⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 06.08.2026
In einer Zeit, in der die Märkte von Inflation und Zinsen geprägt sind, ist es entscheidend, die richtigen Aktien zu finden. Der 5-Punkte-Check hilft Anlegern, die 4 Prozent der Aktien zu identifizieren, die tatsächlich Rendite bringen.
- Nur 4 % der Aktien sind für den Vermögenszuwachs verantwortlich.
- Fokus auf Rentabilität statt Umsatz.
- Systematische Analyse ist der Schlüssel zum Erfolg.
In der heutigen Zeit, in der die Märkte von Inflation und steigenden Zinsen geprägt sind, ist es für Anleger entscheidend, die richtigen Aktien zu finden. Nur 4 Prozent aller jemals gelisteten Aktien erklären den gesamten Vermögenszuwachs des US-Aktienmarktes seit 1926. Der Rest schneidet langfristig schlechter ab als Staatsanleihen. Daher ist es nicht nur wichtig, Aktien zu kaufen, sondern auch zu wissen, wie man die wenigen Dauerläufer findet und den Rest meidet.
Was ist der 5-Punkte-Check?

Der 5-Punkte-Check ist ein systematisches Verfahren zur Analyse von Aktien, das Anlegern hilft, die besten Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren. Milliardäre wie Warren Buffett nutzen kein Bauchgefühl, sondern setzen auf eine fundierte Analyse der Unternehmen. Dieser Ansatz ermöglicht es, emotionale Fallen des Marktes zu umgehen und gezielt nach den besten Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau zu suchen.
Die Wahrheit ist hart: Langfristige Studien, wie die von Hendrik Bessembinder, zeigen, dass nur ein sehr kleiner Teil aller jemals gelisteten Aktien – rund 4 % – den gesamten Nettovermögenszuwachs des US-Aktienmarktes seit 1926 erklärt. Die große Mehrheit der Einzeltitel schneidet langfristig schlechter ab als Staatsanleihen. Daher ist es entscheidend, die richtigen Kriterien anzuwenden, um die wenigen „Super-Aktien“ zu finden, die den Durchschnitt nach oben ziehen.
Der erste Schritt: Das Geschäftsmodell verstehen
Der erste Punkt im 5-Punkte-Check ist die Analyse des Geschäftsmodells. Viele Unternehmen sind austauschbar und haben geringe Eintrittsbarrieren, was zu harten Preiskämpfen führt und die Margen frisst. Daher sollte der erste Check immer die Frage sein, ob das Geschäftsmodell einen „ökonomischen Burggraben“ (Economic Moat) besitzt. Dies bedeutet, dass das Unternehmen in der Lage ist, Preise zu erhöhen, ohne Kunden zu verlieren. Ein starkes Geschäftsmodell ist der ultimative Beweis für einen Burggraben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rentabilität des Unternehmens. Viele Anleger glauben fälschlicherweise, dass hohe Umsätze automatisch zu Wohlstand führen. In Wirklichkeit ist es jedoch die Rentabilität, die zählt. Daher sollten Investoren sich auf drei zentrale Kennzahlen konzentrieren: die Gewinnmarge, die Eigenkapitalrendite und das Umsatzwachstum über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Jahren. Diese Kennzahlen geben Aufschluss darüber, wie gut ein Unternehmen in der Lage ist, Gewinne zu erwirtschaften und wie nachhaltig diese sind.
Der zweite Schritt: Die Rentabilität analysieren
Die Rentabilität ist ein entscheidender Faktor bei der Auswahl von Aktien. Ein einmalig guter Wert ist oft Zufall. Nur die historische Konstanz dieser Kennzahlen belegt die Qualität des Geschäftsmodells. Selbst das beste Geschäftsmodell kann von einem inkompetenten oder eigennützigen Management ruiniert werden. Daher ist es wichtig, auch das Management zu beurteilen. Der „Captain“ an Bord entscheidet über den langfristigen Erfolg des Unternehmens.
Ein Tipp für die Praxis: Nutze einfache Kennzahlen als erste Filter. Benjamin Graham, der als Vater des Value Investing gilt, empfahl für den defensiven Anleger ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von maximal 15 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von maximal 1,5. Das Produkt aus KGV und KBV sollte nicht über 22,5 liegen. Für den unternehmerischen Anleger galten noch strengere Maßstäbe: etwa ein KGV unter 10 oder Aktien, die unter ihrem Nettoumlaufvermögen notierten.
Der dritte Schritt: Die Sicherheitsmarge berücksichtigen
- Nur 4 % der Aktien erklären den Vermögenszuwachs seit 1926.
- Die Mehrheit der Aktien schneidet schlechter ab als Staatsanleihen.
- Warren Buffett nutzt systematische Analysen zur Aktienauswahl.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheitsmarge. Diese Marge fungiert als Puffer. Wenn deine Berechnung des inneren Werts leicht falsch ist oder das Unternehmen eine vorübergehende Schwierigkeit durchlebt, verlierst du dank des großen Abschlags, zu dem du gekauft hast, wahrscheinlich trotzdem kein Kapital. Kapitalerhalt steht immer an erster Stelle. Das Ziel ist es, einen Vermögenswert zu kaufen, dessen geschätzter Wert deutlich über dem Preis liegt, den du bezahlst – idealerweise einen „$1-Schein für 50 Cents“, wie Warren Buffett es formuliert.
Um eine realistische Sicherheitsmarge zu berechnen, solltest du einen festen Kaufpreis-Maximalwert festlegen, der dir eine Sicherheitsmarge von mindestens 25 % bis 40 % bietet. Das bedeutet, dass der Marktpreis 25 % bis 40 % unter deinem berechneten inneren Wert liegen sollte. Diese Strategie hilft, das Risiko zu minimieren und die Chancen auf langfristigen Erfolg zu maximieren.
Der vierte Schritt: Langfristig denken
Value Investing ist kein Sprint, sondern eine geduldige Strategie. Es ist wichtig, das unterbewertete Unternehmen zu kaufen und zu warten, bis der Markt im Laufe der Zeit den wahren Wert des Unternehmens erkennt. Halte deine Emotionen im Zaum und diversifiziere dein Portfolio auf zehn bis dreißig verschiedene Aktien, um das Risiko eines Fehlers bei einer Einzelaktie zu minimieren. Bedenke dabei, dass die Analyse und Überwachung von dreißig Unternehmen erheblichen Zeitaufwand erfordert. Oft ist es besser, mit zehn bis fünfzehn gut verstandenen Positionen zu arbeiten, als mit dreißig halbherzig geprüften.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Stabilität der Gewinne. Achte darauf, dass Umsatz- und Gewinnentwicklung über fünf Jahre stetig wachsen. Schwankungen können ein Zeichen für ein instabiles Geschäftsmodell sein, während stetig steigende Margen auf Preissetzungsmacht und Effizienz hinweisen.
Der fünfte Schritt: Die Bewertung einordnen
Die Bewertung der Aktien ist ein entscheidender Schritt im 5-Punkte-Check. Achte darauf, das KGV und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) im Branchenvergleich zu betrachten. Höheres Wachstum kann höhere Multiples rechtfertigen, aber nicht grenzenlos. Ein gutes Verständnis der Branche und des Geschäftsmodells ist entscheidend, um die Bewertung richtig einordnen zu können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auswahl der richtigen Aktien eine systematische und fundierte Analyse erfordert. Der 5-Punkte-Check bietet eine klare Struktur, um die besten Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren und die emotionalen Fallen des Marktes zu umgehen. Mit Geduld und einer fundierten Strategie können Anleger die 4 Prozent der Aktien finden, die tatsächlich Rendite bringen.
Fazit

In einer Zeit, in der die Märkte von Unsicherheiten geprägt sind, ist es wichtiger denn je, die richtigen Aktien auszuwählen. Der 5-Punkte-Check hilft Anlegern, die 4 Prozent der Aktien zu identifizieren, die wirklich Rendite bringen. Durch eine systematische Analyse des Geschäftsmodells, der Rentabilität, der Sicherheitsmarge, des langfristigen Fokus und der Bewertung können Anleger ihre Chancen auf langfristigen Erfolg maximieren.
Häufige Fragen
Was ist der 5-Punkte-Check?
Warum sind nur 4 % der Aktien rentabel?
Wie finde ich Aktien mit einem guten Geschäftsmodell?
Welche Kennzahlen sind wichtig für die Aktienanalyse?
Wie kann ich meine Emotionen beim Investieren kontrollieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Analyse der besten Aktien für Rendite · Foto: RDNE Stock project / Pexels


