⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.08.2026
Co-Pierre Georg, Professor an der Frankfurt School of Finance, äußert scharfe Kritik an Bitcoin und warnt vor erheblichen Risiken, die mit Kryptowährungen verbunden sind.
- Georg sieht Bitcoin als hochriskante Anlageform.
- Illegale Zahlungen dominieren das Bitcoin-Transaktionsvolumen.
- Zentralbanken bevorzugen Gold als stabilen Wertspeicher.
Co-Pierre Georg, Professor an der Frankfurt School of Finance, hat in einem aktuellen Interview eindringlich vor den Risiken gewarnt, die mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verbunden sind. Seine kritischen Ansichten werfen ein neues Licht auf die Debatte über die Eignung von Bitcoin als Anlageform und Zahlungsmittel. Georgs Forschung konzentriert sich auf die Systemrisiken, die durch die Volatilität und die Nutzung von Kryptowährungen für illegale Aktivitäten entstehen.
Wer ist Co-Pierre Georg?

Co-Pierre Georg ist ein renommierter Wissenschaftler im Bereich der digitalen Ökonomie und leitet das Centre for Digital Economics an der Frankfurt School of Finance. Seine Expertise in der Kryptowelt hat ihn zu einem der schärfsten Kritiker von Bitcoin gemacht. Georg argumentiert, dass die weit verbreitete Annahme, Bitcoin sei eine sichere Anlage oder ein stabiler Wertspeicher, irreführend ist. Er sieht die Kryptowährung als hochriskante Anlageform, die in Krisenzeiten nicht die Stabilität bietet, die viele Anleger erwarten.
Die Risiken von Bitcoin
Georg hebt hervor, dass Bitcoin in der Vergangenheit erhebliche Kursverluste erlitten hat. Ein Beispiel dafür ist der Rückgang um 28 Prozent im April 2025, als die Märkte auf den sogenannten Tariff Shock reagierten, den der damalige US-Präsident Donald Trump ausgelöst hatte. Diese Volatilität zeigt, dass Bitcoin in Krisensituationen ähnlich wie Aktienmärkte reagiert und somit nicht als sicherer Hafen fungiert. Anleger, die Bitcoin als Krisenschutz betrachten, könnten enttäuscht werden.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Liquidität des Bitcoin-Marktes. Georg betont, dass Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Anlageformen wie Gold nicht die gleiche Liquidität aufweist. Zentralbanken haben in den letzten Jahren ihre Goldvorräte massiv aufgestockt, was die Präferenz für Gold als stabilen Wertspeicher unterstreicht. Bitcoin hingegen bleibt in den Bilanzen der großen Notenbanken weitgehend unberücksichtigt, was auf die Unsicherheiten und Risiken hinweist, die mit der Kryptowährung verbunden sind.
Illegale Zahlungen und deren Einfluss
- Co-Pierre Georg ist Professor an der Frankfurt School of Finance.
- Bitcoin-Kurs fiel im April 2025 um 28 Prozent.
- Illegale Zahlungen machen etwa 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr aus.
Ein alarmierender Aspekt von Bitcoin ist die Rolle, die illegale Zahlungen in seinem Transaktionsvolumen spielen. Georg verweist auf eine Studie, die zeigt, dass illegale Transaktionen mit Bitcoin ein Volumen von etwa 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausmachen, was das gesamte legale Zahlungsvolumen von nur 2 Milliarden US-Dollar in 2025 übersteigt. Diese Zahlen werfen ein Licht auf die tatsächliche Nutzung von Bitcoin und stellen die Frage, ob die Kryptowährung tatsächlich als Zahlungsmittel geeignet ist.
Die Mehrheit der Bitcoin-Nutzer sieht ihn als Anlageobjekt oder Wertspeicher. Georg sieht dies kritisch, da Bitcoin ursprünglich als Zahlungsmittel gedacht war. Die aktuelle Nutzung von Bitcoin für illegale Aktivitäten könnte das Vertrauen in die Kryptowährung weiter untergraben und zu einem Rückgang der Akzeptanz führen.
Die Rolle von Tether im Kryptomarkt
Ein zentrales Risiko im Kryptomarkt sieht Georg bei Tether, dem größten Emittenten von Stablecoins. Stablecoins sind Kryptowährungen, die an den Wert einer Fiatwährung wie dem Dollar gekoppelt sind und nicht im Kurs schwanken sollen. Georg warnt, dass ein Verlust der Dollarbindung von Tether zu einem massiven Vertrauensverlust im gesamten Kryptosektor führen könnte. Dies könnte dazu führen, dass Börsen Auszahlungen stoppen und Anleger nicht an ihre Gelder gelangen können.
Die Unsicherheiten rund um Tether sind besonders besorgniserregend, da das Unternehmen lange Zeit keine vollständige Wirtschaftsprüfung vorgelegt hat, die die Einlagen und deren Verwendung transparent macht. Diese Intransparenz könnte zu einem Dominoeffekt führen, der den gesamten Kryptomarkt destabilisieren könnte.
Marktstimmung und zukünftige Entwicklungen
Die aktuelle Marktstimmung für Bitcoin ist angespannt. Analysten warnen, dass kurzfristige Kursgewinne nicht unbedingt auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend hindeuten. Faktoren wie Zinserhöhungen und die Stabilität zentraler Krypto-Infrastrukturen spielen eine entscheidende Rolle für die zukünftige Entwicklung des Bitcoin-Kurses. Die Unsicherheiten im Markt werden durch die jüngsten Probleme bei großen Kryptobörsen verstärkt, die das Vertrauen der Anleger weiter untergraben.
Die Diskussion um Bitcoin als „digitales Gold“ wird zunehmend in Frage gestellt. Georg argumentiert, dass Bitcoin in der aktuellen wirtschaftlichen Landschaft nicht die Eigenschaften eines stabilen Wertspeichers aufweist. Während Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen gilt, zeigt Bitcoin eine hohe Volatilität, die für Anleger riskant ist. Diese Entwicklungen könnten dazu führen, dass Anleger ihre Strategien überdenken und möglicherweise in stabilere Anlageformen wie Gold investieren.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bitcoin als hochriskante Anlageform betrachtet werden sollte, die in Krisenzeiten nicht die Stabilität bietet, die viele Anleger erwarten. Die Dominanz illegaler Zahlungen, die Unsicherheiten in Bezug auf die Liquidität und die Vorliebe der Zentralbanken für Gold sind entscheidende Faktoren, die die Eignung von Bitcoin als Krisenwährung in Frage stellen. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein und ihre Entscheidungen entsprechend treffen.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptkritikpunkte von Co-Pierre Georg an Bitcoin?
Wie hoch ist das Volumen illegaler Zahlungen mit Bitcoin?
Warum bevorzugen Zentralbanken Gold gegenüber Bitcoin?
Was könnte eine Krise im Kryptomarkt auslösen?
Wie sieht die aktuelle Marktstimmung für Bitcoin aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bitcoin und die Risiken für Anleger · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


