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Mike McGlone: Bitcoin hat kein Alleinstellungsmerkmal mehr

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.06.2026

Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg, warnt, dass Bitcoin seinen einzigartigen Status verloren hat und nun Teil eines überfüllten Marktes ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • McGlone sieht Bitcoin als ‚Taube unter vielen‘.
  • BlackRock widerspricht McGlones Argumentation.
  • Institutionelle Nachfrage nach Bitcoin bleibt schwach.

Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg, hat in einem aktuellen Interview eine alarmierende Einschätzung zur Zukunft von Bitcoin abgegeben. Er warnt, dass die führende Kryptowährung ihren einzigartigen Status verloren hat und nun Teil eines überfüllten Marktes ist. Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bitcoin über 45% seines Wertes seit dem Höchststand verloren hat, was zu einer Identitätskrise für die digitale Währung führt.

Was ist die aktuelle Prognose für Bitcoin?

Bitcoin im aktuellen Marktumfeld
Symbolbild: Bitcoin im aktuellen Marktumfeld · Foto: Alesia Kozik / Pexels

McGlone sieht Bitcoin auf dem Weg zu einem Preis von 10.000 US-Dollar. Diese Prognose, die er bereits im Januar 2026 äußerte, basiert auf der Annahme, dass der Krypto-Markt eine Übertreibungsphase erreicht hat. Die Anzahl der verfügbaren Kryptowährungen ist von einigen Tausend im Jahr 2020 auf fast 30 Millionen gestiegen. Für McGlone ist Bitcoin damit kein Sonderfall mehr, sondern „eine Taube unter vielen“. Diese Analogie verdeutlicht, dass die schiere Masse an Konkurrenz-Coins Bitcoins Alleinstellungsmerkmal entwertet.

Die Argumentation von Mike McGlone

McGlone argumentiert, dass die Existenz von so vielen anderen Kryptowährungen Bitcoins Wert mindert. Er zieht einen Vergleich zu einem seltenen Vogel, der in einem überfüllten Taubenschlag zum gewöhnlichen Tier wird. Doch diese Sichtweise wird durch mehrere Argumente infrage gestellt. Der weltgrößte Vermögensverwalter, BlackRock, hat in einem offiziellen Whitepaper explizit das Gegenteil argumentiert. Laut BlackRock besitzt Bitcoin durch seine Natur als globales, dezentrales und im Angebot begrenztes Vermögensgut Risiko- und Renditetreiber, die sich grundlegend von traditionellen Anlageklassen unterscheiden.

BlackRock widerspricht McGlones Sichtweise

Für BlackRock ist Bitcoin kein generischer Coin unter Millionen, sondern eine strukturell eigene Assetklasse. Wenn die Existenz von 30 Millionen Coins Bitcoin wirklich verwässerte, müsste sein Marktanteil gegen null tendieren. Stattdessen hält Bitcoin laut CoinMarketCap eine Dominanz von 58,4 Prozent, was bedeutet, dass über die Hälfte der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung in diesem einen Asset konzentriert ist. Diese Dominanz zeigt, dass Bitcoin nach wie vor eine zentrale Rolle im Krypto-Markt spielt.

Institutionelle Nachfrage bleibt schwach

Fakten auf einen Blick

  • Prognose: Bitcoin könnte auf 10.000 US-Dollar fallen.
  • Bitcoin-Dominanz: 58,4 Prozent des Krypto-Marktes.
  • Anzahl der Kryptowährungen: Fast 30 Millionen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den McGlone anspricht, ist die schwache institutionelle Nachfrage nach Bitcoin. Der Coinbase-Premium-Index, der die Preisdifferenz zwischen Bitcoin auf Coinbase und Binance misst, bleibt seit 44 Tagen im negativen Bereich. Dies ist die längste Serie seit Beginn der Aufzeichnungen und deutet auf eine anhaltende Zurückhaltung seitens der in den USA ansässigen Institutionen hin. Wenn Bitcoin auf Coinbase günstiger gehandelt wird als auf globalen Börsen, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass institutionelle Investoren zögern, in den Markt einzutreten.

Geopolitische Spannungen und ihre Auswirkungen

Die geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und dem Iran, tragen ebenfalls zur Unsicherheit im Krypto-Markt bei. McGlone weist darauf hin, dass diese Spannungen zu einem Rückgang des Rohölpreises und einer Abwärtsbewegung bei Aktien führen könnten, was sich negativ auf Bitcoin auswirken würde. In einem Markt, der bereits von Unsicherheiten geprägt ist, können solche externen Faktoren die Volatilität von Bitcoin weiter erhöhen.

Die Rolle von Bitcoin im aktuellen Finanzumfeld

Die Korrelation zwischen Bitcoin und traditionellen Märkten hat zugenommen, was bedeutet, dass Bitcoin nicht mehr als sicherer Hafen in Krisenzeiten angesehen wird. Stattdessen scheinen Anleger in unsicheren Phasen weiterhin auf physisches Gold und andere traditionelle Anlageformen zu setzen. Diese Verschiebung könnte die langfristige Relevanz von Bitcoin als Inflationsschutz gefährden. McGlone warnt, dass die Bedingungen, die Bitcoin einst so attraktiv machten, sich grundlegend geändert haben.

Fazit

Bitcoin im aktuellen Marktumfeld
Symbolbild: Bitcoin im aktuellen Marktumfeld · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bitcoin vor einer herausfordernden Zukunft steht. Mike McGlones Prognose eines Rückgangs auf 10.000 US-Dollar ist alarmierend und spiegelt die gegenwärtigen Unsicherheiten im Krypto-Markt wider. Die schwache institutionelle Nachfrage, die hohe Korrelation zu den Aktienmärkten und geopolitische Spannungen sind Faktoren, die die Stabilität von Bitcoin gefährden. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten und sich auf mögliche Veränderungen im Markt einstellen.

Häufige Fragen

Was ist die Prognose von Mike McGlone für Bitcoin?
Mike McGlone prognostiziert, dass Bitcoin möglicherweise auf 10.000 US-Dollar fallen könnte, was einen dramatischen Rückgang darstellt.
Warum glaubt McGlone, dass Bitcoin kein Alleinstellungsmerkmal mehr hat?
McGlone argumentiert, dass die Anzahl der verfügbaren Kryptowährungen von wenigen Tausend auf fast 30 Millionen gestiegen ist, was Bitcoins einzigartigen Status entwertet.
Wie steht BlackRock zu Bitcoins Status im Krypto-Markt?
BlackRock sieht Bitcoin als eine strukturell eigene Assetklasse, die sich grundlegend von traditionellen Anlageklassen unterscheidet.
Wie hoch ist die Dominanz von Bitcoin im Krypto-Markt?
Bitcoin hält eine Dominanz von 58,4 Prozent im Krypto-Markt, was zeigt, dass es nach wie vor das führende Asset ist.
Was bedeutet die steigende Korrelation zwischen Bitcoin und traditionellen Märkten?
Die steigende Korrelation deutet darauf hin, dass Bitcoin nicht mehr als sicherer Hafen in Krisenzeiten angesehen wird, was seine Rolle als Inflationsschutz gefährden könnte.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Bitcoin im aktuellen Marktumfeld · Foto: Atlantic Ambience / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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