⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 17.08.2026
Phishing-Angriffe auf Bankkonten nehmen zu, und die Avarda Bank ist keine Ausnahme. Wenn Ihr Konto leergeräumt wurde, erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Geld zurückholen können.
- Phishing-Angriffe sind häufig und raffiniert.
- Die Bank ist verpflichtet, nicht autorisierte Zahlungen zu erstatten.
- Schnelles Handeln ist entscheidend, um Verluste zu minimieren.
Phishing-Angriffe auf Bankkonten sind in den letzten Jahren stark angestiegen, und die Avarda Bank ist dabei keine Ausnahme. Immer raffiniertere Methoden werden von Betrügern eingesetzt, um an persönliche Daten zu gelangen und Konten leerzuräumen. Wenn Sie Opfer eines solchen Angriffs geworden sind, ist schnelles Handeln entscheidend, um Ihr Geld zurückzuholen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Schritte Sie unternehmen sollten und welche rechtlichen Grundlagen Ihnen helfen können.
Was ist Phishing?

Phishing ist ein Begriff, der sich aus den englischen Wörtern „Password“ und „Fishing“ ableitet. Es beschreibt den Versuch von Kriminellen, durch Täuschung an vertrauliche Informationen zu gelangen. Dies geschieht häufig über gefälschte E-Mails, SMS oder Anrufe, die den Anschein erwecken, von einer vertrauenswürdigen Quelle zu stammen, wie etwa Ihrer Bank. Ziel ist es, dass die Opfer ihre Zugangsdaten oder andere sensible Informationen preisgeben.
Die Methoden der Betrüger werden immer ausgeklügelter. Oftmals nutzen sie echte Kontobewegungen oder persönliche Daten, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Ein Beispiel ist der Einsatz von Call-ID-Spoofing, bei dem die Anrufer-ID gefälscht wird, um den Anschein zu erwecken, dass der Anruf von der Bank stammt.
Was geschah bei der Avarda Bank?
Die Avarda Bank hat in letzter Zeit vermehrt Berichte über Phishing-Angriffe erhalten, bei denen Kontoinhaber um ihr Geld gebracht wurden. Die Betrüger nutzen verschiedene Taktiken, um an die Zugangsdaten der Kunden zu gelangen. Wenn Ihr Konto leergeräumt wurde, ist es wichtig, sofort zu handeln. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar: Nach dem Zahlungsdiensterecht dürfen nicht autorisierte Zahlungsvorgänge dem Kontoinhaber grundsätzlich nicht belastet werden.
Die rechtliche Grundlage für die Erstattung nicht autorisierter Zahlungen findet sich in § 675u BGB. Dieser besagt, dass die Bank verpflichtet ist, den Betrag unverzüglich zu erstatten und das Konto wieder auf den ursprünglichen Stand zu bringen, als hätte es die Buchung nie gegeben. Dies gilt jedoch nur, wenn der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat.
Wie hole ich mein Geld zurück?
Wenn Sie Opfer eines Phishing-Angriffs geworden sind, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:
- Konto und Karten sofort sperren: Kontaktieren Sie Ihre Bank umgehend und lassen Sie Ihr Online-Banking sowie alle betroffenen Karten sperren. Nutzen Sie dafür die offizielle Hotline Ihrer Bank oder die zentrale Sperrhotline 116 116.
- Bank schriftlich informieren: Setzen Sie sich schriftlich mit Ihrer Bank in Verbindung und fordern Sie die Erstattung aller nicht autorisierten Zahlungen. Verweisen Sie auf § 675u BGB und setzen Sie eine Frist von 14 Tagen für die Rückmeldung.
- Beweise sichern: Dokumentieren Sie alle relevanten Informationen, wie E-Mails, SMS und Anrufprotokolle. Screenshots von verdächtigen Nachrichten können Ihre Position stärken.
- Strafanzeige erstatten: Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie Anzeige. Dies hilft nicht nur, den Betrug zu dokumentieren, sondern erhöht auch die Glaubwürdigkeit Ihres Anliegens gegenüber der Bank.
Diese Schritte sind entscheidend, um Ihre Ansprüche durchzusetzen und Ihr Geld zurückzuholen. Je schneller Sie handeln, desto besser stehen Ihre Chancen, den Schaden zu minimieren.
Rechtliche Aspekte und Haftung der Bank
- Datum: 17.08.2026
- Rechtliche Grundlage: § 675u BGB
- Schlussanträge des EuGH: C-70/25
Die Haftung der Bank in Fällen von Phishing ist ein komplexes Thema. Grundsätzlich gilt, dass die Bank verpflichtet ist, nicht autorisierte Zahlungen zu erstatten. Allerdings kann sie sich auf grobe Fahrlässigkeit des Kunden berufen, um eine Erstattung zu verweigern. Dies bedeutet, dass die Bank nachweisen muss, dass der Kunde durch sein Verhalten den Angriff ermöglicht hat.
Ein Beispiel für grobe Fahrlässigkeit könnte sein, wenn der Kunde seine Zugangsdaten auf einer unsicheren Website eingegeben hat oder auf einen Link in einer verdächtigen E-Mail geklickt hat. In solchen Fällen könnte die Bank argumentieren, dass der Kunde selbst für den Verlust verantwortlich ist. Daher ist es wichtig, alle Schritte zu dokumentieren und Beweise zu sichern, um Ihre Position zu stärken.
Europäische Rechtsprechung und aktuelle Entwicklungen
Im Frühjahr 2026 hat der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-70/25 Schlussanträge vorgelegt, die für die Praxis der Erstattungspflicht der Banken von großer Bedeutung sind. Diese Anträge besagen, dass die Bank bei einem behaupteten nicht autorisierten Zahlungsvorgang grundsätzlich verpflichtet ist, den Betrag unverzüglich zu erstatten. Die Frage der groben Fahrlässigkeit des Kunden wird dabei als nachgelagerte Frage betrachtet.
Diese Entwicklung könnte für viele Bankkunden von Bedeutung sein, da sie die Position der Verbraucher stärken könnte. Wenn die Bank erstattet, bevor sie die grobe Fahrlässigkeit des Kunden prüft, könnte dies die Hürden für die Rückforderung von Geldern senken und den Prozess für die Betroffenen erleichtern.
Prävention: So schützen Sie sich vor Phishing
Um sich vor Phishing-Angriffen zu schützen, sollten Sie einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten:
- Seien Sie vorsichtig bei E-Mails und SMS: Öffnen Sie keine Links oder Anhänge von unbekannten Absendern und geben Sie keine persönlichen Daten preis.
- Verwenden Sie starke Passwörter: Nutzen Sie komplexe Passwörter und ändern Sie diese regelmäßig. Aktivieren Sie, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Überprüfen Sie Ihre Kontobewegungen: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge auf verdächtige Buchungen und melden Sie diese umgehend Ihrer Bank.
Durch präventive Maßnahmen können Sie das Risiko, Opfer eines Phishing-Angriffs zu werden, erheblich reduzieren.
Fazit

Phishing-Angriffe auf Bankkonten sind ein ernstzunehmendes Problem, das immer mehr Menschen betrifft. Wenn Sie Opfer eines solchen Angriffs geworden sind, ist schnelles Handeln entscheidend, um Ihr Geld zurückzuholen. Informieren Sie Ihre Bank umgehend, sichern Sie Beweise und erstatten Sie Strafanzeige. Die rechtlichen Grundlagen sind klar, und die Bank ist verpflichtet, nicht autorisierte Zahlungen zu erstatten, es sei denn, Sie haben grob fahrlässig gehandelt. Schützen Sie sich durch präventive Maßnahmen und bleiben Sie wachsam gegenüber verdächtigen Aktivitäten.
Häufige Fragen
Was ist Phishing?
Wie erkenne ich einen Phishing-Angriff?
Was soll ich tun, wenn ich Opfer eines Phishing-Angriffs wurde?
Wann muss die Bank mein Geld erstatten?
Wie kann ich meine Ansprüche gegenüber der Bank durchsetzen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Schutz vor Phishing-Angriffen im Online-Banking · Foto: Markus Winkler / Pexels


