⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.06.2026
Das Altersvorsorgedepot, das ab 2027 als Nachfolger der Riester-Rente eingeführt wird, verspricht eine bessere Rendite und niedrigere Kosten. Doch ist es wirklich eine echte Alternative oder nur eine weitere Abzocke?
- Altersvorsorgedepot startet 2027 als Riester-Nachfolger.
- Maximale staatliche Förderung von bis zu 540 Euro jährlich.
- Niedrigere Kosten und höhere Renditechancen durch ETFs.
Das Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 als Nachfolger der Riester-Rente eingeführt wird, hat in den letzten Wochen für viel Aufsehen gesorgt. Angesichts der massiven Kritik an der Riester-Rente, die als gescheitert gilt, stellt sich die Frage: Ist das neue Modell eine echte Alternative oder nur eine weitere Abzocke? In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte des Altersvorsorgedepots und vergleichen es mit der Riester-Rente.
Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgemodell, das Anlegern die Möglichkeit bietet, ihre Beiträge in kostengünstige ETFs und Fonds anzulegen. Im Gegensatz zur Riester-Rente, die stark auf Garantiezinsen setzte, ermöglicht das neue Modell eine flexiblere Anlagestrategie mit höheren Renditechancen. Die Reform wurde als Reaktion auf die massiven Mängel der Riester-Rente entwickelt, die durch hohe Kosten und geringe Transparenz geprägt war.
Ein zentrales Merkmal des Altersvorsorgedepots ist die Abschaffung der verpflichtenden Beitragsgarantie. Dies bedeutet, dass Anbieter nicht mehr gezwungen sind, die eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn zurückzuzahlen. Stattdessen können Sparer von den Renditechancen des Kapitalmarktes profitieren, was insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen von Bedeutung ist.
Die staatliche Förderung im Detail
Die staatliche Förderung des Altersvorsorgedepots ist ein entscheidender Anreiz für Sparer. Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr. Diese wird durch eine einfache Formel berechnet: Für die ersten 360 Euro, die jährlich eingezahlt werden, gibt es 50 Cent pro Euro, und für jeden weiteren Euro bis zu einem Betrag von 1.800 Euro gibt es 25 Cent. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber der Riester-Rente dar, wo die Förderung oft kompliziert und unübersichtlich war.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind bereits ab einem monatlichen Eigenbeitrag von 25 Euro erreicht werden kann. Dies macht das Altersvorsorgedepot besonders attraktiv für Familien, die von der staatlichen Unterstützung profitieren möchten.
Kosteneffizienz und Renditechancen
- Startdatum: 1. Januar 2027
- Maximale Grundzulage: 540 Euro pro Jahr
- Kostendeckel: 1 Prozent pro Jahr
Ein zentrales Problem der Riester-Rente waren die hohen Kosten, die typischerweise zwischen 2 und 3 Prozent pro Jahr lagen. Diese Kosten setzten sich aus Abschlussgebühren, Verwaltungskosten und Garantiekosten zusammen. Im Gegensatz dazu sind die Kosten für das Altersvorsorgedepot auf maximal 1 Prozent pro Jahr begrenzt. Wer selbst günstige ETFs auswählt, kann sogar mit Kosten von nur 0,1 bis 0,2 Prozent rechnen.
Die Möglichkeit, bis zu 100 Prozent des Kapitals in Aktien zu investieren, eröffnet Sparerinnen und Sparern neue Renditechancen. In Zeiten von Inflation und niedrigen Zinsen ist es entscheidend, dass Anleger ihr Geld in renditestarke Anlagen investieren können, um die Kaufkraft zu erhalten. Das Altersvorsorgedepot bietet hier eine attraktive Lösung.
Wer kann teilnehmen?
Eine der größten Verbesserungen des Altersvorsorgedepots ist die Öffnung für Selbstständige. Während die Riester-Rente Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht ausschloss, können nun alle Sparer, einschließlich Selbstständiger, von der staatlichen Förderung profitieren. Dies ist besonders wichtig, da Selbstständige häufig von Altersarmut betroffen sind und eine solide Altersvorsorge benötigen.
Das Altersvorsorgedepot richtet sich somit an eine breite Zielgruppe, die von der staatlichen Unterstützung profitieren kann. Junge Menschen, Familien und Selbstständige sind die Hauptzielgruppen, die von den neuen Regelungen profitieren werden.
Risiken und Herausforderungen
Trotz der vielen Vorteile birgt das Altersvorsorgedepot auch Risiken. Da es keine Beitragsgarantie mehr gibt, tragen Sparer das Risiko von Kursschwankungen und möglichen Verlusten. Dies kann insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger problematisch sein, die möglicherweise nicht bereit sind, das Risiko von Wertverlusten einzugehen.
Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, sind die steuerlichen Aspekte. Während die Erträge in der Ansparphase steuerlich begünstigt sind, müssen die späteren Auszahlungen grundsätzlich versteuert werden. Dies könnte die Rendite für einige Anleger schmälern, weshalb eine sorgfältige Planung und Beratung ratsam ist.
Fazit

Das Altersvorsorgedepot stellt eine vielversprechende Alternative zur Riester-Rente dar. Mit niedrigeren Kosten, höheren Renditechancen und einer vereinfachten Förderung könnte es für viele Sparer attraktiv sein. Dennoch sollten Anleger die Risiken und Herausforderungen nicht außer Acht lassen und sich gut informieren, bevor sie eine Entscheidung treffen. Die Kombination aus staatlicher Förderung und der Möglichkeit, in ETFs zu investieren, könnte jedoch der Schlüssel zu einer erfolgreichen Altersvorsorge sein.
Häufige Fragen
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch ist die staatliche Förderung?
Welche Kosten sind mit dem Altersvorsorgedepot verbunden?
Wer kann am Altersvorsorgedepot teilnehmen?
Wie unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot von der Riester-Rente?
Quellen: Google News
Symbolbild: Altersvorsorgedepot: Neue Chancen für die Rente · Foto: Markus Winkler / Pexels


