⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.09.2026
Der September gilt als der schwierigste Monat an den Börsen, doch einige Aktien zeigen auch in dieser Zeit relative Stärke. Welche Titel sich lohnen, erfahren Sie hier.
- September historisch schwacher Börsenmonat
- Aktien mit relativer Stärke sind entscheidend
- Zins- und Inflationssorgen belasten die Märkte
Der September ist traditionell als der Angstmonat der Börse bekannt. Historisch gesehen hat der S&P 500 seit 1945 im Durchschnitt ein Minus von 0,8 Prozent im September verzeichnet, was ihn zum schwächsten Monat des Jahres macht. Nur in 42 Prozent der Fälle konnte der Index in diesem Monat positive Renditen erzielen. Diese Zahlen sind für viele Anleger alarmierend und werfen die Frage auf, welche Aktien auch in dieser herausfordernden Zeit stabil bleiben können.
Was macht den September so schwierig für Anleger?

Die saisonalen Statistiken sind ein Warnsignal, aber sie sind kein endgültiges Urteil über die Börsenentwicklung. Der September hat sich als besonders schwach erwiesen, insbesondere in Jahren mit wirtschaftlichen Unsicherheiten oder bereits bestehenden Marktdruck. In diesem Jahr sind die Sorgen um steigende Zinsen und Inflation besonders ausgeprägt, was die Marktpsychologie zusätzlich belastet. Die Renditen am Anleihemarkt steigen, was die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu Anleihen verringert.
Zusätzlich finden in diesem Jahr die US-Midterm-Wahlen statt, was die Unsicherheit vor den Wahlen im November verstärkt. Historisch gesehen hat sich gezeigt, dass der September in Wahljahren noch schwächer abschneidet, da viele Investoren dazu neigen, Geld aus den Märkten abzuziehen, um sich auf die bevorstehenden politischen Veränderungen vorzubereiten.
Aktien mit relativer Stärke im September
In Zeiten, in denen der Markt unter Druck steht, ist es entscheidend, Aktien zu identifizieren, die relative Stärke zeigen. Anleger sollten sich nicht nur auf die saisonalen Trends konzentrieren, sondern auch auf die fundamentalen Daten und den Newsflow der einzelnen Unternehmen. Aktien, die sich im Vergleich zum Gesamtmarkt robust präsentieren, könnten in der Lage sein, die Herausforderungen des Septembers besser zu meistern.
Ein Beispiel für solche Aktien könnten Unternehmen aus der Gesundheitsbranche sein, die oft als defensiv gelten und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabilere Erträge liefern. Auch Unternehmen, die von der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz profitieren, könnten in der Lage sein, trotz der allgemeinen Marktsituation zu wachsen.
Die Rolle von Zinsen und Inflation
- Historische September-Performance des S&P 500: -0,8%
- Wahrscheinlichkeit für positive Renditen im September: 42%
- DAX startet September mit -0,9% auf 26.013 Punkte
Steigende Zinsen sind ein zentrales Thema, das die Märkte im September beeinflusst. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen haben kürzlich ein mehrjähriges Hoch von 3,36 Prozent erreicht. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Aktienbewertungen, insbesondere bei Wachstumsunternehmen, deren zukünftige Gewinne stark in die Bewertung einfließen. Wenn die Zinsen steigen, müssen Anleger höhere Renditen verlangen, was die Bewertungen von Aktien unter Druck setzt.
Zusätzlich sorgen steigende Ölpreise und Inflationserwartungen für zusätzliche Unsicherheiten. Die Ölpreise haben sich aufgrund geopolitischer Spannungen, insbesondere im Iran, erhöht, was die Inflation weiter anheizt. Diese Faktoren können dazu führen, dass Anleger vorsichtiger werden und ihre Portfolios umschichten, was zu weiteren Rückgängen an den Märkten führen kann.
Marktpsychologie und technische Faktoren
Die Marktpsychologie spielt im September eine entscheidende Rolle. Die runde Marke von 26.000 Punkten im DAX wird von vielen Marktteilnehmern genau beobachtet. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte als Verkaufssignal interpretiert werden, was zu weiteren Verkäufen führen könnte. Diese technische Analyse wird durch die saisonalen Trends verstärkt, die den September als schwachen Monat kennzeichnen.
Die Kombination aus technischer Analyse und saisonalen Trends kann dazu führen, dass Anleger in diesem Monat besonders vorsichtig agieren. Es ist wichtig, die Marktbewegungen genau zu beobachten und gegebenenfalls schnell zu reagieren, um Verluste zu minimieren.
Chancen in der Unsicherheit
Trotz der Herausforderungen, die der September mit sich bringt, gibt es auch Chancen für Anleger. Kursrücksetzer können als Kaufgelegenheiten für Qualitätsaktien betrachtet werden. Geduldige Anleger, die bereit sind, in Zeiten der Unsicherheit zu investieren, können von den langfristigen Wachstumschancen profitieren, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergeben.
Ein Tipp für Anleger ist, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die über starke Bilanzen und stabile Cashflows verfügen. Diese Unternehmen sind oft besser in der Lage, wirtschaftliche Turbulenzen zu überstehen und könnten in der Lage sein, in der zweiten Jahreshälfte zu wachsen, wenn sich die Marktbedingungen stabilisieren.
Fazit

Der September bleibt ein herausfordernder Monat für die Börsen, geprägt von saisonalen Schwächen, steigenden Zinsen und geopolitischen Unsicherheiten. Dennoch gibt es Aktien, die sich auch in dieser Zeit behaupten können. Anleger sollten sich auf Unternehmen konzentrieren, die relative Stärke zeigen und über solide Fundamentaldaten verfügen. Mit einer differenzierten Aktienauswahl und einer genauen Beobachtung der Marktbedingungen können Investoren auch in diesem schwierigen Monat Chancen nutzen.
Häufige Fragen
Warum gilt der September als schwieriger Börsenmonat?
Welche Faktoren beeinflussen die Aktienmärkte im September?
Wie können Anleger von der September-Schwäche profitieren?
Welche Aktien zeigen relative Stärke im September?
Wie wirken sich steigende Zinsen auf den Aktienmarkt aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktien im September: Chancen und Risiken · Foto: Pixabay / Pexels


