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Schrottimmobilien: Ein Trend für junge Investoren?

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026

Immer mehr junge Investoren kaufen sogenannte Schrottimmobilien, um diese zu sanieren und gewinnbringend weiterzuverkaufen. Doch was steckt hinter diesem Trend?

Das Wichtigste in Kürze

  • Schrottimmobilien bieten Chancen und Risiken für Investoren.
  • Die Nachfrage nach Immobilien bleibt trotz steigender Zinsen hoch.
  • Die Bundesregierung plant Maßnahmen gegen verwahrloste Gebäude.

Immer mehr junge Investoren setzen auf den Kauf von sogenannten Schrottimmobilien, um diese zu sanieren und anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen. Anaïs Cosneau, Gründerin des Happy Immo Clubs, hat in einem aktuellen Interview betont, dass sie bereits Wohnungen erworben hat, die in einem desolaten Zustand waren. Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Was sind die Chancen und Risiken dieses Trends, und wie beeinflusst er den aktuellen Immobilienmarkt?

Was sind Schrottimmobilien?

Investieren in Schrottimmobilien
Symbolbild: Investieren in Schrottimmobilien · Foto: Suzy Hazelwood / Pexels

Schrottimmobilien sind verwahrloste Gebäude, die oft gravierende Mängel aufweisen, wie Schimmel, kaputte Fenster oder fehlende Instandhaltung. Diese Immobilien werden häufig von Investoren günstig erworben, die sie minimal instandhalten und dann weiterverkaufen, bevor größere Reparaturen fällig werden. Der Trend zeigt, dass viele junge Menschen bereit sind, Risiken einzugehen, um von den niedrigen Kaufpreisen zu profitieren.

Die Nachfrage nach solchen Immobilien ist in den letzten Jahren gestiegen, insbesondere in städtischen Gebieten, wo der Wohnraum knapp ist. Laut aktuellen Berichten fehlen in Deutschland jährlich etwa 400.000 Wohnungen, während nur rund 200.000 neu gebaut werden. Diese Diskrepanz führt zu einem Anstieg der Preise und macht es für viele Menschen schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Chancen und Risiken beim Kauf von Schrottimmobilien

Der Kauf von Schrottimmobilien birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Auf der einen Seite können Investoren von den niedrigen Kaufpreisen profitieren und durch Sanierungen hohe Gewinne erzielen. Auf der anderen Seite müssen sie jedoch auch die hohen Kosten für Reparaturen und Instandhaltungen einkalkulieren. Cosneau empfiehlt, die Heizung und andere potenzielle Kostenfaktoren bereits in die Kaufpreisverhandlungen einzubeziehen, um den Preis zu drücken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die steuerliche Absetzbarkeit von Kosten. Viele Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Immobilie stehen, können steuerlich geltend gemacht werden, was die finanzielle Belastung für Investoren verringern kann. Dies ist besonders relevant für Käufer, die in der Lage sind, ihre Immobilien zu vermieten und somit passive Einkünfte zu generieren.

Der Einfluss von Inflation und Zinsen auf den Immobilienmarkt

Fakten auf einen Blick

  • Immobilienpreise stiegen im ersten Quartal 2026 um 2,2%
  • Jährlich fehlen in Deutschland etwa 400.000 Wohnungen
  • Bauzinsen steigen aufgrund von Inflation

Aktuell steigen die Immobilienpreise trotz der steigenden Zinsen, die durch die Inflation bedingt sind. Im ersten Quartal 2026 sind die Preise im Durchschnitt um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Nachfrage nach Immobilien weiterhin hoch ist, auch wenn die Finanzierungskosten steigen. Viele Investoren nutzen die Gelegenheit, um in der aktuellen Marktsituation zu kaufen, da sie glauben, dass sie durch geschickte Verhandlungen unter dem Angebotspreis erwerben können.

Die steigenden Zinsen haben einen direkten Einfluss auf den Immobilienmarkt. Normalerweise würde man erwarten, dass steigende Zinsen die Immobilienpreise drücken, jedoch ist dies in der aktuellen Situation nicht der Fall. Viele Käufer sind bereit, höhere Zinsen in Kauf zu nehmen, da sie glauben, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden.

Die Rolle der Bundesregierung im Kampf gegen Schrottimmobilien

Die Problematik der Schrottimmobilien ist nicht nur ein lokales Phänomen, sondern betrifft deutschlandweit tausende von Wohnungen. Oft sind es große Immobilienkonzerne, die solche Objekte in ihrem Portfolio haben und die Mieter mit überteuerten Preisen ausbeuten. Die Bundesregierung plant daher, den Kommunen mehr Rechte zu geben, um gegen diese Missstände vorzugehen.

Geplant sind Maßnahmen wie Instandsetzungsgebote und im Extremfall auch Enteignungen bei bewusst verfallenen Immobilien. Diese gesetzlichen Änderungen sollen dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Mieter zu verbessern und die Qualität des Wohnraums zu erhöhen. Die Bauministerin Verena Hubertz hat betont, dass Eigentum verpflichtet und im Extremfall auch das scharfe Schwert der Enteignung eingesetzt werden muss, wenn Wohnraum bewusst verfallen gelassen wird.

Wie können Investoren von Schrottimmobilien profitieren?

Investoren, die in Schrottimmobilien investieren möchten, sollten einige wichtige Punkte beachten. Zunächst ist es entscheidend, die Kosten für Renovierungen und Instandhaltungen genau zu kalkulieren. Viele Käufer denken, sie müssten eine Wohnung kaufen, die direkt positiven Cashflow bringt. Oft sind diese Wohnungen jedoch viel zu teuer. Stattdessen kann es sinnvoll sein, eine Wohnung zu erwerben, bei der man jeden Monat etwas draufzahlt, weil man davon viel steuerlich absetzen kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wahl der richtigen Investitionsstrategie. Cosneau bietet Workshops an, in denen verschiedene Strategien vorgestellt werden, darunter cashflow-neutrale, cashflow-positive und cashflow-negative Ansätze. Diese Strategien helfen den Investoren, die für sie passende Vorgehensweise zu finden und ihre Ängste abzubauen.

Fazit

Investieren in Schrottimmobilien
Symbolbild: Investieren in Schrottimmobilien · Foto: Magda Ehlers / Pexels

Der Trend zu Schrottimmobilien als Geldanlage zeigt, dass viele Investoren bereit sind, Risiken einzugehen, um von den niedrigen Kaufpreisen zu profitieren. In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist es jedoch wichtig, die Kosten genau zu kalkulieren und die Risiken abzuwägen. Während einige Investoren von den Chancen profitieren können, sollten andere vorsichtig sein und sich gut informieren, bevor sie in solche Immobilien investieren. Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt werden weiterhin spannend bleiben, insbesondere im Hinblick auf die geplanten gesetzlichen Maßnahmen der Bundesregierung gegen Schrottimmobilien.

Häufige Fragen

Was sind Schrottimmobilien?
Schrottimmobilien sind verwahrloste Gebäude mit gravierenden Mängeln, die oft günstig erworben und saniert werden, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen.
Warum steigen die Immobilienpreise trotz Inflation?
Trotz steigender Zinsen und Inflation sind die Immobilienpreise im ersten Quartal 2026 um 2,2% gestiegen, was auf eine anhaltend hohe Nachfrage hinweist.
Welche Risiken gibt es beim Kauf von Schrottimmobilien?
Investoren müssen hohe Kosten für Reparaturen und Instandhaltungen einkalkulieren, was das Risiko erhöht, dass die Investition nicht rentabel ist.
Wie kann man von Schrottimmobilien profitieren?
Durch geschickte Verhandlungen und Sanierungen können Investoren von niedrigen Kaufpreisen profitieren und die Immobilien gewinnbringend weiterverkaufen.
Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung gegen Schrottimmobilien?
Die Bundesregierung plant, Kommunen mehr Rechte zu geben, um gegen verwahrloste Gebäude vorzugehen, einschließlich Instandsetzungsgeboten und Enteignungen.

Quellen: Google News

Symbolbild: Investieren in Schrottimmobilien · Foto: Alan Quirván / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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