⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.06.2026
Die deutschen Autobauer setzen im Juni 2026 wieder verstärkt auf den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennermotor. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Aktienkurse der großen Hersteller.
- Rabatte auf Elektroautos sinken, während Verbrenner gefördert werden.
- Aktienkurse von VW, Mercedes-Benz und BMW zeigen negative Tendenzen.
- Staatliche Fördermittel für E-Autos sind bereits zur Hälfte aufgebraucht.
Die deutschen Autobauer stehen im Juni 2026 vor einem markanten Wandel: Erstmals seit einem Jahr fördern sie wieder verstärkt den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennermotor. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Verkaufszahlen, sondern auch auf die Aktienkurse der großen Hersteller wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW.
Was geschah im Juni 2026?

Im Rahmen einer aktuellen Marktstudie des Center Automotive Research (CAR) wurde festgestellt, dass die Kaufanreize für Verbrenner im Vergleich zu Elektroautos wieder steigen. Der durchschnittliche Rabatt auf Elektrofahrzeuge ist von 19,5 Prozent im Januar auf nun 17,8 Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu bieten die Hersteller bei Verbrennern einen durchschnittlichen Rabatt von 18,4 Prozent an. Dies führt dazu, dass Verbrenner im Durchschnitt 1.997 Euro günstiger sind als ihre elektrischen Pendants.
Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da der Abstand zwischen den Preisen von Elektroautos und Verbrennern im Dezember 2025 noch bei nur gut 1.300 Euro lag. Die Rückkehr zu höheren Rabatten für Verbrenner könnte darauf hindeuten, dass die Hersteller versuchen, ihre Marktanteile in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld zu sichern.
Auswirkungen auf die Aktienkurse
Die Reaktionen der Aktienmärkte auf diese Entwicklungen sind bereits spürbar. Im vorbörslichen Handel am Freitag, dem 26. Juni 2026, verzeichneten die Aktien von Volkswagen einen Rückgang um 0,39 Prozent auf 77,18 Euro. Auch die Papiere von Mercedes-Benz gaben um 0,50 Prozent auf 44,37 Euro nach. BMW-Aktien verloren 0,36 Prozent und notierten bei 60,86 Euro, während Porsche-Aktien um 0,86 Prozent auf 44,01 Euro fielen.
Diese negativen Tendenzen bei den Aktienkursen sind ein Indiz dafür, dass Investoren besorgt über die sinkenden Rabatte für Elektroautos und die stärkere Förderung von Verbrennern sind. Die Unsicherheit über die zukünftige Preisgestaltung und die Marktanteile könnte die Anleger verunsichern und zu einem Rückgang des Vertrauens in die Aktien der deutschen Autobauer führen.
Staatliche Fördermittel und deren Einfluss
- Durchschnittlicher Rabatt auf Elektroautos: 17,8%
- Durchschnittlicher Rabatt auf Verbrenner: 18,4%
- Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern: 1.997 Euro
- E-Fördermittel bereits zur Hälfte aufgebraucht
Ein weiterer wichtiger Faktor in diesem Kontext sind die staatlichen Fördermittel für Elektroautos. Diese Mittel sind bereits zur Hälfte aufgebraucht, was bedeutet, dass die Unterstützung für den Kauf von E-Autos möglicherweise bald enden könnte. Die Höhe der staatlichen Zuschüsse hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Haushaltseinkommen und die Familiengröße, und kann zwischen 1.500 und 6.000 Euro betragen.
Die Tatsache, dass die Fördermittel schnell aufgebraucht sind, könnte dazu führen, dass die Preise für Elektroautos nach dem Ende der Förderung wieder ansteigen. Dies könnte die Attraktivität von E-Autos im Vergleich zu Verbrennern weiter verringern und die Kaufentscheidungen der Verbraucher beeinflussen.
Marktanalyse und Prognosen
Die aktuelle Marktsituation zeigt, dass die deutschen Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche unter Druck stehen. Die stärkere Förderung von Verbrennern könnte dazu führen, dass diese Hersteller im Wettbewerb mit Importeuren aus China und Korea ins Hintertreffen geraten. Diese ausländischen Hersteller profitieren von den staatlichen Förderungen im günstigen Einstiegssegment, während die deutschen Hersteller in der Regel teurere Modelle anbieten.
Ferdinand Dudenhöffer, Studienleiter des CAR, weist darauf hin, dass die staatliche Subvention die Preise für Elektroautos künstlich hoch hält. Nach dem Ende der Förderung könnte es für die deutschen Hersteller schwierig werden, zu den früheren Preisniveaus zurückzukehren. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Marktanteile und die Rentabilität der deutschen Autobauer haben.
Fazit

Die Rückkehr zu höheren Kaufanreizen für Verbrenner und die sinkenden Rabatte für Elektroautos markieren einen Wendepunkt auf dem deutschen Automarkt. Die Aktienkurse der großen Hersteller reagieren bereits negativ auf diese Entwicklungen, während die staatlichen Fördermittel für Elektroautos schnell aufgebraucht sind. Die Unsicherheit über die zukünftige Preisgestaltung und die Marktanteile könnte die Anleger verunsichern und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Premiumhersteller gefährden. In den kommenden Monaten wird es entscheidend sein, wie sich diese Trends entwickeln und welche Maßnahmen die Hersteller ergreifen, um ihre Marktanteile zu sichern.
Häufige Fragen
Warum fördern die Autobauer wieder Verbrenner?
Wie wirken sich die Rabatte auf die Aktienkurse aus?
Was bedeutet der Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern?
Wie lange sind die staatlichen Fördermittel für E-Autos noch verfügbar?
Welche Auswirkungen hat die Förderung auf den Markt?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Verkauf von Verbrennern und E-Autos im Fokus · Foto: Luke Miller / Pexels


