⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 04.09.2026
Ende September 2026 erfolgt der jährliche Austausch von Kontodaten zwischen 118 Ländern und dem deutschen Finanzamt. Welche Konten betroffen sind und was das für Steuerpflichtige bedeutet, erfahren Sie hier.
- Das Finanzamt erhält Daten von über 100 Ländern.
- Betroffene Konten sind unter anderem Girokonten und Aktien.
- Steuerpflichtige sollten ihre Steuererklärungen überprüfen.
Ende September 2026 steht für viele Steuerpflichtige ein wichtiger Termin an: Der jährliche Austausch von Kontodaten zwischen dem deutschen Finanzamt und 118 anderen Ländern. Dieser Prozess ist Teil des automatischen Informationsaustauschs, der darauf abzielt, steuerpflichtige Erträge über Ländergrenzen hinweg zu erfassen und zu melden. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Konten betroffen sind und was dies für Ihre Steuererklärung bedeutet.
Was sind die betroffenen Konten?

Die Konten, die dem Finanzamt gemeldet werden, umfassen eine Vielzahl von Finanzprodukten. Dazu gehören unter anderem:
- Girokonten
- Sparbücher
- Festgeldkonten
- Tagesgeldkonten
- Aktien und Investmentfonds
- Versicherungsverträge, wie Lebensversicherungen
- Rentenversicherungsverträge
Diese Daten werden von Banken und Finanzinstituten in den jeweiligen Ländern an die zuständigen Steuerbehörden übermittelt. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle steuerpflichtigen Erträge korrekt erfasst und versteuert werden.
Warum ist der Informationsaustausch wichtig?
Der automatische Informationsaustausch ist ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen Steuerhinterziehung. Durch die Meldung von Kontodaten aus dem Ausland wird es für Steuerpflichtige schwieriger, Einkünfte zu verschweigen. Das Finanzamt kann die gemeldeten Daten mit den Angaben in den Steuererklärungen abgleichen. Bei Unstimmigkeiten erhalten die Betroffenen Post vom Finanzamt zur Klärung der Sachverhalte.
Die Grundlage für diesen Austausch bildet das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz, das sicherstellen soll, dass steuerpflichtige Erträge nicht vor den Finanzbehörden verborgen werden. Dies betrifft insbesondere Kapitalerträge, die bei ausländischen Banken nicht automatisch versteuert werden.
Welche Daten werden übermittelt?
- Stichtag: 30. September 2026
- 118 Länder melden Kontodaten
- Betroffene Konten: Girokonten, Sparbücher, Aktien
Die übermittelten Daten sind nicht so detailliert, dass sie alle Kontobewegungen umfassen. Vielmehr handelt es sich um grundlegende Informationen, die für steuerliche Zwecke relevant sind. Zu den gemeldeten Daten gehören:
- Name und Adresse des Kontoinhabers
- Steueridentifikationsnummer
- Geburtsdatum und Geburtsort
- Steuerlicher Wohnsitz
- Kontonummer
- Name und Identifikationsnummer des meldenden Finanzinstituts
- Kontostand zum Ende des Kalenderjahres
- Gesamtbrutto der Zinsen, Dividenden oder sonstigen Einkünfte
Diese Informationen ermöglichen es dem Finanzamt, die Steuererklärungen der Bürger genau zu überprüfen und sicherzustellen, dass alle Einkünfte korrekt angegeben werden.
Was sollten Steuerpflichtige beachten?
Steuerpflichtige, die ein Konto im Ausland besitzen, sollten sich rechtzeitig auf die bevorstehenden Meldungen vorbereiten. Es ist ratsam, die eigenen Steuererklärungen der vergangenen Jahre zu überprüfen und sicherzustellen, dass alle relevanten Einkünfte aus dem Ausland korrekt angegeben wurden. Dazu zählen Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne und ausländische Mieteinnahmen.
Welche Konsequenzen drohen bei Unstimmigkeiten?
Wenn das Finanzamt Unstimmigkeiten zwischen den gemeldeten Daten und den Angaben in der Steuererklärung feststellt, kann es zu einer Sachverhaltsaufklärung kommen. In diesem Fall erhalten die Steuerpflichtigen ein Schreiben, in dem sie aufgefordert werden, die Differenzen zu erklären. Dies kann die Vorlage von Nachweisen über ausländische Steuern, Kontoauszügen oder Korrekturen früherer Steuerbescheide umfassen.
Die Meldesummen werden in US-Dollar an die jeweiligen Steuerverwaltungen übermittelt. Bei mehreren Kontoinhabern, wie etwa bei einem gemeinsamen Konto, werden die Werte für jeden Kontoinhaber zu 100 % gemeldet. Dies kann zu unerwarteten Steuernachzahlungen führen, wenn die tatsächlichen Erträge von den gemeldeten abweichen.
Fazit

Der bevorstehende Austausch von Kontodaten am 30. September 2026 ist für viele Steuerpflichtige von großer Bedeutung. Wer ein Konto im Ausland hat, sollte sich gut vorbereiten und sicherstellen, dass alle relevanten Einkünfte in der Steuererklärung angegeben werden. Der automatische Informationsaustausch ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und sorgt dafür, dass alle Bürger ihren steuerlichen Verpflichtungen nachkommen.
Häufige Fragen
Welche Konten werden dem Finanzamt gemeldet?
Wann erfolgt die Meldung der Kontodaten?
Was passiert, wenn ich ein ausländisches Konto habe?
Wie viele Länder sind am Informationsaustausch beteiligt?
Was sind die Konsequenzen bei falschen Angaben?
Quellen: Google News
Symbolbild: Kontenmeldung an das Finanzamt · Foto: SHOX ART / Pexels


