⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 28.06.2026
Das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird, könnte eine echte Alternative zur Riester-Rente darstellen. Doch ist es tatsächlich besser oder nur eine weitere Abzocke?
- Altersvorsorgedepot startet 2027 mit neuen Fördermöglichkeiten.
- Deutlich niedrigere Kosten im Vergleich zur Riester-Rente.
- Selbstständige sind erstmals förderberechtigt.
Das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird, könnte eine echte Alternative zur Riester-Rente darstellen. Doch ist es tatsächlich besser oder nur eine weitere Abzocke? In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte des Altersvorsorgedepots und vergleichen es mit der Riester-Rente, um herauszufinden, ob es sich um einen Fortschritt in der Altersvorsorge handelt.
Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neu eingeführtes staatlich gefördertes Produkt, das Anlegern die Möglichkeit bietet, ihre Beiträge in ETFs und Fonds anzulegen. Im Gegensatz zur Riester-Rente, die eine verpflichtende Beitragsgarantie vorsieht, können Sparer beim Altersvorsorgedepot bis zu 100 Prozent in Aktien-ETFs investieren. Dies eröffnet die Chance auf höhere Renditen, da historisch gesehen der MSCI World über jeden 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 positive Renditen erzielt hat.
Ein weiterer Vorteil des Altersvorsorgedepots ist die vereinfachte Förderstruktur. Statt komplizierter Mindesteigenbeiträge gibt es eine klare Formel: 50 Cent pro Euro bis 360 Euro im Jahr und 25 Cent für jeden weiteren Euro bis zu einem Maximum von 1.800 Euro. Dies bedeutet, dass die maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr erreicht werden kann, was für viele Sparer attraktiv ist.
Wie unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot von der Riester-Rente?
Die Riester-Rente war in der Vergangenheit oft mit hohen Kosten und einer komplizierten Struktur verbunden. Typische Kosten lagen zwischen 2 und 3 Prozent pro Jahr, was die Rendite erheblich schmälerte. Im Gegensatz dazu sieht das Altersvorsorgedepot einen Kostendeckel von 1 Prozent vor, was die Gesamtkosten für Sparer deutlich senkt. Dies ist besonders wichtig, da hohe Kosten über lange Zeiträume hinweg einen erheblichen Einfluss auf die Rendite haben können.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die Möglichkeit für Selbstständige, in das Altersvorsorgedepot einzuzahlen. Bisher waren Selbstständige von der Riester-Rente ausgeschlossen, was das neue Depot für diese Gruppe besonders attraktiv macht. Zudem können Sparer beim Altersvorsorgedepot flexibler entscheiden, wie sie ihre Auszahlungen gestalten möchten, ohne an eine lebenslange Leibrente gebunden zu sein.
Welche Risiken und Schwächen gibt es?
- Start des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
- Maximale Grundzulage: 540 Euro pro Jahr
- Kostendeckel für Standardprodukte: 1 Prozent pro Jahr
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch einige Schwächen, die beim Altersvorsorgedepot beachtet werden sollten. Der Kostendeckel von 1 Prozent liegt immer noch über den tatsächlichen Kosten eines günstigen ETFs, die typischerweise zwischen 0,1 und 0,2 Prozent pro Jahr liegen. Dies bedeutet, dass Sparer, die sich nicht selbst um die ETF-Auswahl kümmern, möglicherweise höhere Kosten zahlen, als nötig wäre. Über 40 Jahre kann der Unterschied zwischen 0,2 und 1 Prozent Kosten rund 65.000 Euro ausmachen.
Ein weiteres Risiko ist das Kapitalmarktrisiko. Da das Altersvorsorgedepot keine verpflichtende Beitragsgarantie bietet, tragen die Sparer das Risiko von Wertschwankungen am Kapitalmarkt. Wer auf Sicherheit setzt, kann zwar freiwillig ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Beitragserhalt wählen, muss jedoch in der Regel mit niedrigeren Renditen rechnen.
Wie können Sparer von dem Altersvorsorgedepot profitieren?
Für viele Sparer, insbesondere für junge Menschen und Familien, kann das Altersvorsorgedepot eine attraktive Option sein. Junge Sparer unter 25 Jahren können zusätzlich einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten, was die Einstiegshürde weiter senkt. Familien profitieren von der Kinderzulage, die bis zu 300 Euro pro Kind beträgt. Diese Förderungen können den Vermögensaufbau erheblich unterstützen und sind ein Anreiz, frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen.
Ein Tipp für Sparer ist, sich bereits jetzt über die verschiedenen Anbieter und deren Angebote zu informieren. Da das Altersvorsorgedepot ab 2027 verfügbar sein wird, sollten Interessierte die Identitätsprüfung bereits im Vorfeld erledigen, um am ersten Tag direkt starten zu können. Wer jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen.
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung?

Das Altersvorsorgedepot stellt eine grundlegende Reform der bisherigen Riester-Rente dar und bietet viele Vorteile, die es für Sparer attraktiv machen. Die niedrigeren Kosten, die höhere Förderung und die Öffnung für Selbstständige sind substanzielle Verbesserungen. Dennoch sollten Sparer die Risiken und Schwächen nicht außer Acht lassen und sich gut informieren, bevor sie eine Entscheidung treffen. Ob das Altersvorsorgedepot tatsächlich eine bessere Alternative zur Riester-Rente ist, wird sich erst in der Praxis zeigen.
Häufige Fragen
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?
Welche Kosten sind mit dem Altersvorsorgedepot verbunden?
Wer kann in das Altersvorsorgedepot einzahlen?
Was sind die Vorteile des Altersvorsorgedepots im Vergleich zur Riester-Rente?
Quellen: Google News
Symbolbild: Altersvorsorgedepot: Neue Chancen für Sparer · Foto: Picas Joe / Pexels


