⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.09.2026
Österreich plant ab dem 1. Januar 2027 die Einführung eines Zukunftsdepots, das Eltern ermöglicht, bis zu 5.000 Euro jährlich steuerfrei für ihre Kinder anzulegen. Dieses Modell soll den langfristigen Vermögensaufbau für die nächste Generation fördern.
- Zukunftsdepot ermöglicht bis zu 5.000 Euro pro Jahr steuerfrei.
- Ziel: langfristiger Vermögensaufbau für Kinder.
- Kritik an der Ungleichheit der Vorteile für wohlhabende Haushalte.
Österreich plant ab dem 1. Januar 2027 die Einführung eines Zukunftsdepots, das Eltern ermöglicht, bis zu 5.000 Euro jährlich steuerfrei für ihre Kinder anzulegen. Dieses Modell soll den langfristigen Vermögensaufbau für die nächste Generation fördern und ist Teil eines umfassenderen Plans zur Sicherung der Altersvorsorge in Österreich.
Was ist das Zukunftsdepot?

Das Zukunftsdepot ist ein neues Sparmodell, das von der österreichischen Regierung unter der Führung von Bundeskanzler Christian Stocker vorgestellt wurde. Es ermöglicht Eltern, jährlich bis zu 5.000 Euro für jedes Kind bis zum 18. Geburtstag steuerfrei anzulegen. Die Idee hinter diesem Modell ist es, den finanziellen Grundstein für die nächste Generation zu legen und den Kindern die Möglichkeit zu geben, frühzeitig Vermögen aufzubauen.
Die angesparten Beträge sollen ab dem 18. Geburtstag des Kindes zur Verfügung stehen, ohne dass Kapitalertragsteuer fällig wird. Dies stellt einen erheblichen Vorteil dar, da die üblicherweise anfallende Steuer von 27,5 Prozent entfällt. Das Zukunftsdepot könnte somit eine attraktive Option für Eltern sein, die für die Ausbildung, den Führerschein oder das erste Eigenheim ihrer Kinder vorsorgen möchten.
Hintergrund und Motivation
Die Einführung des Zukunftsdepots ist Teil eines größeren Plans der österreichischen Regierung, die Altersvorsorge zu reformieren und zu sichern. In einem Kontext, in dem die Diskussion um die Pensionssicherung immer lauter wird, sieht die ÖVP die Notwendigkeit, private Vorsorge zu fördern. Der Vorschlag eines staatlichen Zukunftsfonds, der aus den Gewinnen staatsnaher Betriebe gespeist werden soll, ergänzt das Konzept des Zukunftsdepots.
Die Idee ist, dass durch die Ansparungen im Zukunftsdepot und die damit verbundene Förderung einer Aktienkultur in Österreich, langfristig ein Kapitalstock von rund 100 Milliarden Euro entstehen könnte. Dies könnte dazu beitragen, jährlich etwa fünf Milliarden Euro für das Pensionssystem zur Verfügung zu stellen. Ein solches Modell könnte auch als Vorbild für andere Länder dienen, wie es in Dänemark bereits erfolgreich praktiziert wird.
Finanzielle Vorteile und steuerliche Aspekte
- Startdatum: 1. Januar 2027
- Jährlicher Betrag: bis zu 5.000 Euro pro Kind
- Steuerfreiheit: Kapitalertragsteuer entfällt bis zum 18. Geburtstag
Ein zentraler Vorteil des Zukunftsdepots ist die Steuerfreiheit der Erträge bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Dies bedeutet, dass Eltern nicht nur die Möglichkeit haben, einen erheblichen Betrag anzusparen, sondern auch von der Vermeidung der Kapitalertragsteuer profitieren können. Bei einer angenommenen Rendite von 6,7 Prozent könnten Eltern bis zum 18. Geburtstag ihres Kindes rund 175.000 Euro ansparen, was eine signifikante Summe darstellt.
Die steuerlichen Vorteile sind besonders für wohlhabende Haushalte von Bedeutung, die in der Lage sind, die maximalen Beträge in das Zukunftsdepot einzuzahlen. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies zu einer Ungleichheit führen könnte, da einkommensschwächere Familien möglicherweise nicht in der Lage sind, die vollen 5.000 Euro jährlich zu investieren.
Kritik und Herausforderungen
Trotz der positiven Aspekte des Zukunftsdepots gibt es auch erhebliche Kritik. Die SPÖ und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) haben Bedenken geäußert, dass das Modell vor allem wohlhabenden Familien zugutekommt und die Finanzierung eines staatlichen Zukunftsfonds in Frage steht. Der ÖGB betont, dass Pensionen keine Wette auf die Börse sein sollten und dass das bewährte Umlageverfahren nicht aushöhlen werden darf.
Zusätzlich äußert die FPÖ Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit des Zukunftsfonds, insbesondere in Anbetracht der angespannten Haushaltslage Österreichs. Der Nettofinanzierungssaldo lag im Juli 2026 bei minus 15,3 Milliarden Euro, was Fragen zur langfristigen Finanzierung aufwirft.
Marktreaktionen und Unterstützung
Die Reaktionen auf den Vorschlag des Zukunftsdepots sind gemischt. Während die Wirtschaftskammer und Vertreter der Finanzwirtschaft den Vorstoß unterstützen und die Möglichkeit begrüßen, privates Kapital für die Vorsorge zu mobilisieren, gibt es auch kritische Stimmen, die auf die Notwendigkeit einer inflationsgesicherten Anlage hinweisen. Die Erste Bank und die Wiener Börse haben bereits ihre Unterstützung für das Modell signalisiert und sehen darin einen wichtigen Schritt zur Förderung einer Aktienkultur in Österreich.
Die Diskussion um das Zukunftsdepot zeigt, dass das Thema Vorsorge in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immer mehr Eltern denken darüber nach, wie sie für ihre Kinder eine finanzielle Absicherung schaffen können, während gleichzeitig die Unsicherheiten im Pensionssystem zunehmen.
Fazit

Das Zukunftsdepot, das ab dem 1. Januar 2027 in Österreich eingeführt werden soll, bietet Eltern die Möglichkeit, bis zu 5.000 Euro jährlich steuerfrei für ihre Kinder anzulegen. Während das Modell viele Vorteile für den langfristigen Vermögensaufbau bietet, gibt es auch erhebliche Kritik hinsichtlich der Ungleichheit der Vorteile und der Finanzierung eines staatlichen Zukunftsfonds. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich dieses Modell in der Praxis bewähren wird und ob es tatsächlich dazu beiträgt, die finanzielle Vorsorge für die nächste Generation zu stärken.
Häufige Fragen
Was ist das Zukunftsdepot?
Wie funktioniert das Zukunftsdepot?
Wer profitiert vom Zukunftsdepot?
Wann kann ich das Zukunftsdepot eröffnen?
Gibt es Kritik am Zukunftsdepot?
Quellen: Google News
Symbolbild: Zukunftsdepot: Sparen für die nächste Generation · Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels


