⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 25.07.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann Sparer teuer zu stehen kommen. Bis zu 7.300 Euro könnten verloren gehen, wenn man nicht die richtigen Schritte unternimmt.
- Kündigung führt zu hohen Rückzahlungen
- Alternativen zur Kündigung sind günstiger
- Altersvorsorgedepot startet 2027
Die Riester-Rente ist für viele Deutsche ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Doch die Überlegung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann gravierende finanzielle Folgen haben. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass Sparer durch eine Kündigung bis zu 7.300 Euro verlieren können. Dies geschieht vor allem, weil bei einer Kündigung alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum eine Kündigung oft die schlechteste Wahl ist und welche Alternativen es gibt.
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wenn ein Riester-Vertrag gekündigt wird, löst dies eine sogenannte förderschädliche Verwendung aus. Das bedeutet, dass alle Zulagen, die über die Jahre angesammelt wurden, sowie die Steuervorteile, die der Sparer in Anspruch genommen hat, zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der beispielsweise 15 Jahre lang lief, können diese Rückzahlungen schnell zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen. Hinzu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die den Verlust weiter erhöhen können.
Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, ist, dass die Kündigung in der Regel auch die Auszahlung des angesparten Guthabens zur Folge hat. Besonders bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten, kann dies bedeuten, dass der Sparer am Ende nur einen Bruchteil seines eingezahlten Geldes zurückerhält. Dies ist besonders frustrierend, wenn man bedenkt, dass viele Sparer auf die Riester-Rente als eine wichtige Säule ihrer Altersvorsorge setzen.
Alternativen zur Kündigung
Statt den Vertrag zu kündigen, gibt es mehrere Alternativen, die für Sparer deutlich günstiger sind. Eine Möglichkeit ist, den Vertrag einfach stillzulegen. Dies bedeutet, dass keine weiteren Einzahlungen geleistet werden, das Guthaben jedoch weiterhin investiert bleibt und die bisherigen Zulagen erhalten bleiben. Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits lange läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere attraktive Option ist der Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird. Hierbei kann das bestehende Guthaben in das neue System übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ist dieser Wechsel sogar kostenlos. Vorher fallen maximal 150 Euro an, was im Vergleich zu den möglichen Verlusten durch eine Kündigung gering ist.
Das neue Altersvorsorgedepot
- Kündigungskosten: bis zu 7.300 Euro
- Zulagenrückzahlung bei Kündigung
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
Das Altersvorsorgedepot wird eine wichtige Neuerung für Riester-Sparer darstellen. Es ermöglicht eine flexiblere und kostengünstigere Verwaltung der Altersvorsorge. Sparer, die in das neue System wechseln, profitieren von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote, was insbesondere für Singles und Gutverdiener von Vorteil ist. Diese Gruppen haben oft von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert und können nun von den neuen Möglichkeiten profitieren.
Ein entscheidender Vorteil des neuen Systems ist, dass die Zulagen nicht rückwirkend fließen. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig um die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots zu kümmern. Wer bereits jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt starten, ohne lange Wartezeiten oder verpasste Förderungen.
Vertrag behalten und weiterlaufen lassen
Eine dritte Möglichkeit besteht darin, den bestehenden Vertrag einfach weiterlaufen zu lassen. Dies kann sinnvoll sein, wenn die alten Fördersysteme weiterhin Vorteile bieten, wie die festen Grundzulagen von 175 Euro und Kinderzulagen von bis zu 300 Euro. Allerdings ist zu beachten, dass der Vorteil des alten Systems in den letzten Jahren deutlich geschrumpft ist. Im neuen Altersvorsorgedepot wird die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind bereits ab einem Eigenbeitrag von 25 Euro pro Monat erreicht.
Für viele Sparer könnte es daher attraktiver sein, den Vertrag stillzulegen oder in das neue System zu wechseln, anstatt ihn einfach weiterlaufen zu lassen. Die Entscheidung sollte jedoch individuell getroffen werden, abhängig von der persönlichen finanziellen Situation und den langfristigen Zielen der Altersvorsorge.
Fazit

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann erhebliche finanzielle Verluste nach sich ziehen, die bis zu 7.300 Euro betragen können. Statt zu kündigen, sollten Sparer die verschiedenen Alternativen in Betracht ziehen, wie das Stilllegen des Vertrags oder den Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar sein wird. Eine frühzeitige Planung und die Nutzung der neuen Möglichkeiten können helfen, die Altersvorsorge effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die Rückzahlungen bei einer Kündigung?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Riester-Vertrag und Altersvorsorge Optionen · Foto: Picas Joe / Pexels


