⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.06.2026
Bernd Förtsch, Vorstandsvorsitzender der Börsenmedien AG, hat sich mit einem Fragenkatalog an BioNTech gewandt und fordert Transparenz bei der geplanten Ausgliederung der Gründer.
- Förtsch fordert unabhängige Fairness Opinion vor Vertragsunterzeichnung
- BioNTech verzeichnete signifikanten Umsatzrückgang
- Rechtliche Schritte zum Schutz der Aktionäre werden geprüft
Am 10. März 2026 kündigte BioNTech die Ausgliederung wesentlicher Vermögenswerte an ein neues Unternehmen an, das von den Gründern Dr. Uğur Şahin und Dr. Özlem Türeci geleitet werden soll. Diese Entscheidung hat in der Finanzwelt für Aufsehen gesorgt, insbesondere bei den Aktionären des Unternehmens. Bernd Förtsch, der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Börsenmedien AG, hat sich nun mit einem umfangreichen Fragenkatalog an BioNTech gewandt und fordert mehr Transparenz in diesem Prozess.
Was ist die BioNTech-Ausgliederung?

Die BioNTech-Ausgliederung bezieht sich auf die geplante Übertragung von Vermögenswerten und Know-how an ein neues, unabhängiges Unternehmen. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund eines signifikanten Umsatzrückgangs, der BioNTech von 7,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf geschätzte 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2026 geführt hat. Die Entscheidung zur Ausgliederung wird von vielen als notwendig erachtet, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, wirft jedoch auch Fragen zur Unternehmensführung und zu den Interessen der Aktionäre auf.
Bernd Förtsch und seine Forderungen
Bernd Förtsch hat in seiner Stellungnahme betont, dass die Art und Weise, wie die Neugründung und der Transfer von Know-how und Personal in die Wege geleitet werden, gravierende Governance-Fragen aufwirft. Er fordert unter anderem die Beauftragung einer unabhängigen Fairness Opinion einer nicht mit BioNTech verbundenen Investmentbank, bevor eine finale Vereinbarung unterzeichnet wird. Dies soll sicherstellen, dass der Preis für die zu übertragenden Assets nicht willkürlich festgelegt wird.
Zusätzlich verlangt Förtsch eine vollständige Offenlegung der Bewertungsmethodik und einen Vergleich mit anderen Unternehmen. Diese Forderungen zielen darauf ab, das Vertrauen der Aktionäre in die Unternehmensführung zu stärken und sicherzustellen, dass die Interessen der Minderheitsaktionäre gewahrt bleiben.
Die Reaktion von BioNTech
- Datum der Ankündigung: 10. März 2026
- Umsatzrückgang: von 7,3 Milliarden Euro (2022) auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro
- Bernd Förtsch prüft rechtliche Schritte zum Schutz der Minderheitsaktionäre
BioNTech hat auf die Anfragen von Förtsch reagiert, jedoch eine detaillierte Beantwortung der Fragen bislang ausstehend gelassen. Dies hat zu weiterer Unsicherheit unter den Aktionären geführt, die sich um die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sorgen. Die anhaltende negative Kursentwicklung seit Januar 2021 und die Schließungen von Werken in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur verstärken diese Bedenken.
Die Unsicherheit über die künftige Unternehmensführung und die strategische Ausrichtung von BioNTech könnte sich auch auf den Aktienkurs auswirken. Investoren zeigen sich skeptisch, ob das Unternehmen ohne die Gründer in der Lage ist, eine nachhaltige Onkologie-Strategie umzusetzen.
Die wirtschaftlichen Hintergründe
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für BioNTech sind derzeit herausfordernd. Der Rückgang der COVID-19-Umsätze hat das Unternehmen stark getroffen, und die aggressive Expansionsstrategie, die in Teilen gescheitert ist, hat zu einem massiven Verlust an Vertrauen bei den Investoren geführt. In einem Markt, der von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist, ist es für Unternehmen wie BioNTech entscheidend, klare und transparente Strategien zu verfolgen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Die anhaltende Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens könnte auch Auswirkungen auf den gesamten Biotech-Sektor haben, der bereits unter Druck steht. Investoren sind zunehmend vorsichtig und suchen nach stabilen und transparenten Anlagemöglichkeiten.
Rechtliche Schritte und Schutz der Aktionäre
Förtsch hat angekündigt, sämtliche juristischen Optionen zum Schutz der Minderheitsaktionäre zu prüfen. Dies könnte rechtliche Schritte gegen die Unternehmensführung von BioNTech einschließen, falls die geforderten Transparenzmaßnahmen nicht umgesetzt werden. Die Forderung nach einer unabhängigen Fairness Opinion ist ein zentraler Punkt in diesem Prozess, da sie dazu beitragen könnte, die Interessen der Aktionäre zu schützen und sicherzustellen, dass die Vermögenswerte zu einem fairen Preis übertragen werden.
Die rechtlichen Schritte könnten auch dazu führen, dass andere Aktionäre sich zusammenschließen, um ihre Interessen zu vertreten. In einem Markt, der von Unsicherheit geprägt ist, könnte dies ein wichtiger Schritt sein, um das Vertrauen in die Unternehmensführung wiederherzustellen.
Fazit

Die Forderungen von Bernd Förtsch nach mehr Transparenz bei der BioNTech-Ausgliederung sind ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen. In einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld ist es entscheidend, dass Unternehmen wie BioNTech klare und transparente Strategien verfolgen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob BioNTech auf die Forderungen reagiert und welche Schritte unternommen werden, um die Interessen der Aktionäre zu schützen.
Häufige Fragen
Was ist die BioNTech-Ausgliederung?
Warum fordert Bernd Förtsch Transparenz?
Welche rechtlichen Schritte prüft Förtsch?
Wie hat sich der Umsatz von BioNTech entwickelt?
Was sind die nächsten Schritte für BioNTech?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Transparenz in der BioNTech-Ausgliederung · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


