⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.08.2026
Die britische Steuerbehörde HM Revenue and Customs (HMRC) hat in den letzten zwölf Monaten über 81.000 Warnbriefe an Krypto-Investoren verschickt. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie zur Steuerverschärfung, die 2027 in Kraft treten soll.
- Steigende Zahl von Warnbriefen zeigt zunehmende Steuerüberwachung.
- Krypto-Investoren müssen Gewinne aus Transaktionen melden.
- Neue Regelungen ab 2027 erleichtern HMRC die Datenbeschaffung.
Die britische Steuerbehörde HM Revenue and Customs (HMRC) hat in den letzten zwölf Monaten über 81.000 Warnbriefe an Krypto-Investoren verschickt. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie zur Steuerverschärfung, die 2027 in Kraft treten soll. Die Zahl der versendeten Briefe hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht, was auf eine zunehmende Überwachung und Regulierung im Krypto-Sektor hinweist.
Was sind Krypto-Warnungen?

Krypto-Warnungen sind offizielle Mitteilungen von HMRC, die an Investoren gerichtet sind, die möglicherweise Kapitalertragssteuern auf ihre Gewinne aus Kryptowährungen schulden. Diese Briefe dienen nicht nur als Erinnerung, sondern auch als Aufforderung, die eigenen Steuerangelegenheiten zu überprüfen. HMRC hat festgestellt, dass viele Investoren sich der steuerlichen Verpflichtungen, die mit dem Handel von Kryptowährungen verbunden sind, nicht bewusst sind.
Die Warnungen sind besonders relevant, da die britische Steuerbehörde plant, ihre Befugnisse zur Überwachung von Krypto-Transaktionen zu erweitern. Ab März 2027 werden Krypto-Plattformen in zahlreichen Ländern verpflichtet sein, Informationen über ihre Kunden an HMRC zu übermitteln. Dies wird die Steuerbehörde in die Lage versetzen, gezielt gegen Steuervergehen vorzugehen und sicherzustellen, dass alle Gewinne korrekt versteuert werden.
Steigende Zahl von Warnungen und deren Bedeutung
Die Zahl der von HMRC versendeten Warnbriefe ist von 27.714 im Finanzjahr 2023-24 auf 81.172 im Finanzjahr 2025-26 gestiegen. Diese Zunahme um über 200% zeigt, dass HMRC ernsthafte Anstrengungen unternimmt, um Steuervergehen im Krypto-Bereich zu bekämpfen. Die Steuerbehörde hat festgestellt, dass viele Investoren ihre Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen nicht melden, was zu erheblichen Steuerausfällen führt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Krypto-Märkte in den letzten Jahren extrem volatil waren. Während der Preis von Bitcoin von etwa 14.000 £ im Dezember 2022 auf 90.000 £ im Oktober 2025 gestiegen ist, hat er in den letzten zwölf Monaten auf etwa 48.000 £ abgenommen. Diese Preisschwankungen können dazu führen, dass Investoren sich unsicher fühlen und möglicherweise nicht wissen, wie sie ihre Gewinne korrekt melden sollen.
Die steuerlichen Verpflichtungen von Krypto-Investoren
- 81.172 Warnbriefe wurden von HMRC an Krypto-Investoren gesendet.
- Die Zahl der Briefe stieg von 27.714 in 2023-24 auf 81.172 in 2025-26.
- Ab März 2027 müssen Krypto-Plattformen weltweit Daten an HMRC übermitteln.
In Großbritannien sind Krypto-Investoren verpflichtet, ihre Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen zu versteuern, ähnlich wie bei Aktien und anderen Vermögenswerten. Dies bedeutet, dass Gewinne, die über den persönlichen Freibetrag von 3.000 £ hinausgehen, versteuert werden müssen. Für Grundsteuersatzzahler beträgt der Steuersatz 18%, während höhere Steuersatzzahler 24% zahlen müssen.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass Steuerpflichten nur dann entstehen, wenn Krypto in Fiat-Währung umgewandelt wird. Tatsächlich wird jede Transaktion, die als Veräußering gilt, besteuert. Dazu gehören der Verkauf von Krypto für Geld, der Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere und sogar das Ausgeben von Krypto für Waren oder Dienstleistungen. Diese Komplexität kann für viele Investoren eine Herausforderung darstellen.
Die Rolle von HMRC und zukünftige Entwicklungen
HMRC hat angekündigt, dass die neuen Regelungen ab 2027 die Überwachung von Krypto-Transaktionen erheblich erleichtern werden. Krypto-Plattformen in über 52 Ländern werden verpflichtet sein, Daten über ihre Kunden an HMRC zu übermitteln. Dies umfasst vollständige Transaktionsaufzeichnungen sowie persönliche Informationen wie Name, Adresse und National Insurance-Nummer.
Analysten haben bereits darauf hingewiesen, dass diese neuen Befugnisse es HMRC ermöglichen werden, gezielt gegen wohlhabende Krypto-Investoren vorzugehen. Die Steuerbehörde hat erklärt, dass sie entschlossen ist, sicherzustellen, dass alle Investoren ihren fairen Anteil an Steuern zahlen. Dies könnte zu einer erheblichen Steigerung der Steuereinnahmen führen, die bis 2030 auf bis zu 315 Millionen £ geschätzt werden.
Praktische Tipps für Krypto-Investoren
Darüber hinaus sollten Investoren sich über ihre steuerlichen Verpflichtungen informieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Steuerberater können wertvolle Unterstützung bieten, um sicherzustellen, dass alle steuerlichen Anforderungen erfüllt werden und um mögliche Strafen zu vermeiden.
Fazit

Die über 81.000 Krypto-Warnungen von HMRC sind ein klares Signal für die zunehmende Regulierung und Überwachung im Krypto-Sektor. Investoren müssen sich ihrer steuerlichen Verpflichtungen bewusst sein und sicherstellen, dass sie ihre Gewinne korrekt melden. Mit den bevorstehenden Änderungen ab 2027 wird es für HMRC einfacher, Steuervergehen zu identifizieren und zu verfolgen. Daher ist es für Krypto-Investoren unerlässlich, sich proaktiv mit ihren Steuerangelegenheiten auseinanderzusetzen.
Häufige Fragen
Was sind Krypto-Warnungen?
Warum hat HMRC so viele Warnungen verschickt?
Was passiert, wenn ich meine Krypto-Gewinne nicht melde?
Wie wird die Steuer auf Krypto-Gewinne berechnet?
Was ändert sich ab 2027 für Krypto-Investoren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-Warnungen und Steuerpflichten · Foto: Melvin Silva / Pexels


