⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.08.2026
Die im Koalitionsvertrag angekündigten Steuererleichterungen für die Games-Branche in Deutschland lassen weiter auf sich warten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil äußerte sich dazu auf der Gamescom.
- Steuererleichterungen für die Games-Branche stehen noch aus.
- Bundesregierung plant Gespräche, jedoch aufgrund der Haushaltslage schwierig.
- Förderbudget für die Branche wurde auf 125 Millionen Euro erhöht.
Die im Koalitionsvertrag angekündigten Steuererleichterungen für die Games-Branche in Deutschland lassen weiter auf sich warten. Bei einem Besuch der weltgrößten Computerspiel-Messe Gamescom äußerte sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zu diesem Thema und erklärte, dass die Gespräche innerhalb der Bundesregierung aufgrund der schwierigen Haushaltslage kompliziert seien. Klingbeil betonte jedoch, dass er grundsätzlich für die Steuererleichterungen sei und dass diese im Koalitionsvertrag festgehalten sind.
Was sind die Hintergründe der Steuererleichterungen?

Im Koalitionsvertrag von 2025 hatten die Parteien CDU/CSU und SPD angekündigt, den Gamestandort Deutschland durch steuerliche Anreize zu fördern. Diese Anreize könnten es Gamesfirmen ermöglichen, Kosten steuerlich abzusetzen und somit ihre Steuerlast zu verringern. Auf lange Sicht erhofft man sich, dass durch diese Maßnahmen die Branche wächst und mehr Arbeitsplätze entstehen, was letztlich auch zu höheren Steuereinnahmen für den Staat führen könnte.
Der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Felix Falk, mahnte während der Gamescom, dass Fortschritte bei diesem Thema dringend notwendig seien. Er wies darauf hin, dass in anderen Ländern wie Frankreich, Irland, Australien, Kanada und Großbritannien bereits steuerliche Förderungen für die Games-Branche existieren. Falk forderte, dass Deutschland ebenfalls „auf das nächste Level kommen“ müsse, um im internationalen Wettbewerb nicht weiter abgehängt zu werden.
Die aktuelle Situation der Games-Branche in Deutschland
Die Games-Branche in Deutschland ist ein Milliardengeschäft, das im Digitalzeitalter zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immer mehr Menschen nutzen Smartphones, Konsolen oder Desktop-PCs, um Videospiele zu spielen. Trotz dieser wachsenden Beliebtheit fließen jedoch nur etwa fünf Prozent der Ausgaben für Games in Deutschland in Spiele, die hierzulande entwickelt werden. Dies zeigt, dass Deutschland im globalen Gaming-Markt nur eine Nebenrolle spielt.
Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Games-Branche zu stärken, hat die Bundesregierung ihr Förderbudget für die Branche auf 125 Millionen Euro erhöht. Im Jahr 2025 betrug dieses Budget noch 88 Millionen Euro. Bislang wurden jedoch nur etwa 40 Millionen Euro bewilligt oder beantragt, was Fragen zur tatsächlichen Notwendigkeit und Effizienz dieser Fördermittel aufwirft.
Die Rolle der Bundesländer
- Datum: 26.08.2026
- Förderbudget: 125 Millionen Euro für 2026
- Steuererleichterungen: Noch nicht umgesetzt
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Diskussion um die Steuererleichterungen ist die Zustimmung der Bundesländer. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) signalisierte während der Gamescom, dass sein Bundesland bereit sei, den Steuererleichterungen zuzustimmen, wenn die Bundesregierung ihren Koalitionsvertrag umsetzt. Wüst äußerte die Zuversicht, dass eine faire Lösung gefunden werden kann, um die Games-Branche in Deutschland zu unterstützen.
Die Zustimmung der Bundesländer ist entscheidend, da die steuerlichen Anreize nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Landesebene umgesetzt werden müssen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen politischen Ebenen, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Die wirtschaftlichen Implikationen
Die fehlenden Steuererleichterungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Games-Branche selbst, sondern auch auf die gesamte deutsche Wirtschaft. In einem Umfeld, in dem die Inflation steigt und die Zinsen möglicherweise anziehen, könnte die fehlende Unterstützung für die Games-Branche dazu führen, dass Investitionen ausbleiben. Dies könnte sich negativ auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Innovationskraft der Branche auswirken.
Die Games-Branche ist ein wichtiger Bestandteil der Kreativwirtschaft und könnte durch steuerliche Anreize nicht nur wachsen, sondern auch zur Stabilität der deutschen Wirtschaft beitragen. Eine florierende Games-Branche könnte zudem positive Effekte auf andere Sektoren haben, wie etwa die Technologie– und Medienbranche.
Fazit

Die Diskussion um die Steuererleichterungen für die Games-Branche in Deutschland bleibt angespannt. Während die Bundesregierung Gespräche führt, bleibt unklar, wann und ob diese Anreize tatsächlich umgesetzt werden. Die Branche selbst fordert dringend Fortschritte, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Deutschland seine Position im globalen Gaming-Markt stärken kann oder ob es weiterhin hinter anderen Ländern zurückbleibt.
Häufige Fragen
Warum gibt es keine Steuererleichterungen für die Games-Branche?
Wie hoch ist das Förderbudget für die Games-Branche?
Welche Länder haben bereits steuerliche Förderungen für Games?
Was sind Tax Credits?
Wie wichtig ist die Games-Branche für die deutsche Wirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Gamescom 2026: Einblick in die Gaming-Branche · Foto: Vladimir Srajber / Pexels


