StartGeldanlage & ETFsVergleich: Nur wenige Banken geben EZB-Zinserhöhungen weiter

Vergleich: Nur wenige Banken geben EZB-Zinserhöhungen weiter

⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026

Die jüngsten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nur in geringem Maße Auswirkungen auf die Tagesgeldzinsen der Banken. Nur 12 von 800 untersuchten Instituten haben die Zinsen merklich angehoben.

Das Wichtigste in Kürze

  • EZB-Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte
  • Nur 12 Banken erhöhen Tagesgeldzinsen
  • Durchschnittliche Zinsen bleiben unter der Inflationsrate

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat kürzlich den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Diese Entscheidung sollte theoretisch dazu führen, dass Banken und Sparkassen diese Zinsanhebung an ihre Kunden weitergeben. Doch die Realität sieht anders aus: Eine aktuelle Untersuchung des Vergleichsportals Biallo zeigt, dass nur 12 von 800 untersuchten Banken und Sparkassen ihre Tagesgeldzinsen in den zwei Wochen nach der EZB-Zinsanhebung um mindestens 0,20 Prozentpunkte erhöht haben. Unter diesen Anbietern sind keine Sparkassen oder Volksbanken.

Was sind die Auswirkungen der EZB-Zinserhöhungen?

Banken und Zinserhöhungen im Fokus
Symbolbild: Banken und Zinserhöhungen im Fokus · Foto: Alex Luna / Pexels

Die Zinserhöhung der EZB hat das Potenzial, die Erträge für Sparer zu steigern, da Banken mehr Zinserträge für dort geparktes Vermögen erhalten. Allerdings bleibt der Großteil der Banken zurückhaltend, wenn es darum geht, diese Vorteile an die Kunden weiterzugeben. Die Biallo-Analyse zeigt, dass überregionale Banken im Durchschnitt einen Zinssatz von 1,36 Prozent pro Jahr anbieten, während Volks- und Raiffeisenbanken bei 0,49 Prozent und Sparkassen bei 0,44 Prozent liegen. Diese Werte sind nicht nur enttäuschend, sondern liegen auch unter der aktuellen Inflationsrate von 2,3 Prozent, was bedeutet, dass das Geld der Sparer im Laufe der Zeit an Wert verliert.

Warum geben Banken die Zinsen nicht weiter?

Die Zurückhaltung der Banken, die Zinsanhebungen der EZB weiterzugeben, könnte mehrere Gründe haben. Zum einen könnte es an der Wettbewerbssituation im Bankensektor liegen, wo viele Banken versuchen, ihre Margen zu schützen. Zum anderen könnte die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung dazu führen, dass Banken vorsichtiger agieren. Die Tatsache, dass keine Sparkassen oder Volksbanken unter den Anbietern sind, die die Zinsen erhöht haben, könnte auch darauf hindeuten, dass diese Institute weniger flexibel sind, wenn es um die Anpassung ihrer Zinssätze geht.

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Fakten auf einen Blick

  • Zinserhöhung der EZB: 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent
  • Nur 12 von 800 Banken haben Zinsen erhöht
  • Durchschnittlicher Zinssatz überregionaler Banken: 1,36 Prozent

Unter den wenigen Banken, die die EZB-Zinsanhebung weitgehend weitergegeben haben, sticht die Ascory Bank hervor, die derzeit den besten Standard-Zinssatz von 2,50 Prozent pro Jahr für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro bietet. Auf dem zweiten Platz folgen die Bigbank und Revolut mit 2,25 Prozent, gefolgt von Cosmos Direkt mit 2,20 Prozent. Diese Angebote sind besonders für Sparer attraktiv, die nach Möglichkeiten suchen, ihre Erträge zu maximieren.

Die Bedeutung des Zinsvergleichs für Sparer

In der aktuellen Situation ist es für Verbraucher wichtiger denn je, die Zinssätze verschiedener Banken zu vergleichen. Ein Vergleich kann nicht nur helfen, den besten Zinssatz zu finden, sondern auch dazu beitragen, die Auswirkungen der Inflation auf das Ersparte zu minimieren. Wer beispielsweise 10.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,44 Prozent anlegt, erhält am Jahresende lediglich 44 Euro Zinsen. Bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent hingegen wären es 250 Euro, was einen erheblichen Unterschied ausmacht.

Wie sollten Sparer reagieren?

Tipp: Sparer sollten aktiv nach den besten Tagesgeldangeboten suchen und gegebenenfalls ihr Geld zu einer Bank transferieren, die höhere Zinsen bietet. Dies kann nicht nur helfen, die Erträge zu steigern, sondern auch dazu beitragen, den Wert des Geldes in Zeiten hoher Inflation zu erhalten. Es ist ratsam, regelmäßig die Angebote zu überprüfen, da sich die Zinssätze häufig ändern können.

Fazit

Banken und Zinserhöhungen im Fokus
Symbolbild: Banken und Zinserhöhungen im Fokus · Foto: Dany Kurniawan / Pexels

Die aktuelle Situation zeigt, dass trotz der Zinserhöhungen der EZB nur wenige Banken bereit sind, diese an ihre Kunden weiterzugeben. Sparer sollten sich bewusst sein, dass die durchschnittlichen Zinssätze unter der Inflationsrate liegen und aktiv nach besseren Angeboten suchen. Ein Vergleich der Tagesgeldzinsen kann entscheidend sein, um die Erträge zu maximieren und den Wert des Ersparten zu sichern.

Häufige Fragen

Was sind die aktuellen Zinssätze für Tagesgeld?
Der durchschnittliche Zinssatz für überregionale Banken liegt bei 1,36 Prozent, während Volks- und Raiffeisenbanken bei 0,49 Prozent und Sparkassen bei 0,44 Prozent liegen.
Wie viele Banken haben die EZB-Zinserhöhungen weitergegeben?
Von 800 untersuchten Banken haben lediglich 12 Anbieter ihre Tagesgeldzinsen nach der EZB-Zinsanhebung erhöht.
Was bedeutet die Zinserhöhung für Sparer?
Die Zinserhöhung könnte theoretisch höhere Erträge für Sparer bedeuten, jedoch profitieren nur wenige von den tatsächlichen Zinsanpassungen der Banken.
Wie hoch ist die Inflationsrate aktuell?
Die Inflationsrate lag im Juni 2026 bei 2,3 Prozent, was bedeutet, dass viele Tagesgeldzinsen unterhalb der Inflationsrate liegen.
Welche Banken bieten die besten Tagesgeldzinsen?
Die Ascory Bank bietet den besten Zinssatz von 2,50 Prozent pro Jahr, gefolgt von Bigbank und Revolut mit 2,25 Prozent.

Quellen: Google News

Symbolbild: Banken und Zinserhöhungen im Fokus · Foto: Stephen Leonardi / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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