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Altbau und Sanierung: So kauft die junge Generation

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.09.2026

Immer mehr junge Käufer in Deutschland entscheiden sich für den Erwerb von Altbauimmobilien. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Reaktion auf die hohen Immobilienpreise, sondern auch auf die Notwendigkeit, energetische Sanierungen vorzunehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Käufer bevorzugen Altbauimmobilien.
  • Modernisierungsbudgets sind weit verbreitet.
  • Energieeffizienz spielt eine entscheidende Rolle.

Immer mehr junge Käufer in Deutschland entscheiden sich für den Erwerb von Altbauimmobilien. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Reaktion auf die hohen Immobilienpreise, sondern auch auf die Notwendigkeit, energetische Sanierungen vorzunehmen. Laut einer aktuellen Analyse von Europace, die Finanzierungsvorgänge vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Juli 2026 betrachtet, zeigt sich, dass insbesondere die Generation Z und die Millennials den Immobilienmarkt aktiv beeinflussen.

Wer sind die Käufer der Zukunft?

Junge Käufer bei der Altbausanierung
Symbolbild: Junge Käufer bei der Altbausanierung · Foto: Alena Darmel / Pexels

Die Käufer unter 36 Jahren, insbesondere die unter 25-Jährigen, haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie finanzieren überdurchschnittlich oft alte Wohnimmobilien. In jedem dritten Fall haben Gen Z und Millennials ein Modernisierungsbudget von rund 40.000 Euro eingeplant. Dies zeigt, dass sie bereit sind, in die Sanierung von Bestandsimmobilien zu investieren, um diese zukunftsfähig zu machen.

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Die Analyse belegt, dass die jüngste Käufergruppe im Median Immobilien aus dem Jahr 1963 finanziert. Diese Objekte sind oft sanierungsbedürftig und entsprechen nicht den heutigen Standards in Bezug auf Energieeffizienz. Dennoch sind sie für junge Käufer attraktiv, da sie in der Regel günstiger sind als Neubauten.

Die Rolle der Energieeffizienz

Ein entscheidender Faktor beim Immobilienkauf ist die Energieeffizienz. Bei Käufern unter 25 Jahren entfallen 35,2 Prozent der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H, die als die schwächsten Klassen gelten. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil der Klassen A+ und A mit zunehmendem Alter der Käufer. Bei den 31- bis 36-Jährigen liegt dieser Anteil bereits bei 18,7 Prozent.

Die Daten zeigen, dass sich mit dem erreichbaren Preisniveau auch die Energieeffizienz der finanzierten Objekte verbessert. Immobilien der Energieeffizienzklasse A+ kosten im Median rund 465.000 Euro, während Objekte der Klasse D etwa 257.000 Euro kosten. Dies verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Preis und Energieeffizienz und zeigt, dass jüngere Käufer oft auf günstigere, weniger effiziente Immobilien zurückgreifen müssen.

Finanzierungsstrategien der jungen Generation

Fakten auf einen Blick

  • 35,2% der unter 25-Jährigen finanzieren Immobilien der Energieeffizienzklassen F, G oder H.
  • Im Median finanzieren Käufer unter 25 Jahre Immobilien für rund 251.000 Euro.
  • 34,3% der Käufe der bis 36-Jährigen beinhalten ein Modernisierungsbudget.

Die Finanzierung von Immobilien ist für junge Käufer eine große Herausforderung. Hohe Zinsen und steigende Lebenshaltungskosten machen den Kauf eines Eigenheims zu einer finanziellen Belastung. Dennoch haben Gen Z und Millennials ihr Kaufverhalten angepasst. Statt eigenkapitalintensiv zu bauen, kaufen sie Bestandsimmobilien und modernisieren diese.

Die geplanten Modernisierungsbudgets liegen im Median zwischen 40.000 und 48.000 Euro. Dies entspricht einem relativ hohen Anteil am Kaufpreis, insbesondere bei den unter 25-Jährigen, wo das Modernisierungsbudget 19,3 Prozent des Kaufpreises ausmacht. Bei den 31- bis 36-Jährigen sind es 17,6 Prozent. Diese Bereitschaft zur Investition in Sanierungen zeigt, dass junge Käufer langfristig denken und bereit sind, in die Zukunft ihrer Immobilien zu investieren.

Der Einfluss von Förderprogrammen

Um den Erwerb von Bestandsimmobilien zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ ins Leben gerufen. Dieses Programm unterstützt Familien mit kleinen und mittleren Einkommen beim Kauf von Bestandsimmobilien, insbesondere solchen mit niedriger Energieeffizienz. Die verbesserten Förderbedingungen, die seit dem 3. August 2026 gelten, ermöglichen höhere Kreditbeträge und mehr Entscheidungsfreiheit bei der energetischen Sanierung.

Die neuen Kreditbeträge können je nach Anzahl der Kinder bis zu 180.000 Euro betragen, was eine erhebliche Erleichterung für junge Käufer darstellt. Diese Unterstützung ist besonders wichtig in Zeiten steigender Zinsen und hoher Lebenshaltungskosten, da sie den Zugang zu Wohneigentum erleichtert und gleichzeitig den bestehenden Gebäudebestand besser nutzt.

Marktentwicklung und Zukunftsausblick

Die Hitzewellen und die damit verbundenen klimatischen Veränderungen haben bereits erste Auswirkungen auf die Immobilienpreise gezeigt. Die Nachfrage nach energieeffizienten Immobilien steigt, während die Preise für weniger effiziente Objekte stagnieren oder sogar sinken. Dies könnte dazu führen, dass junge Käufer verstärkt auf energetische Sanierungen setzen, um den Wert ihrer Immobilien zu steigern und gleichzeitig den Anforderungen an die Energieeffizienz gerecht zu werden.

Die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt zeigt, dass junge Käufer bereit sind, sich den Herausforderungen zu stellen und innovative Lösungen zu finden. Durch die Kombination von Altbaukäufen und Sanierungen können sie nicht nur ihre Wohnsituation verbessern, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten.

Fazit

Junge Käufer bei der Altbausanierung
Symbolbild: Junge Käufer bei der Altbausanierung · Foto: Skyler Ewing / Pexels

Die junge Generation in Deutschland hat sich auf dem Immobilienmarkt neu positioniert. Altbauimmobilien und deren Sanierung sind für viele Käufer eine attraktive Option, um den Herausforderungen von hohen Preisen und steigenden Zinsen zu begegnen. Mit einem klaren Fokus auf Energieeffizienz und der Bereitschaft, in Modernisierungen zu investieren, zeigt die Generation Z und die Millennials, dass sie bereit sind, Verantwortung für ihre Wohnsituation zu übernehmen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Umwelt auszuüben.

Häufige Fragen

Warum kaufen junge Menschen Altbauimmobilien?
Junge Käufer, insbesondere Gen Z und Millennials, entscheiden sich zunehmend für Altbauimmobilien, da diese oft günstiger sind als Neubauten. Zudem können sie durch Sanierungen die Energieeffizienz verbessern und die Immobilien an ihre Bedürfnisse anpassen.
Wie hoch ist das durchschnittliche Modernisierungsbudget?
Das durchschnittliche Modernisierungsbudget für junge Käufer liegt im Median zwischen 40.000 und 48.000 Euro. Dies entspricht etwa 19,3% des Kaufpreises bei den unter 25-Jährigen.
Welche Energieeffizienzklassen sind bei jungen Käufern am häufigsten?
Bei Käufern unter 25 Jahren entfallen 35,2% der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H, während der Anteil der Klassen A+ und A bei 10,9% liegt.
Wie beeinflussen steigende Zinsen den Immobilienkauf?
Steigende Zinsen und hohe Lebenshaltungskosten erschweren den Immobilienkauf für junge Menschen. Dennoch bleibt der Markt für Altbauimmobilien attraktiv, da diese oft günstiger sind und durch Sanierungen aufgewertet werden können.
Was sind die Vorteile von energetischen Sanierungen?
Energetische Sanierungen verbessern nicht nur die Energieeffizienz von Immobilien, sondern können auch langfristig Kosten sparen. Zudem erhöhen sie den Wert der Immobilie und tragen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei.

Quellen: Google News

Symbolbild: Junge Käufer bei der Altbausanierung · Foto: Arti Kh / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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