⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.06.2026
Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf können schnell einen erheblichen Betrag ausmachen. Mit gezielten Strategien lassen sich diese Kosten jedoch erheblich senken.
- Kaufnebenkosten können 8-15% des Kaufpreises ausmachen.
- Grunderwerbsteuer ist der größte Kostenfaktor.
- Notarkosten sind gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar.
Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf können schnell einen erheblichen Betrag ausmachen. Diese Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis einer Immobilie anfallen, sind oft ein entscheidender Faktor für Käufer. In Deutschland liegen die Kaufnebenkosten in der Regel zwischen 8 und 15 Prozent des Kaufpreises. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese Kosten durch gezielte Strategien senken können, insbesondere in Bezug auf Notarkosten, Grunderwerbsteuer und Maklerprovisionen.
Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten sind alle zusätzlichen Ausgaben, die beim Erwerb einer Immobilie anfallen. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren und gegebenenfalls die Maklerprovision. Diese Kosten können je nach Bundesland und Art des Immobilienkaufs erheblich variieren. Die Grunderwerbsteuer ist dabei der größte Kostenfaktor und liegt zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises, abhängig vom Bundesland.
Die Notarkosten sind ebenfalls ein fester Bestandteil der Kaufnebenkosten und betragen in der Regel etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises. Diese Gebühren sind gesetzlich geregelt und können nicht verhandelt werden. Grundbuchgebühren kommen ebenfalls hinzu, die etwa 0,5 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro können die Kaufnebenkosten somit zwischen 19.250 und 42.245 Euro liegen.
Grunderwerbsteuer: Ein großer Kostenfaktor
Die Grunderwerbsteuer ist der größte und am stärksten variierende Posten unter den Kaufnebenkosten. In Bayern beträgt der Steuersatz nur 3,5 Prozent, während er in Bundesländern wie Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein bei 6,5 Prozent liegt. Dies kann bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro einen Unterschied von bis zu 10.500 Euro ausmachen. Daher ist es ratsam, sich vor dem Kauf über die genauen Steuersätze im jeweiligen Bundesland zu informieren.
Ein Tipp zur Senkung der Grunderwerbsteuer ist die gesonderte Ausweisung von beweglichem Inventar im Kaufvertrag. Wenn beispielsweise eine Einbauküche oder andere Möbel im Kaufpreis enthalten sind, können diese separat ausgewiesen werden, sodass sie nicht der Grunderwerbsteuer unterliegen. Dies kann zu erheblichen Einsparungen führen, insbesondere in Bundesländern mit höheren Steuersätzen.
Notarkosten: Gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar
- Kaufnebenkosten betragen 8-15% des Kaufpreises.
- Grunderwerbsteuer variiert zwischen 3,5% und 6,5% je nach Bundesland.
- Notarkosten liegen bei etwa 1,5% des Kaufpreises.
Die Notarkosten sind ein weiterer fester Bestandteil der Kaufnebenkosten. In Deutschland müssen alle Immobilienkäufe notariell beurkundet werden, und die Gebühren dafür sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt. Diese Gebühren sind nicht verhandelbar, was bedeutet, dass Käufer und Verkäufer keinen Einfluss auf die Höhe der Notarkosten haben.
Um jedoch Kosten zu sparen, können Käufer einige Strategien anwenden. Zum Beispiel sollten Käufer darauf achten, dass alle erforderlichen Personen zum Notartermin erscheinen, um zusätzliche Vollmachtsgebühren zu vermeiden. Außerdem kann es sinnvoll sein, den Auftrag zur Erstellung des Kaufvertrags erst nach Sicherstellung der Finanzierung zu erteilen, um unnötige Entwurfsgebühren zu vermeiden.
Maklerprovision: Verhandeln und Einsparen
Die Maklerprovision ist ein weiterer wichtiger Kostenfaktor beim Hauskauf. In der Regel liegt die Provision zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Seit der Reform im Jahr 2020 müssen Käufer und Verkäufer die Maklerprovision mindestens 50:50 teilen, unabhängig davon, wer den Makler beauftragt hat. Dies kann für Käufer von Vorteil sein, da sie nicht die gesamte Provision allein tragen müssen.
Ein wichtiger Hinweis ist, dass die Maklerprovision bei einem Privatverkauf ohne Makler komplett entfällt. Käufer sollten daher in Erwägung ziehen, Immobilien direkt vom Eigentümer zu erwerben, um diese Kosten zu sparen. Zudem kann die Provision in vielen Fällen verhandelt werden, insbesondere wenn der Makler wenig Eigenleistung erbracht hat.
Zusammenfassung der Kaufnebenkosten
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kaufnebenkosten beim Hauskauf erheblich variieren können und einen wichtigen Teil der Gesamtinvestition ausmachen. Käufer sollten sich der verschiedenen Kosten bewusst sein und Strategien zur Senkung dieser Kosten in Betracht ziehen. Die Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklerprovisionen sind die Hauptposten, die es zu beachten gilt.
Ein gezielter Blick auf die Kaufnebenkosten kann nicht nur helfen, Geld zu sparen, sondern auch die finanzielle Belastung beim Hauskauf zu reduzieren. In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist es umso wichtiger, alle Möglichkeiten zur Kostenreduktion auszuschöpfen, um die eigene finanzielle Situation nicht unnötig zu belasten.
Fazit

Die Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Bestandteil des Immobilienkaufs und sollten nicht unterschätzt werden. Durch gezielte Maßnahmen wie die Ausweisung von beweglichem Inventar, das Vermeiden unnötiger Notarkosten und das Verhandeln der Maklerprovision können Käufer erhebliche Einsparungen erzielen. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist, ist es entscheidend, die eigenen Ausgaben im Blick zu behalten und strategisch zu handeln.
Häufige Fragen
Was sind Kaufnebenkosten?
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?
Kann ich die Notarkosten verhandeln?
Wie kann ich die Grunderwerbsteuer senken?
Was ist die 50/50-Regel bei der Maklerprovision?
Quellen: Google News
Symbolbild: Tipps zur Senkung der Kaufnebenkosten · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


