⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.07.2026
Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts hat zu einem historischen Angebotsschock geführt, der die globalen Märkte und die Zinsentwicklung erheblich beeinflussen könnte.
- BIZ warnt vor anhaltend hohen Zinsen aufgrund geopolitischer Schocks.
- Ölpreise haben einen Rekordanstieg erlebt, was die Inflation antreibt.
- Die Märkte sind anfällig für Enttäuschungen durch hohe Bewertungen.
Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts hat zu einem historischen Angebotsschock geführt, der die globalen Märkte und die Zinsentwicklung erheblich beeinflussen könnte. Laut einem aktuellen Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) betrifft dieser Schock etwa 13 Prozent der globalen Ölversorgung und hat die Ölpreise um 67 Prozent auf ein Tageshoch von 120 US-Dollar je Barrel steigen lassen. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur zukünftigen Geldpolitik und den Zinsen auf, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit einer ‚higher for longer‘-Zinsentwicklung.
Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Sie ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen für den globalen Ölhandel, da über 80 Prozent des über diese Route transportierten Öls für asiatische Abnehmer bestimmt sind. Die Schließung dieser Wasserstraße hat nicht nur Auswirkungen auf die Ölpreise, sondern auch auf die gesamte globale Wirtschaft, da sie zu Lieferkettenstörungen führt und die Inflation anheizt.
Die Auswirkungen der Schließung auf die Ölpreise
Die Schließung der Straße von Hormus hat zu einem signifikanten Angebotsschock geführt, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat. Die BIZ berichtet, dass die Ölpreise um 67 Prozent gestiegen sind, was die höchste Preissteigerung seit Jahren darstellt. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, sondern auch auf die Produktionskosten in vielen Industrien, die auf Öl und petrochemische Produkte angewiesen sind. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat daraufhin mit der Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven reagiert, was jedoch nur einen kleinen Teil des ausgefallenen Angebots kompensieren konnte.
Globale Inflation und ihre Treiber
Die BIZ hat festgestellt, dass die globale Inflation seit dem Beginn des Konflikts um 0,5 Prozentpunkte gestiegen ist. Diese Inflation wird nicht nur durch die steigenden Ölpreise, sondern auch durch die gestiegenen Kosten für Rohstoffe wie Düngemittel und Kunststoffe angetrieben. Die Lieferketten bleiben verwundbar, was die Preise weiter in die Höhe treibt. In einem Umfeld steigender Inflation sind die Zentralbanken gezwungen, ihre Geldpolitik zu überdenken, was zu einer längeren Phase hoher Zinsen führen könnte.
Die Warnungen der BIZ
- Schließung der Straße von Hormus betrifft 13% der globalen Ölversorgung
- Ölpreise stiegen um 67% auf 120 US-Dollar je Barrel
- Globale Inflation stieg um 0,5 Prozentpunkte seit Konfliktbeginn
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor anhaltend hohen Zinsen, die durch geopolitische Schocks und hohe Bewertungen auf den Märkten bedingt sind. Diese Faktoren erhöhen das Risiko für Enttäuschungen und könnten die Märkte anfällig für Korrekturen machen. Die BIZ hebt hervor, dass die ambitionierten Aktienbewertungen und die gesunkenen Risikoprämien die Märkte in eine prekäre Lage bringen, in der eine ‚higher for longer‘-Zinsentwicklung wahrscheinlicher wird.
Was bedeutet ‚higher for longer‘ für die Märkte?
Die Möglichkeit einer ‚higher for longer‘-Zinsentwicklung hat weitreichende Konsequenzen für die Finanzmärkte. Höhere Zinsen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Unternehmen, was sich negativ auf die Unternehmensgewinne und damit auf die Aktienkurse auswirken kann. Investoren könnten gezwungen sein, ihre Portfolios neu zu bewerten und sich von riskanteren Anlagen zu trennen. Dies könnte zu einem Rückgang der Aktienmärkte führen, während sicherere Anlagen wie Anleihen an Attraktivität gewinnen.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Ein weiterer Bereich, der von der Zinsentwicklung betroffen sein könnte, ist der Immobilienmarkt. Höhere Zinsen führen in der Regel zu höheren Hypothekenzinsen, was die Erschwinglichkeit von Immobilien beeinträchtigen kann. Dies könnte zu einem Rückgang der Nachfrage nach Immobilien führen und die Preise unter Druck setzen. Investoren und Käufer sollten sich auf mögliche Veränderungen in der Marktlandschaft einstellen, insbesondere wenn die Zinsen länger hoch bleiben.
Fazit

Die Schließung der Straße von Hormus hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Ölpreise, sondern könnte auch langfristige Konsequenzen für die Zinsentwicklung und die globale Wirtschaft haben. Die Warnungen der BIZ vor einer ‚higher for longer‘-Zinsentwicklung sollten ernst genommen werden, da sie die Märkte destabilisieren und die Inflation weiter anheizen könnten. Investoren und Marktteilnehmer müssen sich auf ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld einstellen, in dem geopolitische Risiken und hohe Bewertungen die Richtung der Märkte bestimmen.
Häufige Fragen
Was ist die Straße von Hormus?
Wie beeinflusst die Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise?
Was bedeutet ‚higher for longer‘ in Bezug auf Zinsen?
Wie wirkt sich die Inflation auf die Aktienmärkte aus?
Welche Rolle spielt die BIZ in der globalen Wirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Ölpreise und Zinsen im Fokus · Foto: İrfan Simsar / Pexels


