⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 14.06.2026
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass der Fachkräftemangel in Deutschland sich weiter verschärfen wird. Bis 2028 könnten bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen, was erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.
- Fachkräftemangel betrifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
- Besonders stark betroffen sind Berufe im Gesundheitswesen und im Handwerk
- Die Zahl der unbesetzten Stellen bleibt trotz steigender Arbeitslosigkeit hoch
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass der Fachkräftemangel in Deutschland sich weiter verschärfen wird. Bis 2028 könnten bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen, was erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die den Großteil der offenen Stellen ausmachen.
Was ist der Fachkräftemangel?

Der Fachkräftemangel bezeichnet die Situation, in der die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften die Verfügbarkeit übersteigt. In Deutschland ist dieser Mangel besonders ausgeprägt, da viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden. Laut der IW-Studie entfallen 71,7% der offenen Stellen auf KMU, was die Bedeutung dieser Unternehmen für den Arbeitsmarkt unterstreicht.
Die Studie hebt hervor, dass in ländlich geprägten Bundesländern bis zu 80% der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU entfallen. Dies zeigt, dass die Herausforderungen je nach Region stark variieren und KMU in ländlichen Gebieten besonders betroffen sind.
Aktuelle Zahlen und Trends
Aktuell sind in Deutschland rund 1,15 Millionen Stellen unbesetzt, trotz einer steigenden Arbeitslosigkeit. Dies zeigt die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationen der Arbeitssuchenden. Die IW-Studie prognostiziert, dass der Fachkräftemangel bis 2028 weiter zunehmen wird, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen.
Besonders stark betroffen sind Berufe im Gesundheitswesen, im Handwerk sowie in der Produktion und Fertigung. In diesen Bereichen fehlen vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährdet.
Ursachen des Fachkräftemangels
- Fachkräftemangel bis 2028: 768.000 fehlende Fachkräfte
- 71,7% der offenen Stellen entfallen auf KMU
- 1,15 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt
Die Ursachen für den Fachkräftemangel sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor ist der demografische Wandel, der zu einer alternden Bevölkerung führt. Viele Arbeitnehmer gehen in den Ruhestand, während gleichzeitig nicht genügend junge Fachkräfte nachrücken. Zudem gibt es eine Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der Arbeitsuchenden und den Anforderungen der offenen Stellen.
Ein weiterer Aspekt ist die unzureichende Berufsorientierung und -ausbildung. Viele Jugendliche sind sich der Chancen, die eine Ausbildung in Mangelberufen bietet, nicht bewusst. Dies führt dazu, dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden und Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Der Fachkräftemangel hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Unternehmen müssen zunehmend um qualifizierte Mitarbeiter konkurrieren, was zu höheren Löhnen und damit zu steigenden Kosten führt. Dies kann die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen und zu einem Rückgang der Investitionen führen.
Darüber hinaus könnte der Fachkräftemangel auch Auswirkungen auf die Inflation haben. Wenn Unternehmen gezwungen sind, höhere Löhne zu zahlen, könnten sie diese Kosten an die Verbraucher weitergeben, was zu einem Anstieg der Preise führen könnte. Dies könnte die Inflation weiter anheizen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden.
Strategien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollten Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität durch gezielte Maßnahmen erhöhen. Dazu gehört unter anderem ein starkes Employer Branding, das die Vorzüge des Unternehmens hervorhebt und potenzielle Mitarbeiter anspricht.
Zusätzlich sollten Unternehmen verstärkt in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Die duale Berufsausbildung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Unternehmen sollten auch Quereinsteiger ansprechen und Möglichkeiten zur Nachqualifizierung von Helfertätigkeiten prüfen, um den Fachkräftemangel zu lindern.
Fazit

Der Fachkräftemangel in Deutschland stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Wirtschaft dar. Die IW-Studie zeigt, dass bis 2028 bis zu 768.000 Fachkräfte fehlen könnten, was erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hat. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen von Unternehmen und der Politik erforderlich, um die Attraktivität von Ausbildungsberufen zu steigern und die Qualifikationen der Arbeitsuchenden besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen.
Häufige Fragen
Was ist die Hauptursache für den Fachkräftemangel in Deutschland?
Welche Branchen sind am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen?
Wie viele offene Stellen gibt es derzeit in Deutschland?
Was können Unternehmen tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?
Wie wird sich der Fachkräftemangel bis 2028 entwickeln?
Quellen: Google News
Symbolbild: Fachkräftemangel in Deutschland: Herausforderungen für Unternehmen · Foto: Yan Krukau / Pexels


