⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.09.2026
Immer mehr deutsche Mittelständler denken über eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland nach. Laut einer aktuellen KfW-Studie plant fast jeder dritte dieser Unternehmen, in den kommenden fünf Jahren ins Ausland zu gehen.
- Fast ein Drittel der Mittelständler plant Verlagerung ins Ausland.
- Hohe Energiekosten und demografische Herausforderungen treiben die Abwanderung.
- Der EU-Binnenmarkt gewinnt an Bedeutung für die Unternehmen.
Immer mehr deutsche Mittelständler denken über eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland nach. Laut einer aktuellen KfW-Studie plant fast jeder dritte dieser Unternehmen, in den kommenden fünf Jahren ins Ausland zu gehen. Diese Entwicklung ist alarmierend, da der Mittelstand lange als Rückgrat der deutschen Wirtschaft galt. Die Gründe für diese Abwanderung sind vielfältig und reichen von hohen Energiekosten bis hin zu einem verschärften internationalen Wettbewerb.
Was ist die aktuelle Situation im deutschen Mittelstand?

Die KfW-Studie, die auf einer Umfrage unter 1700 Unternehmen basiert, zeigt, dass 29% der befragten Mittelständler planen, Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern. Bereits 8% haben dies in den letzten fünf Jahren getan. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, bezeichnet diese Entwicklung als Warnzeichen. Er betont, dass, wenn nur die Hälfte dieser Unternehmen ihre Pläne umsetzt, die Verlagerung deutlich zunehmen wird.
Diese Abwanderung ist nicht nur ein kurzfristiges Phänomen, sondern spiegelt tiefere strukturelle Probleme wider. Die Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Dazu gehören nicht nur die hohen Energiekosten, sondern auch die demografische Entwicklung, die den Arbeitsmarkt belastet.
Welche Faktoren treiben die Abwanderung voran?
Ein zentraler Faktor für die Abwanderung ist die steigende Attraktivität anderer Länder, insbesondere in Bezug auf Produktionskosten. Die aggressive Wirtschaftspolitik Chinas und die Zollpolitik der USA haben die Rahmenbedingungen für den deutschen Mittelstand erheblich verschlechtert. Viele Unternehmen berichten von stagnierenden Auslandsumsätzen seit 2022, was die Notwendigkeit einer Neuausrichtung verstärkt.
Zusätzlich haben geopolitische Risiken und Handelskonflikte dazu geführt, dass viele Mittelständler ihre Geschäftsstrategien überdenken. Die Unsicherheiten im internationalen Handel machen es für Unternehmen schwieriger, langfristige Planungen vorzunehmen. Dies hat zur Folge, dass viele Firmen ihre Produktion in Länder verlagern, die als stabiler und weniger risikobehaftet gelten.
Wie reagieren die Unternehmen auf die Herausforderungen?
- Datum: 05.09.2026
- Umfrage: 1700 Unternehmen befragt
- 29% der Mittelständler planen Verlagerung ins Ausland
- 8% haben bereits Teile ihrer Produktion verlagert
- 30% erwarten sinkende Umsätze in den nächsten vier Jahren
Um den Herausforderungen zu begegnen, versuchen viele Mittelständler, ihre Exporte stärker auf den EU-Binnenmarkt auszurichten. 19% der befragten Unternehmen haben bereits Schritte unternommen, um ihre Exporte innerhalb Europas zu steigern. Bei den Industriebetrieben liegt dieser Anteil sogar bei 24%. Diese Neuausrichtung zeigt, dass die Unternehmen versuchen, sich auf sicherere Märkte zu konzentrieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Verbesserung der Stimmung in der Exportwirtschaft, wie sie im August durch den Ifo-Index dokumentiert wurde, sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturellen Probleme weiterhin bestehen. Die kurzfristigen Erholungen könnten nicht ausreichen, um die langfristigen Herausforderungen zu bewältigen, die durch demografische Veränderungen und steigende Energiekosten verursacht werden.
Welche Auswirkungen hat die Abwanderung auf die deutsche Wirtschaft?
Die Abwanderung von Produktionsstätten könnte langfristig zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und einer Schwächung des industriellen Rückgrats der deutschen Wirtschaft führen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Unternehmen selbst, sondern könnte auch den DAX und die allgemeine wirtschaftliche Stabilität gefährden. Wenn der Mittelstand, der für viele Arbeitsplätze verantwortlich ist, schwächer wird, könnte dies auch die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen.
Die Herausforderungen, vor denen der Mittelstand steht, sind nicht nur wirtschaftlicher Natur. Auch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Die Politik ist gefordert, die Attraktivität des Standorts Deutschland zu erhöhen, um die Abwanderung zu stoppen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.
Fazit

Die aktuelle KfW-Studie zeigt, dass die Abwanderung von Produktionsstätten aus Deutschland ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Fast jeder dritte Mittelständler plant, in den kommenden Jahren ins Ausland zu gehen. Die Gründe sind vielfältig und reichen von hohen Energiekosten bis hin zu einem verschärften internationalen Wettbewerb. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen Unternehmen ihre Strategien überdenken und sich auf stabilere Märkte konzentrieren. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um den Mittelstand zu unterstützen und die Abwanderung zu stoppen.
Häufige Fragen
Warum planen viele Mittelständler die Verlagerung ins Ausland?
Wie viele Unternehmen haben bereits Teile ihrer Produktion verlagert?
Welche Märkte sind für die Mittelständler besonders interessant?
Wie wirkt sich die Abwanderung auf die deutsche Wirtschaft aus?
Was sind die langfristigen Aussichten für den deutschen Mittelstand?
Quellen: Google News
Symbolbild: Mittelstand in der Produktion und Abwanderung · Foto: Vladimir Srajber / Pexels


