⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.06.2026
Die Citigroup warnt vor einem bevorstehenden Angebotsschock im Aluminiumsektor, der die Alcoa-Aktie begünstigen könnte. Ein Preisanstieg auf bis zu 4.000 US-Dollar je Tonne steht bevor.
- Citigroup erwartet mittelfristigen Preisanstieg bei Aluminium
- Alcoa könnte von Produktionsausfällen im Nahen Osten profitieren
- Quartalszahlen zeigen vorübergehende Schwächen trotz Preisanstieg
Die Citigroup hat kürzlich Alarm geschlagen und prognostiziert einen bevorstehenden Angebotsschock im Aluminiumsektor, der die Alcoa-Aktie begünstigen könnte. Laut den Analysten der US-Großbank könnte der Aluminiumpreis an der London Metal Exchange (LME) in den kommenden 12 bis 15 Monaten auf bis zu 4.000 US-Dollar je Tonne steigen. Dies würde den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 von rund 3.850 US-Dollar übertreffen und stellt das stärkste Marktumfeld seit den 1970er-Jahren dar.
Was geschah im Aluminiumsektor?

Der Aluminiumsektor steht vor einer grundlegenden Umwälzung, die durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurde. Ende März 2026 beschädigten iranische Raketen zwei große Aluminiumhütten im Nahen Osten, was zu erheblichen Produktionsausfällen führte. Diese Region ist für etwa neun Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion verantwortlich, und die gesamte Versorgung ist stark von importierter Alumina und Kohle abhängig. Die daraus resultierenden Produktionsausfälle und sinkenden Lagerbestände könnten dazu führen, dass Aluminium–Aktien wie Alcoa von dieser Situation profitieren.
Die Citigroup und die UBS sind sich einig, dass die durch den Nahostkonflikt verursachten Hüttenausfälle die schwache Nachfrage mehr als ausgleichen und zu anhaltend höheren Aluminiumpreisen führen werden. Zudem wird erwartet, dass die Nachfrage durch den Ausbau von Solarkraft, Stromnetzen, Elektrofahrzeugen und KI-Rechenzentren weiter angeheizt wird.
Alcoa: Ein Blick auf die Quartalszahlen
Trotz der positiven Preisprognosen hat Alcoa im ersten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten verfehlt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,40 US-Dollar, während der FactSet-Konsens bei 1,53 US-Dollar lag. Auch der Umsatz von 3,19 Milliarden US-Dollar blieb hinter den Erwartungen von 3,28 Milliarden US-Dollar zurück. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Alcoa trotz des steigenden Aluminiumpreises kurzfristig mit Herausforderungen konfrontiert ist.
Die Ursachen für diese enttäuschenden Ergebnisse sind vielfältig. Lieferverzögerungen in Australien, die durch den Iran-Konflikt und den Wirbelsturm Narelle verursacht wurden, führten zu einem Rückgang der Alumina-Drittparteimengen um 31 Prozent. Dies hatte zur Folge, dass das Alumina-Segment von Alcoa ein negatives EBITDA von minus 40 Millionen US-Dollar verzeichnete, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 664 Millionen US-Dollar erzielt worden war.
Die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf den Markt
- Prognose: Aluminiumpreis könnte auf 4.000 US-Dollar steigen
- Alcoa verfehlte Q1-Erwartungen mit 1,40 US-Dollar je Aktie
- Iran-Konflikt führt zu Produktionsausfällen in der Aluminiumindustrie
Der Iran-Konflikt hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Aluminiumproduktion, sondern beeinflusst auch die gesamte Angebotsstruktur auf dem Markt. Die Citigroup erwartet für 2026 ein globales Angebotsdefizit von rund 2,7 Millionen Tonnen, selbst unter der Annahme schwacher Nachfragebedingungen. Diese Verknappung könnte die Preise weiter in die Höhe treiben, da das Angebot nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten kann.
Die Analysten der Citigroup betonen, dass die Angebotselastizität im gesamten System gesunken ist, was bedeutet, dass selbst kleine Störungen in der Lieferkette zu erheblichen Preissteigerungen führen können. In einem solchen Umfeld könnte Alcoa als einer der direktesten Profiteure gelten, da das Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgestellt ist und somit stark an den LME-Preisen gekoppelt ist.
Die Zukunft von Alcoa und den Aluminiumpreisen
Die Frage, die sich Anleger und Marktbeobachter stellen, ist, ob Alcoa in der Lage sein wird, von den prognostizierten Preisanstiegen zu profitieren. FactSet-Analysten erwarten für das zweite Quartal 2026 einen Gewinnanstieg je Aktie von 448 Prozent auf 2,14 US-Dollar. Alcoa selbst hat günstige Effekte von rund 55 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt, die durch nachgeholte Liefermengen, höhere Produktprämien und gesunkene Produktionskosten nach dem Smelter-Neustart in San Ciprián unterstützt werden.
Dennoch bleiben Risiken bestehen. Der freie Cashflow von Alcoa war im ersten Quartal mit minus 298 Millionen US-Dollar negativ, was in stressigen Marktphasen nicht ungewöhnlich ist, aber die Volatilität erhöht. Zudem könnten weitere Störungen in der Alumina-Lieferkette durch den Iran-Konflikt nicht ausgeschlossen werden, was die kurzfristige Performance des Unternehmens belasten könnte.
Fazit: Alcoa im Fokus der Anleger

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Citigroup mit ihrer Prognose für den Aluminiumpreis und den damit verbundenen Angebotsschock eine bedeutende Entwicklung im Aluminiumsektor angestoßen hat. Alcoa könnte als einer der Hauptprofiteure aus dieser Situation hervorgehen, auch wenn die aktuellen Quartalszahlen und die geopolitischen Risiken im Nahen Osten eine gewisse Unsicherheit mit sich bringen. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten, insbesondere die bevorstehenden Quartalszahlen von Alcoa, die voraussichtlich Mitte Juli veröffentlicht werden.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle Prognose für den Aluminiumpreis?
Wie beeinflusst der Iran-Konflikt den Aluminiummarkt?
Wie hat Alcoa auf die aktuellen Marktbedingungen reagiert?
Welche Faktoren könnten die Aluminiumnachfrage steigern?
Was sind die Risiken für Alcoa in der aktuellen Situation?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Aluminiumproduktion und Marktanalyse · Foto: cottonbro studio / Pexels


