⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 26.08.2026
In Zeiten steigender Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheiten stehen Anleger vor der Wahl zwischen Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs. Beide Produkte bieten unterschiedliche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Liquidität und Rendite.
- Geldmarkt-ETFs bieten hohe Liquidität und geringe Kursschwankungen.
- Anleihen-ETFs sind anfällig für Zinsänderungen, bieten aber potenziell höhere Renditen.
- Die Zinsstrukturkurve spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl des geeigneten ETF.
In der aktuellen wirtschaftlichen Lage, geprägt von steigenden Zinsen und einer unsicheren Inflationsentwicklung, stehen Anleger vor der Herausforderung, die geeigneten Anlageformen zu wählen. Insbesondere die Entscheidung zwischen Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs gewinnt an Bedeutung. Beide Produkte bieten unterschiedliche Vorteile, die stark von der aktuellen Zinsstrukturkurve abhängen.
Was sind Geldmarkt-ETFs?

Geldmarkt-ETFs sind Fonds, die in kurzfristige Geldmarktinstrumente investieren. Diese Instrumente haben in der Regel sehr kurze Laufzeiten, oft nur einen Tag, und orientieren sich im Euroraum am Euro Short-Term Rate (€STR). Dieser Referenzzins spiegelt die unbesicherten Übernachtkosten wider, zu denen sich Banken im Euroraum Geld leihen. Aufgrund der kurzen Laufzeiten schwanken die Kurse von Geldmarkt-ETFs kaum, was sie zu einer stabilen Anlageoption macht.
Ein wesentlicher Vorteil von Geldmarkt-ETFs ist ihre hohe Liquidität. Anleger können schnell auf Veränderungen im Markt reagieren, ohne sich um große Kursschwankungen sorgen zu müssen. Dies macht sie besonders attraktiv in Zeiten steigender Leitzinsen, da sie die höheren Zinssätze schnell einsammeln können. In einem Umfeld, in dem die Zentralbanken die Zinsen anheben, profitieren Geldmarkt-ETFs nahezu unmittelbar von diesen Anpassungen.
Wie funktionieren Anleihen-ETFs?
Im Gegensatz dazu investieren Anleihen-ETFs in Schuldverschreibungen mit längeren Laufzeiten, wie Staats- oder Unternehmensanleihen. Diese Produkte sind anfällig für Zinsänderungen, da steigende Marktzinsen zu Kursverlusten führen können. Die Kennzahl Duration beschreibt, wie stark ein Anleihen-ETF auf Zinsbewegungen reagiert. Je länger die durchschnittliche Restlaufzeit der enthaltenen Anleihen, desto größer ist der Kurshebel in beide Richtungen.
Ein Anleihen-ETF kann jedoch auch Vorteile bieten, insbesondere wenn die Zinsen ihren Höhepunkt überschreiten und ein Rückgang erwartet wird. In solchen Phasen steigen die Kurse bereits ausgegebener Anleihen, da ihre höhere Festverzinsung gefragt ist. Dies kann zu attraktiven Renditen führen, die ein Geldmarkt-ETF nicht bieten kann.
Die Rolle der Zinsstrukturkurve
Die Zinsstrukturkurve ist ein entscheidender Faktor bei der Auswahl zwischen Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen der Laufzeit von Anleihen und ihrer Verzinsung. Im langfristigen Durchschnitt verläuft die Kurve steigend, was bedeutet, dass längere Laufzeiten in der Regel höhere Renditen abwerfen als kürzere. In bestimmten Marktphasen kann es jedoch zu einer Inversion kommen, bei der kurzfristige Renditen über den langfristigen liegen.
In solchen inversen Phasen können Geldmarkt-ETFs mehr Rendite liefern als Anleihen-ETFs mit langer Duration. Dies geschieht, weil die kurzfristigen Renditen in der Regel weniger schwanken und somit eine stabilere Ertragsquelle darstellen. Anleger sollten daher die Zinsstrukturkurve genau beobachten, um die beste Entscheidung für ihre Anlagestrategie zu treffen.
Liquidität als entscheidender Faktor
Liquidität ist ein zentraler Aspekt, den Anleger bei der Wahl zwischen Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs berücksichtigen sollten. Geldmarkt-ETFs bieten eine hohe Liquidität, die es Anlegern ermöglicht, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Dies ist besonders wichtig in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wenn schnelle Entscheidungen erforderlich sind.
Im Gegensatz dazu können Anleihen-ETFs in Zeiten steigender Zinsen anfälliger für Kursverluste sein. Anleger, die auf Liquidität angewiesen sind, sollten daher in Betracht ziehen, einen größeren Anteil ihres Portfolios in Geldmarkt-ETFs zu halten, um sich vor den Risiken von Zinsänderungen abzusichern.
Fazit: Die richtige Wahl treffen

Die Entscheidung zwischen Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs hängt stark von der aktuellen Zinslage und den individuellen Anlagezielen ab. Geldmarkt-ETFs bieten hohe Liquidität und geringe Kursschwankungen, was sie zu einer attraktiven Wahl in Zeiten steigender Zinsen macht. Anleihen-ETFs hingegen können in Phasen sinkender Zinsen höhere Renditen bieten, sind jedoch anfälliger für Kursverluste. Anleger sollten daher die Zinsstrukturkurve und ihre eigenen finanziellen Ziele genau im Blick behalten, um die optimale Anlagestrategie zu entwickeln.
Häufige Fragen
Was sind Geldmarkt-ETFs?
Wie funktionieren Anleihen-ETFs?
Wann sind Geldmarkt-ETFs die bessere Wahl?
Wann sollten Anleger Anleihen-ETFs in Betracht ziehen?
Wie beeinflusst die Zinsstrukturkurve die ETF-Auswahl?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs im Vergleich · Foto: Markus Winkler / Pexels


