⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026
Immer mehr Menschen träumen von einem passiven Einkommen, das ihnen finanzielle Freiheit ermöglicht. Ein neuer Rechner hilft dabei, realistisch zu planen, wie viel Einkommen aus Geldanlagen möglich ist.
- Rechner zur Berechnung des passiven Einkommens verfügbar
- Zinserhöhung der EZB beeinflusst Geldanlage
- Diversifikation und ETFs als Strategien empfohlen
Immer mehr Menschen träumen von einem passiven Einkommen, das ihnen finanzielle Freiheit ermöglicht. In Zeiten von steigenden Zinsen und anhaltender Inflation wird die Frage nach der richtigen Geldanlage immer drängender. Ein neuer Rechner, entwickelt vom Handelsblatt, hilft Anlegern dabei, realistisch zu planen, wie viel passives Einkommen aus ihren Geldanlagen möglich ist.
Was ist passives Einkommen?

Passives Einkommen bezeichnet Einkünfte, die ohne aktive Arbeit erzielt werden. Dazu zählen beispielsweise Zinsen aus Sparanlagen, Dividenden aus Aktien oder Mieteinnahmen aus Immobilien. Der Traum vieler Anleger ist es, von diesen Einkünften leben zu können, ohne täglich dafür arbeiten zu müssen. Laut dem Psychologen Valentin Haas bündelt die Idee eines passiven Einkommens vor allem drei Wünsche: Sicherheit, Freiheit und Entlastung.
Wie funktioniert der Rechner für passives Einkommen?
Der Rechner ermöglicht es Anlegern, individuell zu berechnen, ob ihr angespartes Vermögen ausreicht, um davon zu leben oder ob es lediglich als Zusatzeinkommen dient. Anleger wählen zunächst die Summe, die sie investieren können und wollen. Dies kann ein Vermögen sein, über das sie bereits jetzt verfügen, oder ein Zielwert für die Zukunft. Der maximale Anlagehorizont beträgt 20 Jahre.
Nach der Eingabe der Investitionssumme können die Nutzer zwischen verschiedenen Anlagestrategien wählen. Der Rechner zeigt dann für den gewählten Zeitraum an, wie hoch das passive Einkommen in jedem Jahr ist und wie sich die Kurse der einzelnen Depotbestandteile entwickeln. Dies ermöglicht eine realitätsnahe Einschätzung der zukünftigen Einkünfte.
Aktuelle Marktentwicklungen und deren Einfluss auf die Geldanlage
- Zinserhöhung der EZB: 2,25 % seit 11. Juni 2026
- Inflation im Euroraum: 3,2 % im Mai 2026
- Beste Festgeldzinsen: bis zu 3,50 % p.a. im Juni 2026
Die jüngsten Entwicklungen auf dem Geldmarkt haben direkte Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Generierung passiven Einkommens. Am 11. Juni 2026 erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 2,25 %. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die anhaltend hohe Inflation im Euroraum, die im Mai 2026 bei 3,2 % lag. In diesem Kontext ist es für Sparer und Anleger entscheidend, dass ihre Erträge die Inflationsrate übersteigen, um einen realen Vermögenszuwachs zu erzielen.
Aktuell bieten einige Banken Festgeldzinsen von bis zu 3,50 % p.a. an, was in der gegenwärtigen Marktsituation äußerst attraktiv ist. Diese Zinsen können eine sinnvolle Option darstellen, um die Kaufkraft zu erhalten und gleichzeitig ein passives Einkommen zu generieren.
Strategien zur Maximierung des passiven Einkommens
Um das passive Einkommen zu maximieren, sollten Anleger verschiedene Strategien in Betracht ziehen. Dazu gehört die Diversifikation des Portfolios, um das Risiko zu streuen. Investitionen in Aktien-ETFs können eine attraktive Möglichkeit sein, um von den langfristigen Wachstumschancen der Märkte zu profitieren. Der Handelsblatt-Rechner berücksichtigt verschiedene Anlageklassen, darunter Dividendenaktien, ausschüttende Aktien-ETFs, Anleihe-ETFs und Geldmarkt-ETFs.
Ein konkretes Beispiel zeigt, wie Anleger mit einer Kombination aus drei Dividenden-ETFs ein passives Einkommen generieren können. Bei einem Startkapital von 200.000 Euro und einer strategischen Verteilung auf verschiedene Fonds könnte das passive Einkommen im ersten Jahr bei etwa 7.700 Euro liegen und in den folgenden Jahren weiter steigen.
Die Rolle der Inflation bei der Geldanlage
Die Inflation hat einen erheblichen Einfluss auf die Rendite von Geldanlagen. Bei einer Inflation von 3,2 % müssen Sparer darauf achten, dass ihre Erträge diese Rate übersteigen, um einen realen Vermögenszuwachs zu erzielen. Der Handelsblatt-Rechner ist so konzipiert, dass alle Daten um die historischen Inflationsraten bereinigt sind. Das prognostizierte passive Einkommen entspricht also der heutigen Kaufkraft.
Es ist wichtig, die steuerlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten, da der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person jährlich steuerfrei bleibt. Dies kann die Nettorendite erheblich beeinflussen und sollte bei der Planung des passiven Einkommens berücksichtigt werden.
Fazit

Der Traum vom passiven Einkommen ist für viele Menschen ein erstrebenswertes Ziel. Mit dem neuen Rechner des Handelsblatts können Anleger realistisch einschätzen, wie viel Einkommen aus ihren Geldanlagen möglich ist. Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen, wie der Zinserhöhung der EZB und der hohen Inflation, ist es wichtiger denn je, klug zu investieren und die eigene Anlagestrategie regelmäßig zu überprüfen. Wer die richtigen Entscheidungen trifft, kann von den Vorteilen des passiven Einkommens profitieren und sich eine finanzielle Unabhängigkeit aufbauen.
Häufige Fragen
Was ist passives Einkommen?
Wie kann ich mein passives Einkommen berechnen?
Welche Anlagestrategien sind für passives Einkommen geeignet?
Wie beeinflusst die Inflation mein passives Einkommen?
Was sind die aktuellen Zinsen für Festgeldanlagen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Rechner für passives Einkommen · Foto: www.kaboompics.com / Pexels


