StartWirtschaft & KonjunkturArbeitskräftemangel in Deutschland: IW-Studie warnt vor Verschärfung

Arbeitskräftemangel in Deutschland: IW-Studie warnt vor Verschärfung

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 14.06.2026

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass der Fachkräftemangel in Deutschland sich weiter verschärfen wird. Bis 2028 könnten bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen, was erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fachkräftemangel betrifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Besonders stark betroffen sind Berufe im Gesundheitswesen und im Handwerk
  • Die Zahl der unbesetzten Stellen bleibt trotz steigender Arbeitslosigkeit hoch

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass der Fachkräftemangel in Deutschland sich weiter verschärfen wird. Bis 2028 könnten bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen, was erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die den Großteil der offenen Stellen ausmachen.

Was ist der Fachkräftemangel?

Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen
Symbolbild: Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen · Foto: Mikael Blomkvist / Pexels

Der Fachkräftemangel bezeichnet die Situation, in der die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften die Verfügbarkeit übersteigt. In Deutschland ist dieser Mangel besonders ausgeprägt, da viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden. Laut der IW-Studie entfallen 71,7% der offenen Stellen auf KMU, was die Bedeutung dieser Unternehmen für den Arbeitsmarkt unterstreicht.

Die Studie hebt hervor, dass in ländlich geprägten Bundesländern bis zu 80% der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU entfallen. Dies zeigt, dass die Herausforderungen je nach Region stark variieren und KMU in ländlichen Gebieten besonders betroffen sind.

Aktuell sind in Deutschland rund 1,15 Millionen Stellen unbesetzt, trotz einer steigenden Arbeitslosigkeit. Dies zeigt die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationen der Arbeitssuchenden. Die IW-Studie prognostiziert, dass der Fachkräftemangel bis 2028 weiter zunehmen wird, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen.

Besonders stark betroffen sind Berufe im Gesundheitswesen, im Handwerk sowie in der Produktion und Fertigung. In diesen Bereichen fehlen vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährdet.

Ursachen des Fachkräftemangels

Fakten auf einen Blick

  • Fachkräftemangel bis 2028: 768.000 fehlende Fachkräfte
  • 71,7% der offenen Stellen entfallen auf KMU
  • 1,15 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt

Die Ursachen für den Fachkräftemangel sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor ist der demografische Wandel, der zu einer alternden Bevölkerung führt. Viele Arbeitnehmer gehen in den Ruhestand, während gleichzeitig nicht genügend junge Fachkräfte nachrücken. Zudem gibt es eine Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der Arbeitsuchenden und den Anforderungen der offenen Stellen.

Ein weiterer Aspekt ist die unzureichende Berufsorientierung und -ausbildung. Viele Jugendliche sind sich der Chancen, die eine Ausbildung in Mangelberufen bietet, nicht bewusst. Dies führt dazu, dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden und Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Der Fachkräftemangel hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Unternehmen müssen zunehmend um qualifizierte Mitarbeiter konkurrieren, was zu höheren Löhnen und damit zu steigenden Kosten führt. Dies kann die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen und zu einem Rückgang der Investitionen führen.

Darüber hinaus könnte der Fachkräftemangel auch Auswirkungen auf die Inflation haben. Wenn Unternehmen gezwungen sind, höhere Löhne zu zahlen, könnten sie diese Kosten an die Verbraucher weitergeben, was zu einem Anstieg der Preise führen könnte. Dies könnte die Inflation weiter anheizen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden.

Strategien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollten Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität durch gezielte Maßnahmen erhöhen. Dazu gehört unter anderem ein starkes Employer Branding, das die Vorzüge des Unternehmens hervorhebt und potenzielle Mitarbeiter anspricht.

Zusätzlich sollten Unternehmen verstärkt in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Die duale Berufsausbildung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Unternehmen sollten auch Quereinsteiger ansprechen und Möglichkeiten zur Nachqualifizierung von Helfertätigkeiten prüfen, um den Fachkräftemangel zu lindern.

Fazit

Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen
Symbolbild: Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Der Fachkräftemangel in Deutschland stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Wirtschaft dar. Die IW-Studie zeigt, dass bis 2028 bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen könnten, was erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hat. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen von Unternehmen und der Politik erforderlich, um die Attraktivität von Ausbildungsberufen zu steigern und die Qualifikationen der Arbeitsuchenden besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen.

Häufige Fragen

Was ist die Hauptursache für den Fachkräftemangel in Deutschland?
Die Hauptursache für den Fachkräftemangel in Deutschland ist die demografische Entwicklung, die zu einer alternden Bevölkerung führt. Zudem gibt es eine Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der Arbeitsuchenden und den Anforderungen der offenen Stellen.
Welche Branchen sind am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen?
Besonders stark betroffen sind Branchen wie das Gesundheitswesen, das Handwerk sowie die Produktion und Fertigung. In diesen Bereichen fehlen vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte.
Wie viele offene Stellen gibt es derzeit in Deutschland?
Aktuell sind in Deutschland rund 1,15 Millionen Stellen unbesetzt, trotz einer steigenden Arbeitslosigkeit. Dies zeigt die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationen der Arbeitssuchenden.
Was können Unternehmen tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?
Unternehmen sollten ihre Arbeitgeberattraktivität durch gezielte Maßnahmen wie Employer Branding und Ausbildungsmarketing erhöhen. Zudem ist die Förderung von Quereinsteigern und die Nachqualifizierung von Helfertätigkeiten wichtig.
Wie wird sich der Fachkräftemangel bis 2028 entwickeln?
Laut der IW-Studie wird der Fachkräftemangel bis 2028 auf 768.000 fehlende Fachkräfte anwachsen, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft haben.

Quellen: Google News

Symbolbild: Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen · Foto: Yan Krukau / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
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