⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.06.2026
Ein neuer Bericht von Coinbase warnt, dass bis zu 6,9 Millionen Bitcoin durch Quantencomputer potenziell gefährdet sind. Diese Entwicklung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Krypto- und Finanzmärkte haben.
- Quantencomputer könnten Bitcoin-Kryptografie angreifen.
- Besonders gefährdet sind alte Adressformate.
- Die Branche muss jetzt an quantensicheren Lösungen arbeiten.
Ein aktueller Bericht von Coinbase, einem der führenden Unternehmen im Bereich Kryptowährungen, hat Alarm geschlagen: Bis zu 6,9 Millionen Bitcoin könnten durch die aufkommende Technologie der Quantencomputer gefährdet sein. Diese Zahl entspricht etwa 32,7 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots und wirft ernsthafte Fragen zur Sicherheit der digitalen Währung auf. Die Hauptgefahr liegt im ECDSA-Signaturmechanismus, der für die Sicherheit von Bitcoin-Transaktionen verantwortlich ist.
Was sind die Hauptgefahren von Quantencomputern für Bitcoin?

Die Bedrohung durch Quantencomputer für Bitcoin ist vor allem theoretischer Natur, da derzeit noch keine Quantencomputer existieren, die in der Lage sind, die Kryptografie von Bitcoin zu brechen. Dennoch ist die Möglichkeit, dass zukünftige Quantencomputer den Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA) angreifen könnten, ein ernstzunehmendes Risiko. Dieser Algorithmus ist entscheidend für die Sicherheit der Bitcoin-Transaktionen, da er es ermöglicht, aus einem privaten Schlüssel einen öffentlichen Schlüssel zu generieren. Ein leistungsfähiger Quantencomputer könnte diesen Schutz mit Shors Algorithmus aushebeln, was bedeutet, dass Angreifer in der Lage wären, private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln zu berechnen.
Ein weiterer Aspekt der Gefährdung ist die Sichtbarkeit des öffentlichen Schlüssels auf der Blockchain. Bitcoin-Adressen, die in der Vergangenheit verwendet wurden oder die auf Pay-to-Public-Key-Adressen (P2PK) basieren, sind besonders anfällig. Diese Adressen zeigen den öffentlichen Schlüssel direkt auf der Blockchain an, was bedeutet, dass sie bei einem Quantenangriff leicht kompromittiert werden könnten. Coinbase schätzt, dass etwa 1,7 Millionen BTC in solchen Adressen gehalten werden.
Wie viele Bitcoin sind gefährdet?
Die Schätzung von Coinbase, dass bis zu 6,9 Millionen BTC gefährdet sind, umfasst nicht nur die P2PK-Adressen, sondern auch Wallets, deren Besitzer wiederholt dieselbe Adresse verwendet haben. Diese Wiederverwendung führt dazu, dass der öffentliche Schlüssel bei jeder Transaktion offengelegt wird, was die Sicherheit weiter gefährdet. Die Tatsache, dass ein erheblicher Teil dieser Bestände von aktiven Marktteilnehmern gehalten wird, macht die Situation noch kritischer, da es sich nicht nur um verlorene oder verlassene Wallets handelt.
Die Diskussion über die Sicherheit von Bitcoin und die Bedrohung durch Quantencomputer ist nicht neu, aber der aktuelle Bericht von Coinbase bringt das Thema erneut in den Fokus. Die Branche muss jetzt handeln, um sich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten und geeignete Lösungen zu entwickeln.
Was plant Coinbase zur Bekämpfung dieser Bedrohung?
- Bis zu 6,9 Millionen BTC sind in Adressen mit exponiertem öffentlichem Schlüssel.
- Die Hauptgefahr liegt im ECDSA-Signaturmechanismus.
- Coinbase hat einen Branchenquantenbeirat gegründet.
Um der Bedrohung durch Quantencomputer entgegenzuwirken, hat Coinbase einen Branchenquantenbeirat gegründet. Dieser Beirat soll Strategien zur Migration auf quantensichere Kryptografie entwickeln und die Branche auf die Herausforderungen vorbereiten, die mit der Quantencomputing-Technologie einhergehen. Die Empfehlungen des Berichts beinhalten unter anderem die Notwendigkeit, quantensichere Signaturen zu entwickeln und zu testen, während gleichzeitig über Governance-Fragen diskutiert wird.
Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Trennung der technischen Arbeit von der Governance-Debatte. Dies bedeutet, dass die Branche bereits jetzt mit der Entwicklung quantensicherer Lösungen beginnen kann, während die Diskussion über den Umgang mit gefährdeten oder verlassenen Coins fortgesetzt wird. Ein frühzeitiger Start gibt Entwicklern und Nutzern mehr Spielraum, um Systeme zu testen und überstürzte Entscheidungen zu vermeiden.
Wie weit sind Quantencomputer heute entwickelt?
Aktuell sind Quantencomputer noch nicht in der Lage, die Bitcoin-Kryptografie zu brechen. Die Technologie ist jedoch in der Entwicklung, und es gibt bereits Fortschritte in der Quantencomputing-Forschung. Die entscheidende Frage ist, wie viele stabile, fehlerkorrigierte Qubits benötigt werden, um die Kryptografie von Bitcoin zu gefährden. Schätzungen deuten darauf hin, dass Millionen physischer Qubits erforderlich sein könnten, um Bitcoins Kryptografie innerhalb eines sinnvollen Zeitrahmens zu brechen.
Ein Whitepaper von Google Quantum AI, das im März 2026 veröffentlicht wurde, hat diese Schätzungen revidiert und darauf hingewiesen, dass die Schwellenwerte möglicherweise niedriger sind als zuvor angenommen. Dies erhöht die Dringlichkeit, sich auf mögliche Quantenangriffe vorzubereiten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Fazit

Die Warnung von Coinbase über die Gefährdung von bis zu 6,9 Millionen Bitcoin durch Quantencomputer ist ein ernstzunehmendes Signal für die gesamte Krypto-Community. Die Branche steht vor der Herausforderung, geeignete Lösungen zu entwickeln, um die Sicherheit der digitalen Währung zu gewährleisten. Während die Technologie der Quantencomputer noch in den Kinderschuhen steckt, ist es entscheidend, dass die Branche proaktiv handelt, um sich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Die Entwicklung quantensicherer Signaturen und die Diskussion über Governance-Fragen sind dabei von zentraler Bedeutung.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptgefahren von Quantencomputern für Bitcoin?
Wie viele Bitcoin sind gefährdet?
Was ist der ECDSA-Signaturmechanismus?
Was plant Coinbase zur Bekämpfung dieser Bedrohung?
Wie weit sind Quantencomputer heute entwickelt?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Bitcoin und Quantencomputer: Eine Bedrohung für die Sicherheit · Foto: Markus Winkler / Pexels


