⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 16.06.2026
Bausparverträge erleben eine Renaissance, da sie Planungssicherheit in unsicheren Zeiten bieten. Stiftung Warentest gibt wertvolle Tipps, für wen sich diese Verträge wirklich lohnen.
- Bausparverträge bieten Zinssicherheit für zukünftige Darlehen.
- Aktuelle Zinsen für Bauspardarlehen sind attraktiv.
- Verbraucherzentrale warnt vor niedrigen Sparzinsen.
Bausparverträge sind in Deutschland nach wie vor ein beliebtes Finanzierungsinstrument, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten. Laut der Stiftung Warentest bieten die aktuellen Zinsen für Bauspardarlehen von 2 bis 2,5 Prozent eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Bankdarlehen, die oft deutlich teurer sind. In diesem Artikel erfahren Sie, für wen sich ein Bausparvertrag wirklich lohnt und welche Tipps die Stiftung Warentest dazu gibt.
Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das es den Sparerinnen und Sparern ermöglicht, über einen festgelegten Zeitraum Geld anzusparen, um später ein zinsgünstiges Darlehen für Bau- oder Modernisierungsprojekte in Anspruch zu nehmen. Der Vorteil eines Bausparvertrags liegt in der Zinssicherheit: Der Zinssatz für das Darlehen wird bereits bei Vertragsabschluss festgelegt, was bedeutet, dass die Kreditnehmer unabhängig von zukünftigen Zinsentwicklungen am Kapitalmarkt planen können.
In Deutschland gibt es derzeit zwischen 22 und 27 Millionen Bausparverträge, was bedeutet, dass etwa jeder zweite Haushalt einen solchen Vertrag abgeschlossen hat. Diese Verträge bieten nicht nur eine Möglichkeit zur Immobilienfinanzierung, sondern auch zur Planungssicherheit in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten.
Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag kann besonders für Personen interessant sein, die in den nächsten Jahren eine Immobilie kaufen oder modernisieren möchten. Die Stiftung Warentest hebt hervor, dass die aktuellen Zinsen für Bauspardarlehen im Vergleich zu Bankdarlehen oft günstiger sind. Wenn es gelingt, den Bankkredit mithilfe eines Bauspardarlehens unter 80 oder sogar 60 Prozent des Immobilienwerts zu drücken, können Käufer in der Regel von besseren Zinsen profitieren.
Ein weiterer Vorteil des Bausparens ist die Möglichkeit, staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage zu nutzen. Diese Prämien können die Rentabilität des Bausparvertrags erhöhen, insbesondere wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Ohne diese Förderungen sollten Interessierte jedoch andere Anlagemöglichkeiten in Betracht ziehen, da die Rendite während der Ansparphase oft negativ ist.
Die Vor- und Nachteile eines Bausparvertrags
- Zinssätze für Bauspardarlehen: 2 bis 2,5 Prozent
- Durchschnittliche Zinsen auf Sparguthaben: 0,15 Prozent
- Bausparverträge in Deutschland: 22 bis 27 Millionen
Wie bei jedem Finanzprodukt gibt es auch beim Bausparvertrag sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählen die Zinssicherheit und die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten. Besonders für kleinere Kreditsummen, die für Modernisierungsprojekte wie einen Heizungsaustausch benötigt werden, kann ein Bausparvertrag eine attraktive Lösung sein.
Auf der anderen Seite sind die Nachteile nicht zu vernachlässigen. Hohe Abschlussgebühren und die mickrigen Zinsen in der Ansparphase, die im Durchschnitt nur bei 0,15 Prozent liegen, machen Bausparen als reine Geldanlage weniger attraktiv. Die Verbraucherzentralen warnen, dass neue Verträge als Geldanlage unrentabel sind und die Rendite während der Sparphase oft negativ ist.
Tipps von Stiftung Warentest für Bausparer
Die Stiftung Warentest empfiehlt, beim Abschluss eines Bausparvertrags auf einige wichtige Punkte zu achten. Zunächst sollte der Vertrag so gestaltet sein, dass die Bausparsumme voraussichtlich pünktlich für die geplante Finanzierung zur Verfügung steht. Andernfalls könnte es notwendig sein, die Pläne zu verschieben oder die Wartezeit bis zur Zuteilung mit einem teuren Zwischenkredit zu überbrücken.
Ein weiterer Tipp ist, die verschiedenen Tarife zu vergleichen. Die Stiftung Warentest hat über 140 Tarifvarianten aller Bausparkassen in Deutschland untersucht und festgestellt, dass es keinen klaren Testsieger gibt. Die besten Tarife variieren je nach Sparzeit und Kapitalbedarf. Daher ist es wichtig, den passenden Tarif für die individuellen Bedürfnisse zu finden.
Die Rolle der Zinsen und Inflation
In der aktuellen wirtschaftlichen Lage, in der Inflation und steigende Zinsen eine Rolle spielen, ist es für Sparer entscheidend, die Zinsentwicklung im Auge zu behalten. Die Zinsen für Bauspardarlehen sind derzeit attraktiv, jedoch können sich die Bedingungen schnell ändern. Wer einen Bausparvertrag abschließt, sollte sich bewusst sein, dass die Zinsen in der Zukunft steigen könnten, was die monatlichen Raten für Bankdarlehen erhöhen würde.
Die Zinsbindung eines Bauspardarlehens bietet hier eine gewisse Sicherheit. Gerade in Zeiten, in denen die Bauzinsen stark schwanken, kann ein fest vereinbarter Zinssatz für die Finanzierung von Immobilien eine wertvolle Absicherung darstellen. Dies ist besonders relevant für junge Menschen, die Eigenkapital aufbauen möchten und von den staatlichen Förderungen profitieren können.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Bausparvertrag für viele Menschen eine sinnvolle Option darstellen kann, insbesondere für diejenigen, die in naher Zukunft eine Immobilie erwerben oder modernisieren möchten. Die Tipps von Stiftung Warentest helfen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Vorteile eines Bausparvertrags optimal zu nutzen. Dennoch sollten die Nachteile und die aktuelle Zinsentwicklung stets im Blick behalten werden, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Häufige Fragen
Was ist ein Bausparvertrag?
Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?
Welche Zinsen gelten für Bauspardarlehen?
Was sind die Nachteile eines Bausparvertrags?
Wie kann ich einen Bausparvertrag sinnvoll nutzen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bausparvertrag für Ihre Immobilienfinanzierung · Foto: Valentin Ivantsov / Pexels


