⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026
Der Vorstandsvorsitzende der Bausparkassen, Bernd Hertweck, äußert sich besorgt über die wachsenden Hürden für den Erwerb von Wohneigentum in Deutschland. Er fordert dringend politische Maßnahmen, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
- Wachsende Kluft zwischen Wunsch und Realität beim Wohneigentum.
- Fehlendes Eigenkapital als größte Hürde für viele potenzielle Käufer.
- Politische Unterstützung notwendig, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.
Der Vorstandsvorsitzende der Bausparkassen, Bernd Hertweck, hat auf dem Bauspartag 2026 in Berlin eindringlich vor den wachsenden Hürden für den Erwerb von Wohneigentum gewarnt. In seiner Rede betonte er, dass die Kluft zwischen dem Wunsch nach einem eigenen Zuhause und der Realität immer größer wird. „Da platzen Lebensträume“, so Hertweck, der damit auf die Herausforderungen hinweist, vor denen viele potenzielle Käufer stehen.
Wunsch und Wirklichkeit: Die aktuelle Situation

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass drei von vier Deutschen den Traum vom Eigenheim hegen. Dennoch plant nur jeder Vierte konkret den Kauf einer Immobilie. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass 86 Prozent der 20- bis 49-Jährigen überzeugt sind, dass Wohneigentum heute schwerer zu erreichen ist als noch vor wenigen Jahren. Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit verdeutlicht den Handlungsbedarf, den die Bausparkassen sehen.
Fehlendes Eigenkapital als größte Hürde
Ein zentrales Problem, das viele Menschen am Erwerb von Wohneigentum hindert, ist das fehlende Eigenkapital. Laut aktuellen Berechnungen verfügen nur noch etwa 6 Prozent der jüngeren Mieterhaushalte über ausreichend Eigenkapital, um eine typische Immobilie an ihrem Wohnort zu finanzieren. Diese Zahl ist alarmierend niedrig und zeigt, dass viele potenzielle Käufer vor einer unüberwindbaren Hürde stehen.
Stefan Siebert, Vorsitzender der Gruppe der Landesbausparkassen, betont, dass die Eigenkapitalhürde für viele Menschen die größte Herausforderung auf dem Weg ins Wohneigentum darstellt. Um diese Hürde zu senken, fordern die Bausparkassen Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer sowie eine Verbesserung der Wohnungsbauprämie, um die Eigenkapitalbildung zu fördern.
Politische Maßnahmen dringend erforderlich
- Drei von vier Deutschen wünschen sich ein Eigenheim.
- Nur jeder Vierte plant konkret den Kauf einer Immobilie.
- 86 Prozent der 20- bis 49-Jährigen glauben, dass Wohneigentum schwerer erreichbar ist als früher.
Die Bausparkassen sehen die Politik in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für den Erwerb von Wohneigentum zu verbessern. Bernd Hertweck fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen, um den Druck auf den Mietwohnungsmarkt zu verringern. „Wohneigentum ist für viele Menschen ein zentrales Aufstiegs- und Sicherheitsversprechen“, so Hertweck. Damit es wieder erreichbar wird, sind politische Maßnahmen notwendig.
Die Bausparkassen setzen sich dafür ein, dass die Eigenkapitalbildung gezielt gefördert wird. Dies könnte durch steuerliche Entlastungen und verbesserte Förderstrukturen geschehen. Hertweck betont, dass Deutschland das selbstgenutzte Wohneigentum braucht, um den Druck auf den Mietwohnungsmarkt zu verringern und um den Menschen eine Perspektive zu bieten.
Wohneigentum als Altersvorsorge
Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um Wohneigentum eine Rolle spielt, ist die Bedeutung von Immobilien als Teil der Altersvorsorge. Frank Demmer, Vorstandsvorsitzender der LBS NordWest, hebt hervor, dass selbstgenutztes Wohneigentum nicht ohne Grund die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge ist. Wer im Ruhestand mietfrei wohnt, entlastet sein Haushaltsbudget und gewinnt finanzielle Spielräume.
Die Bausparkassen setzen alles daran, dass gerade junge Menschen die Chancen erkennen, die sich durch die Eigenheimrente bieten. Diese Förderung könnte dazu beitragen, die Eigenkapitalbildung zu stärken und den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.
Energetische Modernisierung im Bestand
Neben dem Erwerb von neuem Wohneigentum rückt auch die energetische Modernisierung bestehender Immobilien in den Fokus. Mike Kammann, Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall, betont, dass viele Wohneigentümer bereit sind, in die energetische Modernisierung ihrer Immobilien zu investieren. Damit diese Bereitschaft erhalten bleibt, sind praxistaugliche und verlässliche Förderbedingungen notwendig.
Die Bausparkassen fordern, dass Förderprogramme besser auf die Realität der Sanierungen abgestimmt werden. Oft erfolgen Sanierungen schrittweise, und die Förderlogik sollte diesen Prozess berücksichtigen, um die Eigentümer zu unterstützen.
Fazit: Handlungsbedarf für die Zukunft

Die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um den Traum vom Wohneigentum für viele Menschen in Deutschland zu verwirklichen. Die Bausparkassen fordern politische Maßnahmen, um die Hürden beim Erwerb von Immobilien zu senken und die Eigenkapitalbildung zu fördern. Nur so kann das selbstgenutzte Wohneigentum wieder zu einem erreichbaren Ziel für breite Bevölkerungsschichten werden.
Häufige Fragen
Warum ist Wohneigentum in Deutschland so schwer erreichbar?
Was fordern die Bausparkassen zur Verbesserung der Situation?
Wie viele Deutsche wünschen sich ein Eigenheim?
Was sind die größten Hürden für den Erwerb von Wohneigentum?
Welche Rolle spielt Wohneigentum in der Altersvorsorge?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wohneigentum: Ein Traum für viele Deutsche · Foto: Karolina K / Pexels


