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Aktienstrategie: Was versteht man unter Pairs-Trading?

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.08.2026

Pairs-Trading ist eine nicht-direktionale Anlagestrategie, die Anlegern hilft, von Preisunterschieden zwischen ähnlichen Märkten zu profitieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pairs-Trading nutzt die Korrelation zwischen ähnlichen Märkten.
  • Die Strategie erfordert unterschiedliche Handelsansätze für die beiden Märkte.
  • Statistische Analysen sind entscheidend für den Erfolg des Pairs-Tradings.

Pairs-Trading ist eine innovative und nicht-direktionale Anlagestrategie, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Diese Strategie ermöglicht es Anlegern, von Preisunterschieden zwischen zwei ähnlichen Märkten zu profitieren, ohne sich auf die allgemeine Marktrichtung verlassen zu müssen. In einer Zeit, in der die Märkte von Inflation und Zinsänderungen beeinflusst werden, bietet Pairs-Trading eine interessante Möglichkeit, das Risiko zu minimieren und gleichzeitig Renditen zu erzielen.

Was ist Pairs-Trading?

Pairs-Trading in der Aktienstrategie
Symbolbild: Pairs-Trading in der Aktienstrategie · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Beim Pairs-Trading handelt es sich um eine Strategie, die darauf abzielt, in zwei Märkte zu investieren, die hohe Ähnlichkeiten oder vergleichbare Merkmale aufweisen. Diese Märkte können Aktien, Indizes, Fonds, Devisen oder Rohstoffe sein. Der entscheidende Punkt ist, dass für die beiden Anlageziele unterschiedliche Handelsstrategien angewendet werden. Ein typisches Beispiel ist die Auswahl zweier börsennotierter Unternehmen, bei denen der Trader auf steigende Kurse bei einem Unternehmen und auf fallende Kurse beim anderen setzt.

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Die Grundidee hinter dieser Strategie ist, dass Anleger die beiden Märkte miteinander vergleichen und in den als „unterbewertet“ geltenden Markt investieren, während sie im „überbewerteten“ Markt verkaufen. Dies soll einen Ausgleich zwischen den beiden Märkten schaffen und das Handelsrisiko verringern. Laut Analyst Chris Beauchamp vom Finanzdienstleistungsinstitut IG versucht der erfolgreiche Pairs Trader, Kapital aus der Ungleichheit zwischen den Märkten zu erwirtschaften.

Wie funktioniert Pairs-Trading?

Der Prozess des Pairs-Tradings lässt sich in mehrere Schritte unterteilen. Zunächst müssen die Kriterien definiert werden, die die beiden Märkte aufweisen sollten. Diese Kriterien können auf historischen Daten, Korrelationen oder anderen relevanten Faktoren basieren. Nachdem die Kriterien festgelegt sind, erstellt der Trader eine Liste möglicher Paarhandelsmöglichkeiten, die diese Kriterien erfüllen.

Im nächsten Schritt erfolgt eine gründliche Analyse der ermittelten Märkte. Hierbei kommen verschiedene Hilfsmittel wie Statistiken, Fundamentaldaten und technische Analysen zum Einsatz. Diese Analysen helfen dabei, die Preisbewegungen der Märkte besser zu verstehen und fundierte Handelsentscheidungen zu treffen. Sobald die Analyse abgeschlossen ist, wird der Handel ausgeführt, wobei der Trader sowohl Long- als auch Short-Positionen eingeht.

Die Rolle der Korrelation und Kointegration

Ein zentrales Element des Pairs-Tradings ist die Korrelation zwischen den beiden Märkten. Eine hohe Korrelation ist essenziell, da sie darauf hinweist, dass sich die Preisbewegungen der beiden Märkte in der Vergangenheit ähnlich verhalten haben. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass eine hohe Korrelation nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Märkte auch kointegriert sind. Kointegration beschreibt eine langfristige Gleichgewichtsbeziehung zwischen den Märkten, die für den Erfolg der Strategie entscheidend ist.

Um die Kointegration zu überprüfen, wird häufig der Engle-Granger-Test eingesetzt. Dieser Test besteht aus zwei Schritten: Zunächst wird die Gleichgewichtsbeziehung geschätzt, gefolgt von einem Stationaritätstest, um zu prüfen, ob die Preisbewegungen um einen Mittelwert schwanken. Fehlt diese Kointegration, gibt es keinen statistischen Anker, zu dem der Spread zurückkehren müsste, was das Risiko für Trader erheblich erhöht.

Risiken des Pairs-Tradings

Trotz der potenziellen Vorteile birgt das Pairs-Trading auch Risiken. Ein zentrales Risiko besteht darin, dass die Korrelation zwischen den Aktien nicht stabil ist. Wenn sich die Beziehung zwischen den beiden Märkten ändert, kann dies zu unerwarteten Verlusten führen. Zudem kann die Marktvolatilität die Preisbewegungen beeinflussen und die Rückkehrneigung der Spreads beeinträchtigen.

Ein weiteres Risiko ist die Unterscheidung zwischen vorübergehenden Abweichungen und fundamentalen Trendwenden. Trader müssen in der Lage sein, diese Unterschiede zu erkennen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört auch die Überwachung von Indikatoren wie dem Hurst-Exponenten, der das Verhalten von Zeitreihen quantifiziert und Hinweise auf mögliche Trendwenden geben kann.

Statistische Hilfsmittel für erfolgreiches Pairs-Trading

Um die Risiken des Pairs-Tradings zu minimieren, sollten Trader auf eine Vielzahl statistischer Hilfsmittel zurückgreifen. Dazu gehört das wiederholte Testen der Kointegration auf rollierenden Zeitfenstern sowie die Überwachung eines steigenden Hurst-Exponenten. Diese Werkzeuge helfen dabei, die Rückkehrgeschwindigkeit der Spreads zu bewerten und potenzielle Alarmsignale frühzeitig zu erkennen.

Ein wichtiges Handelswerkzeug ist der Z-Score, der die standardisierte Abweichung des Spreads von seinem Mittelwert misst. Ein dynamischer Z-Score, der die Kointegrationsresiduen als Ornstein-Uhlenbeck-Prozess modelliert, bietet eine flexiblere und schnellere Reaktion auf Marktveränderungen. Dies kann Tradern helfen, rechtzeitig zu handeln und potenzielle Verluste zu vermeiden.

Fazit

Pairs-Trading in der Aktienstrategie
Symbolbild: Pairs-Trading in der Aktienstrategie · Foto: AlphaTradeZone / Pexels

Pairs-Trading ist eine vielversprechende Aktienstrategie, die es Anlegern ermöglicht, von Preisunterschieden zwischen ähnlichen Märkten zu profitieren. Durch die Anwendung unterschiedlicher Handelsstrategien auf zwei Märkte mit hoher Korrelation können Trader das Risiko minimieren und gleichzeitig Renditen erzielen. Allerdings erfordert diese Strategie eine gründliche Analyse und ein tiefes Verständnis der Märkte, um erfolgreich zu sein. In einer Zeit, in der wirtschaftliche Unsicherheiten wie Inflation und Zinsänderungen vorherrschen, könnte Pairs-Trading eine wertvolle Ergänzung für das Portfolio eines jeden Anlegers darstellen.

Häufige Fragen

Was ist Pairs-Trading?
Pairs-Trading ist eine nicht-direktionale Anlagestrategie, bei der Anleger in zwei ähnliche Märkte investieren und unterschiedliche Handelsstrategien anwenden.
Wie funktioniert Pairs-Trading?
Anleger wählen zwei Märkte mit hoher Ähnlichkeit aus, kaufen den unterbewerteten Markt und verkaufen den überbewerteten, um von Preisunterschieden zu profitieren.
Welche Märkte können für Pairs-Trading genutzt werden?
Pairs-Trading kann auf Aktien, Indizes, Fonds, Devisen und Rohstoffe angewendet werden, solange sie ähnliche Merkmale aufweisen.
Was sind die Risiken des Pairs-Tradings?
Ein zentrales Risiko besteht darin, dass die Korrelation zwischen den Märkten instabil sein kann, was zu unerwarteten Verlusten führen kann.
Wie wichtig sind statistische Analysen beim Pairs-Trading?
Statistische Analysen sind entscheidend, um die Kointegration und die Preisbewegungen der Märkte zu bewerten und fundierte Handelsentscheidungen zu treffen.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Pairs-Trading in der Aktienstrategie · Foto: Pixabay / Pexels

Markus Brandt
Markus Brandt
Markus Brandt verfolgt die Entwicklungen rund um Digitalisierung, Fintech und Kryptowährungen. Er ordnet neue Trends ein und erklärt, was hinter aktuellen Schlagworten wirklich steckt – mit einem gesunden Maß an Skepsis. Sein Anspruch ist es, Chancen und Risiken gleichermaßen darzustellen, statt einseitig zu begeistern oder zu warnen.
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