⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.09.2026
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine 25-prozentige Abgeltungsteuer auf Gewinne aus Kryptowährungen ab 2028 vorsieht. Diese Regelung könnte erhebliche Auswirkungen auf den Kryptomarkt und die Anleger haben.
- Kryptogewinne werden künftig wie Aktien besteuert.
- Die einjährige Haltefrist für Steuerfreiheit entfällt.
- Erwartete Mehreinnahmen von rund 350 Millionen Euro jährlich.
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine 25-prozentige Abgeltungsteuer auf Gewinne aus Kryptowährungen ab 2028 vorsieht. Diese Regelung stellt einen bedeutenden Schritt in der Besteuerung von digitalen Vermögenswerten dar und könnte weitreichende Auswirkungen auf den Kryptomarkt und die Anleger haben.
Was ist die Abgeltungsteuer auf Krypto-Gewinne?

Die Abgeltungsteuer auf Krypto-Gewinne ist eine Steuer, die auf die Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether erhoben wird. Ab 2028 sollen diese Gewinne mit einem Steuersatz von 25 Prozent besteuert werden, was dem aktuellen Steuersatz für Aktiengewinne entspricht. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen an die von traditionellen Finanzanlagen anzupassen.
Bislang waren Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen nach einer einjährigen Haltefrist steuerfrei. Diese Regelung wird mit der neuen Gesetzgebung abgeschafft, was bedeutet, dass Anleger künftig unabhängig von der Haltedauer Steuern auf ihre Gewinne zahlen müssen.
Hintergrund der Steuerreform
Die Einführung der Abgeltungsteuer auf Krypto-Gewinne ist Teil eines umfassenderen Aktionsplans des Bundesfinanzministeriums zur Bekämpfung von Steuerbetrug und zur Schaffung eines gerechteren Steuersystems. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) betont, dass es unfair sei, wenn hart erarbeitete Einkommen und Kapitalerträge besteuert werden, während Gewinne aus der Spekulation mit Kryptowährungen weitgehend steuerfrei bleiben.
Das Bundesfinanzministerium erwartet durch die neue Regelung Mehreinnahmen von rund 350 Millionen Euro jährlich. Diese Einnahmen sollen zur Finanzierung des Bundeshaushalts verwendet werden, der in den kommenden Jahren mit erheblichen Finanzierungslücken konfrontiert ist.
Details zur neuen Regelung
- Steuersatz: 25 Prozent auf Kryptogewinne
- Freibetrag: 1.000 Euro pro Person
- Inkrafttreten: Ab 2028 für nach 2026 erworbene Kryptowerte
Die neue Abgeltungsteuer wird für alle Kryptowährungen gelten, die nach dem 1. Januar 2027 erworben werden. Für bereits zuvor erworbene Bestände bleibt die bisherige Regelung mit der einjährigen Haltefrist voraussichtlich bestehen. Dies bedeutet, dass Anleger, die ihre Kryptowährungen länger als ein Jahr halten, weiterhin von der Steuerfreiheit profitieren können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen Regelung ist der Freibetrag von 1.000 Euro pro Person, der auch für Gewinne aus Kryptowährungen gilt. Dies ermöglicht es Anlegern, bis zu diesem Betrag steuerfrei zu bleiben, was insbesondere für kleinere Investoren von Bedeutung ist.
Verrechnung von Verlusten
Ein weiterer Vorteil der neuen Regelung ist die Möglichkeit, Verluste aus Krypto-Geschäften mit Gewinnen aus Aktien und anderen Wertpapieren zu verrechnen. Dies stellt eine steuerliche Entlastung für Anleger dar, die in volatilen Märkten tätig sind und möglicherweise sowohl Gewinne als auch Verluste realisieren müssen.
Die Verrechnung von Verlusten könnte dazu führen, dass Anleger weniger zögerlich sind, in Kryptowährungen zu investieren, da sie nun die Möglichkeit haben, ihre Verluste steuerlich geltend zu machen. Dies könnte langfristig zu einer Stabilisierung des Marktes beitragen.
Reaktionen auf die Steuerreform
Die geplante Steuerreform hat bereits zu unterschiedlichen Reaktionen in der Finanz- und Krypto-Community geführt. Während einige Anleger die Einführung einer klaren steuerlichen Regelung begrüßen, sehen andere die Abschaffung der einjährigen Haltefrist als nachteilig an. Kritiker argumentieren, dass die neue Regelung die Attraktivität von Kryptowährungen als Anlageform verringern könnte.
Eine Petition, die von verschiedenen Organisationen, darunter der Bitcoin Bundesverband, initiiert wurde, fordert den Erhalt der einjährigen Haltefrist und eine weitere Einordnung von Kryptowerten als „andere Wirtschaftsgüter“. Diese Petition hat bereits eine breite Unterstützung gefunden und könnte Einfluss auf die endgültige Ausgestaltung der Gesetzgebung haben.
Fazit

Die geplante Einführung einer 25-prozentigen Abgeltungsteuer auf Gewinne aus Kryptowährungen ab 2028 stellt einen bedeutenden Schritt in der Regulierung des Kryptomarktes dar. Mit der Abschaffung der einjährigen Haltefrist und der Möglichkeit zur Verrechnung von Verlusten könnte sich das Investitionsverhalten der Anleger ändern. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die Diskussion um die Steuerreform entwickelt und welche Auswirkungen sie auf den Kryptomarkt haben wird.
Häufige Fragen
Was ist die Abgeltungsteuer auf Krypto-Gewinne?
Wann tritt die neue Regelung in Kraft?
Gibt es einen Freibetrag für Krypto-Gewinne?
Wie werden Verluste aus Krypto-Geschäften behandelt?
Warum wird die Steuerreform eingeführt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-Gewinne und Steuerreform · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


