⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 14.06.2026
Die steuerliche Absetzbarkeit von Abnehmspritzen wie Ozempic sorgt für Diskussionen. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt hat die Möglichkeiten stark eingeschränkt.
- Ozempic ist nicht für die Behandlung von Adipositas zugelassen.
- Ein amtsärztliches Gutachten ist für die steuerliche Absetzbarkeit erforderlich.
- Der Bundesfinanzhof wird über die Revisionsfrage entscheiden.
Die Frage, ob die Kosten für Abnehmspritzen wie Ozempic steuerlich absetzbar sind, beschäftigt viele Steuerzahler. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt hat die Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzbarkeit stark eingeschränkt. In diesem Artikel beleuchten wir die Hintergründe und die aktuellen Entwicklungen zu diesem Thema.
Was ist die Abnehmspritze Ozempic?

Ozempic ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurde. Es wird jedoch zunehmend auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt, obwohl dies offiziell nicht zugelassen ist. Diese Verwendung außerhalb der zugelassenen Indikation wird als „off-label-use“ bezeichnet. Die Nachfrage nach solchen Abnehmspritzen ist in den letzten Jahren gestiegen, da immer mehr Menschen nach effektiven Methoden zur Gewichtsreduktion suchen.
Die Anwendung von Ozempic zur Gewichtsreduktion hat jedoch rechtliche und steuerliche Implikationen. Insbesondere stellt sich die Frage, ob die Kosten für dieses Medikament als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden können.
Aktuelle rechtliche Situation
Das Finanzgericht Sachsen-Anhalt hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass die Kosten für die Abnehmspritze Ozempic nicht als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden können. Der Steuerpflichtige, der die Kosten geltend machen wollte, konnte lediglich ein ärztliches Rezept vorlegen. Dies reichte jedoch nicht aus, um die Zwangsläufigkeit der Ausgaben nachzuweisen.
Das Gericht stellte fest, dass Ozempic nicht für die Behandlung von Adipositas zugelassen ist und somit als wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethode gilt. Um die Kosten steuerlich absetzen zu können, müssen die Ausgaben als medizinisch notwendig anerkannt werden, was in der Regel ein amtsärztliches Gutachten oder eine Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung erfordert.
Die Bedeutung des amtsärztlichen Gutachtens
- Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt: Kosten für Ozempic nicht absetzbar.
- Fehlender Nachweis der Zwangsläufigkeit führt zur Ablehnung.
- Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof anhängig.
Ein amtsärztliches Gutachten ist ein offizielles Dokument, das die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung bescheinigt. Es muss vor Beginn der Therapie vorgelegt werden, um die Zwangsläufigkeit der Ausgaben nachzuweisen. Ohne dieses Gutachten gelten die Ausgaben als privat veranlasst und sind nicht absetzbar.
Das Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt ist nicht rechtskräftig, da der Fall nun beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig ist. Der BFH wird klären, ob ein Steuerabzug für die Kosten von Ozempic auch ohne vorherigen Nachweis der Zwangsläufigkeit zulässig ist. Diese Entscheidung könnte weitreichende Folgen für viele Steuerzahler haben, die ähnliche Medikamente zur Gewichtsreduktion verwenden.
Relevanz für die Wirtschaft und Steuerzahler
Die Diskussion um die steuerliche Absetzbarkeit von Abnehmspritzen hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Steuerzahler, sondern auch auf die Wirtschaft. In Zeiten steigender Inflation und unsicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen suchen viele Menschen nach Wegen, ihre Ausgaben zu optimieren. Die Möglichkeit, Gesundheitskosten steuerlich abzusetzen, könnte für viele eine Erleichterung darstellen.
Darüber hinaus könnte eine positive Entscheidung des Bundesfinanzhofs auch Auswirkungen auf den Markt für Abnehmspritzen haben. Wenn die Kosten steuerlich absetzbar wären, könnte dies die Nachfrage nach solchen Medikamenten weiter steigern und somit auch die Umsätze der Hersteller erhöhen.
Praktische Hinweise für Steuerzahler
Es ist ratsam, sich vor Beginn der Behandlung mit einem Arzt oder Steuerberater abzusprechen, um die notwendigen Schritte zu klären und sicherzustellen, dass alle erforderlichen Nachweise rechtzeitig erbracht werden.
Fazit

Die Frage, ob die Kosten für Abnehmspritzen wie Ozempic steuerlich absetzbar sind, bleibt bis zur Entscheidung des Bundesfinanzhofs offen. Aktuelle Urteile zeigen, dass ohne ausreichende Nachweise die Chancen auf einen Steuerabzug gering sind. Patienten sollten sich daher umfassend informieren und gegebenenfalls rechtzeitig die erforderlichen medizinischen Gutachten einholen, um ihre steuerlichen Möglichkeiten optimal zu nutzen.
Häufige Fragen
Kann ich die Kosten für Ozempic von der Steuer absetzen?
Was ist ein amtsärztliches Gutachten?
Was passiert mit dem Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt?
Warum ist Ozempic nicht steuerlich absetzbar?
Wie kann ich meine Chancen auf einen Steuerabzug erhöhen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Abnehmspritze und steuerliche Absetzbarkeit · Foto: MART PRODUCTION / Pexels


