⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 02.09.2026
Der Sächsische Handwerkstag spricht sich gegen die Einführung kommunaler Verpackungssteuern aus, die als wirtschaftliche Belastung für das Lebensmittelhandwerk angesehen werden.
- Kommunale Verpackungssteuern könnten die wirtschaftliche Entwicklung gefährden.
- Steigende Kosten und Kaufzurückhaltung belasten die Betriebe zusätzlich.
- Der Handwerkstag fordert die Landesregierung auf, dem Beispiel Bayerns zu folgen.
Der Sächsische Handwerkstag hat sich entschieden gegen die Einführung kommunaler Verpackungssteuern ausgesprochen. Diese Steuer könnte in vielen sächsischen Städten, darunter auch Leipzig, zur Diskussion stehen. Die Handwerksorganisation sieht in einer solchen Abgabe ein unkalkulierbares Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe, insbesondere im Lebensmittelhandwerk.
Was ist die Verpackungssteuer?

Die Verpackungssteuer ist eine potenzielle Abgabe, die von Kommunen erhoben werden könnte, um die Kosten für die Entsorgung von Verpackungsmaterialien zu decken. Diese Steuer würde insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen im Lebensmittelbereich stark belasten, da sie bereits mit steigenden Preisen für Rohstoffe, Energie und Sozialabgaben kämpfen müssen. Die Einführung einer solchen Steuer könnte die ohnehin angespannte finanzielle Lage der Betriebe weiter verschärfen.
Die Position des Sächsischen Handwerkstags
Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstags, hat die Landesregierung aufgefordert, dem Beispiel Bayerns zu folgen, wo seit dem 1. Januar 2026 die Einführung kommunaler Verpackungssteuern verboten ist. Nostitz argumentiert, dass die Einführung einer solchen Steuer nicht nur die Preise für Endverbraucher erhöhen würde, sondern auch im Widerspruch zu den von der Bundesregierung ergriffenen Entlastungsmaßnahmen steht, wie dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen.
Wirtschaftliche Belastungen durch Bürokratie
- Der Sächsische Handwerkstag fordert ein Verbot kommunaler Verpackungssteuern.
- Bayern hat seit 1. Januar 2026 die Einführung solcher Steuern verboten.
- Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstags, warnt vor unkalkulierbaren Risiken für die Betriebe.
Die Einführung einer Verpackungssteuer würde nicht nur finanzielle, sondern auch bürokratische Hürden mit sich bringen. Unternehmen müssten sich mit zahlreichen Fragen zur Abgrenzung betroffener Verpackungsarten und Materialien auseinandersetzen. Zudem wären Schulungen des Personals und Anpassungen der Betriebsprozesse notwendig, was zusätzlichen Aufwand und Kosten verursachen würde. Nostitz betont, dass die Bürokratie durch Dokumentation und Kontrolle einer zusätzlichen Steuer einen weiteren Wettbewerbsnachteil für die Lebensmittel der kurzen Wege darstellen würde.
Die Rolle des Lebensmittelhandwerks
Bäcker, Fleischer, Speiseeishersteller, Konditoren, Mühlen und Privatbrauer leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur regionalen Lebensmittelversorgung. Viele dieser Betriebe beteiligen sich bereits aktiv an Mehrwegsystemen, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Nostitz weist darauf hin, dass es nicht die Aufgabe der Betriebe sei, das Bewusstsein zur Vermeidung von Verpackungsmüll zu schärfen. Stattdessen sollten auf freiwillige Anreize gesetzt werden, um die Unternehmen zu unterstützen.
Fazit: Ein Appell an die Landesregierung

Die Diskussion um die kommunale Verpackungssteuer in Sachsen zeigt, wie wichtig es ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Handwerk zu berücksichtigen. Die Forderung des Sächsischen Handwerkstags, die Einführung solcher Steuern zu verbieten, ist ein klarer Appell an die Landesregierung, die Belastungen für die Betriebe zu reduzieren. In einer Zeit, in der viele Unternehmen mit steigenden Kosten und einer zurückhaltenden Kaufbereitschaft der Kunden kämpfen, wäre eine zusätzliche Steuer ein weiterer negativer Faktor, der die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte.
Häufige Fragen
Was ist die Verpackungssteuer?
Warum lehnt das Handwerk die Verpackungssteuer ab?
Welche Auswirkungen hat die Verpackungssteuer auf die Preise?
Wie reagiert die Landesregierung auf die Forderungen?
Was sind die Alternativen zur Verpackungssteuer?
Quellen: Google News
Symbolbild: Lebensmittelhandwerk in Sachsen · Foto: Onur / Pexels


