⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 18.06.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer teuer werden. Bis zu 7.300 Euro Verlust sind möglich, wenn man die staatlichen Förderungen zurückzahlen muss. Alternativen zur Kündigung bieten sich an.
- Kündigung führt zu hohen Verlusten
- Förderschädliche Verwendung bei Kündigung
- Alternativen: Stilllegung oder Übertragung in Altersvorsorgedepot
Die Riester-Rente war lange Zeit ein zentraler Bestandteil der Altersvorsorge in Deutschland. Doch mit den aktuellen Reformen und der Einführung des Altersvorsorgedepots ab 2027 stehen viele Sparer vor der Frage, ob sie ihren Riester-Vertrag kündigen sollten. Eine Kündigung kann jedoch erhebliche finanzielle Folgen haben, die viele nicht auf dem Schirm haben. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Kündigung eines Riester-Vertrags bis zu 7.300 Euro kosten kann und welche Alternativen es gibt.
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine sogenannte förderschädliche Verwendung aus. Dies bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können diese Rückzahlungen schnell zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen. Hinzu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die die finanzielle Belastung weiter erhöhen können.
Ein Beispiel verdeutlicht die Situation: Eine Sparerin, die ihren Vertrag kündigt, verliert in einem Rechenbeispiel bis zu 7.300 Euro. Dies entspricht mehr als einem Drittel ihres Guthabens. Wenn sie den Vertrag hingegen stilllegt und das Guthaben weiter investiert, könnte es bei einer angenommenen Rendite von 4 Prozent über 20 Jahre auf etwa 46.000 Euro anwachsen. Die Kündigung erfordert also eine sorgfältige Abwägung der finanziellen Konsequenzen.
Die finanziellen Folgen der Kündigung
Die finanziellen Folgen einer Kündigung sind nicht zu unterschätzen. Bei der Kündigung eines Riester-Vertrags wird der Rückkaufswert oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegen, insbesondere in den ersten Jahren. Dies liegt an den hohen Abschlusskosten, die bereits zu Beginn abgezogen werden. Viele Sparer sind sich dieser Tatsache nicht bewusst und treffen die Entscheidung zur Kündigung ohne ausreichende Informationen.
Zusätzlich zur Rückzahlung der staatlichen Förderung kann die Kündigung auch dazu führen, dass Sparer in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Verlust von staatlichen Zulagen und Steuervorteilen kann dazu führen, dass nach der Kündigung möglicherweise gar nichts mehr übrig bleibt oder sogar zusätzliche Kosten anfallen. Daher ist es ratsam, sich vor einer Kündigung umfassend zu informieren und die finanziellen Auswirkungen genau zu prüfen.
Alternativen zur Kündigung
- Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
- Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen
- Reform der Altersvorsorge ab 2027
Statt den Vertrag zu kündigen, gibt es mehrere Alternativen, die für Sparer vorteilhafter sein können. Eine Möglichkeit ist die Stilllegung des Riester-Vertrags. Hierbei werden keine weiteren Einzahlungen geleistet, das Guthaben bleibt jedoch investiert und die bisherigen Zulagen werden weiterhin erhalten. Dies kann besonders sinnvoll sein, wenn der Vertrag bereits länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere Option ist der Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 eingeführt wird. Das bestehende Guthaben kann in dieses Depot übertragen werden, ohne dass die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Nach fünf Jahren Vertragslaufzeit ist dieser Wechsel kostenlos, davor fallen maximal 150 Euro an. Dies ist besonders attraktiv für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben und nun von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren können.
Die Reform der Altersvorsorge ab 2027
Die Reform der privaten Altersvorsorge, die am 27. März 2026 im Deutschen Bundestag beschlossen wurde, sieht das Ende der Riester-Rente vor. Ab 2027 wird das Altersvorsorgedepot als neues System eingeführt, das es Sparer ermöglicht, in Form von Aktien, Fonds und ETFs zu sparen. Diese Reform könnte für viele Sparer eine echte Alternative darstellen, da sie die bisherigen Förderungen nicht verlieren und von besseren Konditionen profitieren können.
Die Einführung des Altersvorsorgedepots könnte auch eine Reaktion auf die anhaltende Kritik an der Riester-Rente sein, die in den letzten Jahren aufgrund schwacher Renditen und hoher Kosten in die Kritik geraten ist. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten und den Sparerinnen und Sparern mehr Flexibilität zu bieten.
Fazit

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden sein. Bis zu 7.300 Euro können verloren gehen, wenn man die Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen berücksichtigt. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Alternativen wie die Stilllegung des Vertrags oder den Wechsel in das Altersvorsorgedepot in Betracht ziehen. Die bevorstehenden Reformen der Altersvorsorge bieten neue Möglichkeiten, die es wert sind, geprüft zu werden. Eine informierte Entscheidung ist entscheidend, um die eigene Altersvorsorge optimal zu gestalten.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Wie kann ich meinen Riester-Vertrag stilllegen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente und Altersvorsorge · Foto: Picas Joe / Pexels


