen. Daher ist es ratsam, sich vor einer Kündigung umfassend über die finanziellen Folgen zu informieren und gegebenenfalls Alternativen in Betracht zu ziehen.
Praktische Tipps für Riester-Sparer
Fazit

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann erhebliche finanzielle Verluste nach sich ziehen, die bis zu 7.300 Euro betragen können. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Alternativen wie die Stilllegung oder den Wechsel in ein Altersvorsorgedepot in Betracht ziehen. Mit dem Start des neuen Systems im Jahr 2027 stehen viele Möglichkeiten offen, die es ermöglichen, die Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Eine sorgfältige Prüfung der eigenen Situation ist unerlässlich, um die besten Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Wann ist ein Wechsel in das Altersvorsorgedepot kostenlos?
Quellen: Google News
Symbolbild: Beratung zur Riester-Rente und Altersvorsorge · Foto: Picas Joe / Pexels


