⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.07.2026
Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades verkündet, der 2026 bereits eine Rendite von 8% erzielt hat. Dies ist das beste Umfeld für diese Strategie seit der Jahrtausendwende.
- Carry Trade erlebt Renaissance nach Ausverkauf 2024
- Niedrige Wechselkursvolatilität begünstigt Strategien
- Japanischer Yen als bevorzugte Finanzierungswährung
Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades verkündet, der 2026 bereits eine Rendite von 8% erzielt hat. Dies ist das beste Umfeld für diese Strategie seit der Jahrtausendwende. Der Carry Trade, eine beliebte Handelsstrategie, bei der Anleger Kapital in einer Währung mit niedrigem Zinsniveau leihen, um es in einer höher verzinsten Währung anzulegen, erlebt eine bemerkenswerte Renaissance.
Was ist ein Carry Trade?

Ein Carry Trade ist eine Handelsstrategie, die darauf abzielt, von den Zinsunterschieden zwischen verschiedenen Währungen zu profitieren. Anleger leihen sich Geld in einer Währung mit niedrigen Zinsen und investieren es in eine Währung mit höheren Zinsen. Diese Strategie kann besonders profitabel sein, wenn die Wechselkursvolatilität niedrig ist, da dies das Risiko von Verlusten durch ungünstige Wechselkursbewegungen verringert.
Die Attraktivität des Carry Trades hängt stark von den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen ab. Laut Goldman Sachs-Stratege Stuart Jenkins ist der Carry Trade derzeit so relevant wie fast nie zuvor. Die Zinsen der großen Industrienationen haben sich infolge der Post-Corona-Inflation und des jüngsten Nahost-Energieschocks auf einem hohen und zugleich stark unterschiedlichen Niveau eingependelt, was zu ungewöhnlich weiten Zinsdifferenzen führt.
Aktuelle Marktentwicklung und Renditen
Im Jahr 2026 haben Carry-Strategien bislang rund 8% Rendite erzielt. Diese positive Entwicklung ist auf die signifikanten Zinsdifferenzen zurückzuführen, die etwa 70% der Renditeschwankungen bei den wichtigsten Dollar-Währungspaaren im ersten Halbjahr erklärt haben. Die Kombination aus hohen Zinsen in einigen Ländern und niedrigen Zinsen in anderen schafft ein günstiges Umfeld für Carry Trades.
Die bevorzugten Finanzierungswährungen für Carry Trades sind derzeit der japanische Yen, der Schweizer Franken, der Euro und der kanadische Dollar. Insbesondere der Yen gilt als langfristig aussichtsreiche Finanzierungswährung, da er nahe einem 40-Jahres-Tief zum Dollar notiert. Diese Einschätzung wird durch die fiskalischen Belastungen Japans und die graduellen Zinsschritte der Bank of Japan unterstützt.
Wechselkursvolatilität und ihre Bedeutung
- Carry-Strategien erzielten 2026 bislang rund 8% Rendite
- Bevorzugte Finanzierungswährungen: Japanischer Yen, Schweizer Franken, Euro, Kanadischer Dollar
- Zinsdifferenzen erklären 70% der Renditeschwankungen bei Dollar-Währungspaaren
Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg von Carry Trades ist die Wechselkursvolatilität. Historisch gesehen waren Carry Trades besonders anfällig für Rückschläge an den Aktienmärkten. Im Jahr 2026 hat sich dieser Zusammenhang jedoch weitgehend aufgelöst, was die Strategie für Anleger attraktiver macht. Die niedrige Wechselkursvolatilität ermöglicht es den Anlegern, ihre Positionen mit weniger Risiko zu halten.
Die Zinsdifferenzen und die niedrige Volatilität schaffen ein Umfeld, in dem Carry Trades florieren können. Anleger, die in diesem Bereich aktiv sind, sollten jedoch stets die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen im Auge behalten, da sich die Bedingungen schnell ändern können.
Risiken und Herausforderungen des Carry Trades
Trotz der attraktiven Renditen birgt der Carry Trade auch Risiken. Historisch gesehen waren diese Strategien anfällig für plötzliche Marktbewegungen, die durch wirtschaftliche oder politische Ereignisse ausgelöst werden können. Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Renditen nicht garantiert sind und dass es immer die Möglichkeit eines Verlusts gibt.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich die Zinslandschaft ändern könnte. Sollten die Zinsen in den Finanzierungswährungen steigen, könnte dies die Rentabilität der Carry Trades beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, die Zinsentwicklung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genau zu beobachten.
Fazit

Die Rückkehr des Carry Trades, wie von Goldman Sachs festgestellt, zeigt, dass sich die Märkte in einem dynamischen Umfeld befinden. Mit einer Rendite von 8% in diesem Jahr und den aktuellen Zinsdifferenzen bietet der Carry Trade eine interessante Möglichkeit für Anleger. Dennoch sollten die damit verbundenen Risiken nicht unterschätzt werden. Eine sorgfältige Analyse und ein gutes Risikomanagement sind unerlässlich, um in diesem Bereich erfolgreich zu sein.
Häufige Fragen
Was ist ein Carry Trade?
Warum ist der Carry Trade 2026 so attraktiv?
Welche Währungen sind für Carry Trades am besten geeignet?
Wie hoch war die Rendite der Carry-Strategien in diesem Jahr?
Was sind die Risiken des Carry Trades?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus · Foto: Valmir Zanellato / Pexels


