⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.09.2026
Der Misserfolg des Herzmedikaments Pelacarsen von Novartis hat nicht nur die Aktien des Unternehmens, sondern auch die von Ionis Pharmaceuticals und Amgen stark unter Druck gesetzt.
- Pelacarsen senkte Lp(a)-Werte, erreichte aber nicht das Ziel.
- Aktienkurse von Novartis, Ionis und Amgen fielen deutlich.
- Analysten senken Umsatzprognosen für Novartis erheblich.
Der Misserfolg des Herzmedikaments Pelacarsen von Novartis hat am Montag, dem 4. September 2026, nicht nur die Aktien des Unternehmens, sondern auch die von Ionis Pharmaceuticals und Amgen stark unter Druck gesetzt. Die Phase-III-Studie, die das Ziel hatte, das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken, konnte nicht die erhofften Ergebnisse liefern. Trotz der erfolgreichen Senkung der Lipoprotein(a)-Werte (Lp(a)) bei den Probanden wurde das primäre Ziel der Studie nicht erreicht, was zu einem sofortigen Rückgang der Aktienkurse führte.
Was geschah mit den Aktienkursen?

Die Aktien von Novartis fielen an der Schweizer Börse um fast 4 Prozent, während die Aktien von Ionis um 10 Prozent und die von Amgen um 5 Prozent sanken. Diese Kursverluste spiegeln die Enttäuschung der Anleger wider, die große Hoffnungen in die Ergebnisse der Studie gesetzt hatten. Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) haben die risiko-adjustierten Umsatzerwartungen für Pelacarsen vollständig aus ihrem Modell genommen, was die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung des Medikaments verstärkt.
Die negativen Ergebnisse der Studie haben auch Auswirkungen auf die Umsatzprognosen für Novartis. Während die ZKB die Erwartungen auf bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar senkte, hatte die Bank Vontobel zuvor sogar eine Spitzenumsatzschätzung von zwei Milliarden US-Dollar für Pelacarsen abgegeben. Diese Neubewertung zeigt, wie stark die Erwartungen der Anleger an die Studie waren und wie sehr das Vertrauen in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigt wurde.
Hintergrund zur Studie und den Ergebnissen
Die Lp(a)HORIZON-Studie war eine randomisierte, placebo-kontrollierte Studie, an der 8.323 Patienten teilnahmen, die bereits eine leitliniengerechte Behandlung erhielten. Das primäre Ziel war die Reduktion von kardiovaskulären Todesfällen, nicht-tödlichen Myokardinfarkten, nicht-tödlichen Schlaganfällen und dringenden koronaren Revaskularisierungen. Obwohl Pelacarsen die Lp(a)-Werte der Probanden senken konnte, führte dies nicht zu einer signifikanten Reduktion der kardiovaskulären Ereignisse, was die Wirksamkeit des Medikaments infrage stellt.
Shreeram Aradhye, Chief Medical Officer von Novartis, äußerte sich enttäuscht über die Ergebnisse, betonte jedoch, dass sie wichtige Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Lp(a)-Senkung und kardiovaskulären Ereignissen liefern könnten. Diese Erkenntnisse könnten für zukünftige Forschungsansätze von Bedeutung sein, auch wenn sie für die aktuelle Studie nicht den gewünschten Erfolg brachten.
Auswirkungen auf den Pharmasektor
- Aktienkurs Novartis: -4%
- Aktienkurs Ionis: -10%
- Aktienkurs Amgen: -5%
- Studienteilnehmer: 8.323
- Datum der Ankündigung: 4. September 2026
Die negativen Ergebnisse der Pelacarsen-Studie haben nicht nur Auswirkungen auf Novartis, sondern ziehen auch andere Unternehmen in Mitleidenschaft, die ähnliche Therapien entwickeln. Amgen und Eli Lilly arbeiten an alternativen Ansätzen zur Senkung von Lp(a), nutzen jedoch unterschiedliche Technologien. Diese Entwicklungen könnten durch die negativen Ergebnisse von Novartis beeinflusst werden, da sie das Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Therapien untergraben.
Analysten warnen davor, dass die Unsicherheit über die Wirksamkeit von Lp(a)-Zieltherapien zunehmen könnte, was sich negativ auf die Aktienkurse und Investitionen in diesem Bereich auswirken könnte. Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf solche Nachrichten, insbesondere im Pharmasektor, wo die Pipeline-Werthaltigkeit entscheidend für die Bewertung eines Unternehmens ist.
Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger ist der Misserfolg von Pelacarsen ein deutliches Signal, dass die Erwartungen an die Pipeline von Novartis und anderen Unternehmen in der Branche neu bewertet werden müssen. Die Aktienkurse von Novartis, Ionis und Amgen sind ein unmittelbares Spiegelbild der Marktreaktionen auf die enttäuschenden Ergebnisse. Analysten haben bereits begonnen, ihre Prognosen für die zukünftigen Umsätze und die Bewertung der Unternehmen zu überdenken.
Die Unsicherheit über die Wirksamkeit von Therapien zur Senkung von Lipoprotein(a) könnte auch dazu führen, dass Anleger vorsichtiger werden und ihre Investitionen in diesem Bereich überdenken. Die Frage, ob eine Senkung von Lp(a) tatsächlich zu weniger kardiovaskulären Ereignissen führt, bleibt weiterhin offen und könnte die zukünftige Forschung und Entwicklung in diesem Bereich beeinflussen.
Fazit

Der Misserfolg von Novartis‘ Herzmedikament Pelacarsen hat nicht nur die Aktienkurse des Unternehmens, sondern auch die von Ionis und Amgen stark belastet. Die negativen Ergebnisse der Phase-III-Studie werfen Fragen zur Wirksamkeit von Therapien ab, die auf Lipoprotein(a) abzielen, und könnten langfristige Auswirkungen auf den Pharmasektor haben. Anleger sollten die Entwicklungen in diesem Bereich genau beobachten und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Häufige Fragen
Was ist Pelacarsen?
Warum sind die Aktien von Novartis gefallen?
Welche Auswirkungen hat der Misserfolg auf Ionis und Amgen?
Wie viele Patienten waren an der Studie beteiligt?
Was sind die langfristigen Auswirkungen auf den Pharmasektor?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Aktienkurse im Fokus nach Herzmittel-Flop · Foto: Pilan Filmes / Pexels


