⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.09.2026
Private Equity eröffnet Anlegern neue Möglichkeiten, in Unternehmen zu investieren, die nicht an der Börse gelistet sind. Mit der EU-Reform von 2024 wird der Zugang auch für Privatanleger erleichtert.
- Private Equity ermöglicht Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen.
- Die EU-Reform von 2024 senkt die Einstiegshürden für Privatanleger.
- Private Equity bietet Chancen auf hohe Renditen, birgt aber auch Risiken.
Private Equity eröffnet Anlegern neue Möglichkeiten, in Unternehmen zu investieren, die nicht an der Börse gelistet sind. Mit der EU-Reform von 2024 wird der Zugang auch für Privatanleger erleichtert. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie in Private Equity investieren können und welche Chancen sich abseits der Börse bieten.
Was ist Private Equity?

Private Equity bezeichnet Investitionen in Unternehmen, die nicht an der Börse gelistet sind. Im Gegensatz zu Public Equity, wo Anleger Aktien börsennotierter Unternehmen erwerben, ermöglicht Private Equity den Zugang zu einer Vielzahl von Firmen, deren Anteile nicht öffentlich gehandelt werden. Diese Unternehmen sind oft kleiner und weniger bekannt, bieten jedoch das Potenzial für hohe Renditen, wenn sie erfolgreich wachsen und später verkauft werden.
Die meisten Unternehmen, deren Produkte wir täglich nutzen, sind nicht an der Börse gelistet. Dazu gehören Zulieferer, Softwarefirmen und viele andere Dienstleister. Private Equity-Firmen erwerben Anteile an diesen Unternehmen, um deren Wert über mehrere Jahre hinweg zu steigern. Der Gewinn entsteht aus der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, ergänzt um die Erträge, die das Unternehmen in der Zwischenzeit erwirtschaftet.
Wie funktioniert der Prozess der Private Equity-Investition?
Der Prozess der Private Equity-Investition erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst wird Kapital von Anlegern gesammelt, die als Limited Partners (LPs) fungieren. Der Fondsmanager, auch General Partner (GP) genannt, verwendet dieses Kapital, um Anteile an verschiedenen Unternehmen zu erwerben. Diese Unternehmen, die als Portfoliounternehmen bezeichnet werden, stehen im Mittelpunkt der Investitionsstrategie.
Nach dem Erwerb der Anteile beginnt die Wertsteigerungsphase. Hier arbeitet der Fondsmanager aktiv mit dem Management der Portfoliounternehmen zusammen, um operative Verbesserungen umzusetzen und das Wachstum zu fördern. Dies kann durch die Erschließung neuer Märkte, die Optimierung von Prozessen oder strategische Übernahmen geschehen. Der Exit, also der Verkauf der Beteiligungen, erfolgt in der Regel nach mehreren Jahren, wenn der Wert der Unternehmen gestiegen ist.
Die Rolle der EU-Reform von 2024
Die EU-Reform von 2024 hat den Zugang zu Private Equity für Privatanleger erheblich erleichtert. Früher waren solche Investitionen oft nur wohlhabenden Einzelpersonen und institutionellen Investoren vorbehalten. Mit der Reform können Anleger nun bereits ab einem Betrag von 1 Euro in spezielle Fonds investieren, die auf Private Equity ausgerichtet sind. Dies öffnet die Tür zu einer Anlageklasse, die zuvor nur schwer zugänglich war.
Diese Reform hat das Potenzial, das Investitionsverhalten vieler Menschen zu verändern. Anleger können nun mit kleineren Beträgen in Unternehmen investieren, die nicht an der Börse gelistet sind, und von deren Wachstum profitieren. Dies könnte insbesondere in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit eine attraktive Alternative zu traditionellen Anlagen wie Aktien oder Anleihen darstellen.
Chancen und Risiken von Private Equity
Private Equity bietet zahlreiche Chancen, birgt jedoch auch Risiken. Die Möglichkeit, in nicht börsennotierte Unternehmen zu investieren, kann zu höheren Renditen führen, da diese Unternehmen oft schneller wachsen als ihre börsennotierten Pendants. Zudem sind die Bewertungen in der Regel weniger volatil, was in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten von Vorteil sein kann.
<pAllerdings sind Private Equity-Investitionen oft illiquide, was bedeutet, dass Anleger ihre Anteile nicht so leicht verkaufen können wie Aktien. Die Haltedauer kann mehrere Jahre betragen, und es besteht das Risiko, dass die Unternehmen nicht die erwarteten Renditen erzielen. Daher ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und eine fundierte Entscheidung zu treffen, bevor man in Private Equity investiert.
Wie Sie in Private Equity investieren können
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Private Equity zu investieren. Eine der einfachsten Methoden ist der Kauf von Anteilen an börsennotierten Beteiligungsgesellschaften. Diese Aktien sind börsentäglich handelbar und bieten eine transparente Möglichkeit, in den Sektor zu investieren. Zudem profitieren Anleger von den Geschäftsberichten und Analystenschätzungen, die für diese Unternehmen zur Verfügung stehen.
Eine weitere Möglichkeit sind spezielle Fonds, die als ELTIFs (Europäische langfristige Investmentfonds) strukturiert sind. Diese Fonds ermöglichen es Anlegern, mittelbar an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligt zu sein. Dank der Reform können Anleger bereits ab 1 Euro investieren, was den Zugang zu Private Equity erheblich erleichtert.
Fazit

Private Equity stellt eine interessante Anlagealternative dar, die es Anlegern ermöglicht, in Unternehmen abseits der Börse zu investieren. Mit der EU-Reform von 2024 wird der Zugang zu dieser Anlageklasse auch für Privatanleger erleichtert. Trotz der Chancen, die Private Equity bietet, sollten Anleger sich der Risiken bewusst sein und eine fundierte Entscheidung treffen. Die Möglichkeit, in nicht börsennotierte Unternehmen zu investieren, könnte in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit eine attraktive Option darstellen.
Häufige Fragen
Was ist Private Equity?
Wie kann ich in Private Equity investieren?
Welche Risiken sind mit Private Equity verbunden?
Was sind die Vorteile von Private Equity?
Wie funktioniert der Prozess der Private Equity-Investition?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Investieren in Private Equity: Chancen und Strategien · Foto: RDNE Stock project / Pexels


