⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026
Die Einführung einer Zuckersteuer ab 2028 könnte den Kommunen in Deutschland jährlich 450 Millionen Euro einbringen. Der Deutsche Städtetag fordert nun, dass diese Mittel direkt vor Ort für Gesundheitsprävention eingesetzt werden.
- Zuckersteuer soll 450 Millionen Euro einbringen
- Städte fordern direkte Verwendung der Mittel
- Gesundheitsprävention für Kinder im Fokus
- Gegner der Steuer: Getränkewirtschaft
- Gesetzentwurf wird im Finanzministerium erarbeitet
Die geplante Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland ab 2028 sorgt für Diskussionen und unterschiedliche Meinungen. Die schwarz-rote Koalition hat sich darauf verständigt, mit dieser Steuer auf zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonade jährlich Einnahmen von etwa 450 Millionen Euro zu generieren. Diese Mittel sollten ursprünglich zur Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen verwendet werden. Doch nun meldet sich der Deutsche Städtetag zu Wort und fordert, dass die Einnahmen direkt den Kommunen zugutekommen.
Was ist die Zuckersteuer?

Die Zuckersteuer ist eine geplante Steuer, die auf zuckerhaltige Getränke erhoben werden soll. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Konsum von Zucker zu reduzieren und damit gesundheitlichen Problemen wie Adipositas und Diabetes vorzubeugen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit langem die Einführung solcher Sondersteuern, um den Zuckerkonsum um mindestens 20 Prozent zu senken. Die Steuer wird voraussichtlich gestaffelt sein: Getränke mit fünf bis acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen mit 26 Cent pro Liter besteuert werden, während Getränke mit mehr als acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter 32 Cent pro Liter kosten sollen.
Warum fordern die Städte das Geld?
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, betont, dass die Städte die Einführung der Zuckersteuer grundsätzlich positiv bewerten. Er argumentiert, dass die Gesundheitsprävention für Kinder und Jugendliche vor Ort stattfinden müsse. Mit den Einnahmen aus der Zuckersteuer könnten Beratungsangebote der kommunalen Gesundheitsdienste in Stadtteilen, Schulen und Kitas ausgebaut werden. Zudem könnten Sport- und Bewegungsangebote für junge Menschen gefördert werden. Schuchardt warnt auch vor den negativen Folgen eines hohen Zuckerkonsums, der bereits in jungen Jahren die Zahngesundheit beeinträchtigen kann und im Alter das Risiko für Demenz erhöht.
Die Reaktion der Getränkewirtschaft
- Einnahmen: 450 Millionen Euro
- Startdatum: 2028
- Ziel: Gesundheitsprävention für Kinder
- Verantwortliches Ministerium: Finanzministerium
- Gegner: Über 300 Unternehmen der Getränkewirtschaft
Die geplante Zuckersteuer stößt jedoch auf Widerstand. Mehr als 300 Unternehmen der Getränkewirtschaft haben sich in einem offenen Brief gegen die Steuer ausgesprochen. Sie warnen vor einer zusätzlichen Belastung für Unternehmen und Verbraucher. Die Getränkewirtschaft argumentiert, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gebe, dass eine Zuckersteuer tatsächlich zur Prävention von Übergewicht und Adipositas beiträgt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass viele Hersteller bereits an Rezepturen mit Süßstoffen arbeiten, wodurch der Zuckergehalt in ihren Produkten ohnehin sinkt.
Der politische Kontext
Ursprünglich war die Zuckersteuer als Abgabe geplant, die zweckgebunden sein sollte. Aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken wurde jedoch entschieden, dass es sich um eine Steuer handeln muss, die im allgemeinen Haushalt fließt. Der Gesetzentwurf wird nun im Finanzministerium unter der Leitung von Lars Klingbeil (SPD) erarbeitet, anstatt im Gesundheitsministerium von Nina Warken (CDU). Der Entwurf soll bereits in der kommenden Woche vom Kabinett verabschiedet werden.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen
Die Einführung der Zuckersteuer könnte nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben, sondern auch auf die wirtschaftliche Lage der Kommunen. Viele Städte in Deutschland kämpfen derzeit mit finanziellen Engpässen. Der Bund der Steuerzahler hat ein Defizit von rund 30 Milliarden Euro festgestellt, was die Notwendigkeit unterstreicht, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Die Kommunen sehen in der Zuckersteuer eine Möglichkeit, ihre Haushalte zu entlasten und gleichzeitig in die Gesundheitsprävention zu investieren.
Fazit

Die geplante Zuckersteuer ab 2028 könnte eine bedeutende Einnahmequelle für die Kommunen darstellen, die dringend benötigte Mittel für die Gesundheitsprävention bereitstellen könnten. Während die Städte die Steuer begrüßen und fordern, dass die Einnahmen vor Ort verwendet werden, gibt es jedoch auch erheblichen Widerstand aus der Getränkewirtschaft. Die kommenden politischen Entscheidungen werden entscheidend dafür sein, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Zuckersteuer tatsächlich die gewünschten Effekte auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Finanzen der Kommunen haben wird.
Häufige Fragen
Was ist die Zuckersteuer?
Wie viel Geld soll die Zuckersteuer einbringen?
Warum fordern die Städte das Geld?
Wer ist gegen die Zuckersteuer?
Wann wird die Zuckersteuer eingeführt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Zuckersteuer und ihre Auswirkungen · Foto: Tara Winstead / Pexels


