⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 28.07.2026
Steigende Temperaturen stellen für viele Arbeitnehmer eine Herausforderung dar. Arbeitgeber müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen.
- Kein Anspruch auf Hitzefrei für Arbeitnehmer.
- Arbeitgeber müssen für angemessene Arbeitsbedingungen sorgen.
- Raumtemperaturen über 26 Grad Celsius erfordern Maßnahmen.
Steigende Temperaturen im Sommer 2026 stellen für viele Arbeitnehmer eine erhebliche Belastung dar. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, für angemessene Arbeitsbedingungen zu sorgen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen. In diesem Artikel werden die relevanten Arbeitgeberpflichten bei hohen Temperaturen erläutert und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Arbeitsumgebung zu verbessern.
Was sind die gesetzlichen Grundlagen für Arbeitgeberpflichten?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Arbeitgeber in Deutschland sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättVO) festgelegt. Laut Paragraf 618 BGB haben Arbeitgeber die Pflicht, die Arbeitsräume so zu gestalten, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen müssen, um die Auswirkungen von Hitze zu minimieren.
Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geben spezifische Empfehlungen zur Raumtemperatur. Laut der ASR A3.5 sollte die Temperatur in Arbeitsräumen 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Bei Temperaturen über 30 Grad sind Arbeitgeber verpflichtet, aktiv zu werden und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Welche Maßnahmen sollten Arbeitgeber bei hohen Temperaturen ergreifen?
Um den Anforderungen der ASR gerecht zu werden, sollten Arbeitgeber verschiedene Maßnahmen in Betracht ziehen. Dazu gehören beispielsweise die Installation von Außenjalousien und Lüftungseinrichtungen, um die Raumtemperatur zu regulieren. Zudem können flexible Arbeitszeiten, wie die Möglichkeit, die Arbeit früher am Morgen zu beginnen, helfen, die Belastung durch Hitze zu reduzieren.
Wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen, wird empfohlen, die Bekleidungsvorschriften zu lockern und ausreichend Getränke bereitzustellen. Diese Maßnahmen sind nicht nur wichtig für das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern auch für die Produktivität am Arbeitsplatz.
Was passiert, wenn die Temperaturen 35 Grad überschreiten?
Bei Temperaturen über 35 Grad Celsius wird der Arbeitsplatz laut ASR als nicht mehr geeignet angesehen. In solchen Fällen sind Arbeitgeber verpflichtet, spezielle Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Hitzeschutzkleidung, Luftduschen und Wasserschleiern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die ASR und die Arbeitsstättenverordnung keine verbindlichen Anordnungen sind, sondern Empfehlungen. Dennoch sollten Arbeitgeber diese Empfehlungen ernst nehmen, um rechtlichen Problemen vorzubeugen und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten.
Was sind die Rechte der Arbeitnehmer bei hohen Temperaturen?
Arbeitnehmer haben das Recht auf einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz. Wenn die Temperaturen im Büro oder am Arbeitsplatz unerträglich werden, sollten sie dies umgehend ihrem Arbeitgeber melden. Es gibt jedoch keinen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei. Arbeitnehmer, die eigenmächtig den Arbeitsplatz verlassen oder die Arbeit verweigern, riskieren arbeitsrechtliche Konsequenzen.
Arbeitnehmer sollten sich jedoch über ihre Rechte im Klaren sein und im Falle von gesundheitlichen Problemen aufgrund von Hitze mit ihrem Arbeitgeber sprechen. Eine offene Kommunikation kann helfen, Lösungen zu finden und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Wie können Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Mitarbeiter langfristig schützen?
Langfristig sollten Arbeitgeber nicht nur auf akute Hitzewellen reagieren, sondern auch präventive Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen. Dazu gehört die regelmäßige Überprüfung der Arbeitsbedingungen und die Anpassung der Infrastruktur an klimatische Veränderungen. Arbeitgeber sollten auch Schulungen anbieten, um das Bewusstsein für die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit zu schärfen.
Zusätzlich können Arbeitgeber in klimafreundliche Technologien investieren, um die Energieeffizienz zu steigern und die Raumtemperaturen zu regulieren. Dies kann nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter fördern, sondern auch langfristig Kosten sparen und die Produktivität steigern.
Fazit

Die steigenden Temperaturen im Sommer 2026 stellen eine Herausforderung für Arbeitgeber dar. Es ist entscheidend, dass sie ihre gesetzlichen Verpflichtungen ernst nehmen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen. Durch die Schaffung eines angenehmen Arbeitsumfelds können Arbeitgeber nicht nur die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter erhöhen, sondern auch die Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden fördern.
Häufige Fragen
Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Hitzefrei?
Welche Temperaturen sind für Arbeitsräume zulässig?
Was sind die Pflichten der Arbeitgeber bei hohen Temperaturen?
Welche Maßnahmen sollten Arbeitgeber ergreifen?
Was passiert bei Temperaturen über 35 Grad?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Arbeitnehmer im Büro bei Hitze · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels


